Der Feldhase: Meister der tarnung

Schnell und wendig: Der Feldhase kann im Extremfall, zum Beispiel auf der Flucht, eine Spitzengeschwindigkeit bis zu 80 Stundenkilometer erreichen.

Kaum ein anderes Tier kommt so häufig in Legenden und Märchen vor wie der Feldhase. Das Wort Hase kommt vom althochdeutschen Wort haso, was soviel bedeutet wie Der Graue. Hasen sind überwiegend nachtaktiv und fast weltweit verbreitet. Neben dem Feldhasen kommt in Europa auch noch der Schneehase vor.

Der Feldhase ist 40 bis 70 Zentimeter lang mit graugelbem bis braunem Fell. Hervorstechendstes Kennzeichen sind die Ohren, so genannte Löffel. Diese sind länger als sein Kopf und mit schwarzen Spitzen umrandet. Auffällig sind auch die großen bernsteinfarbenen Augen, die seitlich am Kopf sitzen, so dass der Hase nach hinten sehen kann, ohne den Kopf zu drehen.

Der Feldhase besitzt einen kurzen, stark behaarten Schwanz ("Blume"), dessen Oberseite schwarz ist, während die Unterseite weiß leuchtet.

Dieser ist an kühleres Klima angepasst und besiedelt Hochlagen in den Alpen ebenso wie die Tundra. Die Ohren des Schneehasen sind gleich lang wie das Köpfchen. Sein Fell wechselt von der braunen Sommerfarbe zum weißen Winterkleid.

Zoologen unterscheiden zwischen sogenannten Echten Hasen und Kaninchen (auch Karnickel).

Die mehr als 80 gezüchteten Kaninchenrassen gehen alle auf das Wildkaninchen zurück. Dieses war ursprünglich in Südwesteuropa heimisch, hat sich inzwischen aber über die Welt verbreitet und ist selbst in Chile, Neuseeland und Australien heimisch geworden. Mit einer Körperlänge zwischen 25 und 35 Zentimetern ist es deutlich kleiner als der Hase. Auch die Ohren des Kaninchen sind kürzer als die der Hasen.

Obwohl Hasen und Kaninchen auch Nagezähne besitzen, gehören sie nicht zu den Nagetieren. Das hängt damit zusammen, dass sie vier Nagezähne im Oberkiefer haben. Ausserdem sind ihre Vorderpfoten anders gebaut als die der Nagetiere. Nager können mit den Zehen greifen, Hasenartige nicht.

Entwicklung

Der männliche Hase heißt Rammler, die Häsin wirft zwei bis viermal im Jahr in einer Sasse, eine kleine Mulde auf dem Acker. Der Hase wählt sie so, dass er die ganze Umgebung überblicken kann. Äußerlich unterscheiden sich Häsin und Hase nicht. Hasen wiegen zwischen vier und sechs Kilo.

In freier Wildbahn werden sie etwa vier Jahre, in Gefangenschaft bis zu 9 Jahre alt. Der Feldhase ist ein Meister in der Tarnung. Das Fell wird zweimal im Jahr gewechselt. Im Winter ist es dichter und länger. Die weißen Fellhaare sind mit schwarz-braunen Spitzen versehen. Dadurch bekommt das Hasenfell eine rötlichbraungraue Farbe. Die Bauchseite ist hell gefärbt. Durch die starken und überlangen Hinterbeine und die guten Lungen sind Feldhasen sehr schnelle und ausdauernde Läufer.

Lebensraum

Die Echten Hasen bewohnen Kultursteppen und lichte Wälder. Der Feldhase lebt in den Niederungen und im Hügelland, vornehmlich in unverbautem Gebiet. Das europäische Areal reicht vom Polarkreis bis zum Mittelmeer und von. Nordspanien bis zum Ural. Auch in Asien und Übersee gibt es den Feldhasen.

Nahrung

Alle Hasen sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Kräutern, Gräsern, Getreide und Feldfrüchten, Knospen, Trieben und Rinde. Aussergewöhnlich ist seine Nahrungsaufnahme. Was er frisst, frisst er zweimal. Zuerst schluckt er die Nahrung grob gekaut hinunter. Im Blinddarm bildet sich ein vitaminreicher Nahrungsbrei, der wieder ausgeschieden wird. Später nimmt der Hase diese Blinddarmlosung wieder auf und deckt damit seinen Vitamin B1-Bedarf.

Feinde

Die natürlichen Feinde des Feldhasen sind: Fuchs, Habicht, Marder, Katzen, Bussard, Krähen sowie fast alle heimischen Beutegreifer.

Auf der Flucht vor Bodenfeinden, wie Füchsen und streunenden Hunden, können Feldhasen bis zu 4 Meter weit springen. Nähert sich ein Feind, bleibt der Hase wie erstarrt liegen und vertraut seiner Tarnfarbe, oder er rettet sich mit einem schnellen Satz aus der Sasse und flüchtet. Zwischen den Sprüngen können sie rasche Richtungswechsel machen und schlagen "Haken". Im Fluchtlauf soll der Hase Spitzengeschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometer erreichen.

Jährlich sterben etwa 120 000 Langohren durch den Straßenverkehr. Daneben setzt ihm die nasskalte Witterung zu. Besonders im Frühjahr verenden die Junghasen häufig an Unterkühlung, da sie in der oberirdischen Sasse der Witterung ausgesetzt sind.