Wie kann man den Todeszeitpunkt eines Menschen bestimmen?

Das möchte Felix, 8 Jahre.

Wann ein Mensch gestorben ist lässt sich anhand einiger Faktoren bestimmen, die in der rechtsmedizin nachgewiesen werden können.

Die Körpertemperatur der Leiche gibt - wenn erst ein paar Stunden seit der Tat verstrichen sind - Aufschluss darüber, wie lange ein Mensch schon tot ist. Pro Stunde nimmt die Körpertemperatur etwa ein Grad Celsius ab. Einfluss auf die Temperatur haben aber natürlich auch äußere Bedingungen wie Feuchtigkeit und Temperatur des Fundortes oder Gewicht und Größe der Leiche.

Während der Obduktion sucht der nach so genannten sicheren Todeszeichen und Totenflecken. Diese Totenflecken kommen dadurch zustande, dass das Blut nach dem Tode an die tiefer gelegenen Stellen des Körpers wandert. Die Mediziner untersuchen, wie stark die Totenflecken ausgeprägt sind. Die Farbe und Intensität der Totenflecken geben Aufschluss über den Todeszeitpunkt. Je leichter sie wegzudrücken sind, desto kürzer ist das Opfer tot.

Eine neuere Methode, den Zeitraum einzugrenzen, ist es, bestimmte Medikamente ins Auge zu tropfen. Durch diese Medizin werden die Pupillen erweitert. Da in den ersten Stunden nach dem Tod noch nicht alle Körperzellen abgestorben sind, kann es auch nach vier bis fünf Stunden noch zu diesen Pupillenveränderungen kommen.

Leichen, die erst lange Zeit nach der Tat gefunden werden, werden auch nach ihrem Zersetzungsgrad untersucht. Insektenkundler helfen dann den Rechtsmedizinern. Bestimmte Insekten siedeln sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer Leiche an. Das hängt wiederum stark von äußeren Bedingungen ab. Zum Beispiel, ob die Leiche verscharrt im feuchten Waldboden gefunden wurde. Die Maden, Eier und Insekten werden genau untersucht. Ihr Wachstum gibt ebenfalls Aufschluss über den Todeszeitpunkt. Denn jede Insektenart braucht natürlich eine bestimmte Zeit um zu wachsen.