Jules Verne: Der Vater der Science-Fiction

Reisen zum Mond? In Schallgeschwindigkeit um die Erde? Jules Verne hat viele technische Errungenschaften der Neuzeit in seinen Romanen vorausgesagt.
Quelle: pd

 

Jules Verne wird zurecht als "Vater der Science-Fiction" bezeichnet. Als erster Autor überhaupt rückt er wissenschaftlich-technischer Vorgänge in den Mittelpunkt vor Romanen. Zu Jules Vernes bekanntesten Figuren gehören Kapitän Nemo in seiner "Nautilus" (20.000 Meilen unter dem Meer"), der Weltreisende Phileas Fogg („In 80 Tagen um die Welt“) oder Professor Lidenbrock („Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“).


Wie Jules Verne seine Leser begeisterte? Ganz einfach! In einer Zeit des industriellen Aufbruchs nutzte Jules Verne den fast blinden Glauben der Menschen an die Wunderkraft der Technik. Verne studierte eifrig neue Erfindungen, lotete ihre Einsatzmöglichkeiten aus und verknüpfte die sich abzeichnenden Trends mit seiner erstaunlichen Fantasie. Er schrieb über die Zukunft wie er sie sich vorstellte und vielleicht auch ein Stück weit erträumte.

Ausreißer

Als Sohn eines Rechtsanwaltes wurde Jules Verne am 8. Februar 1828 in Nantes/Frankreich geboren. So war er von Geburt an mit dem Hafen und nach Übersee auslaufenden Schiffen vertraut. Als Junge versuchte er auszureißen, um zur See zu fahren, wurde aber eingefangen und zu Hause verprügelt. Auf Wunsch des Vaters studierte Jules später Jura in Paris. Hier lernte er Theaterleute und Autoren kennenlernte und begann selbst mit dem Schreiben.

Ein moderner Prophet

In seinen Romanen entwarf Jules Vernes Welten, die sich seine Zeitgenossen beim besten Willen nicht vorstellen konnten. Unsere technischen Einrichtungen, angefangen vom elektrischen Licht, über das Telefon bis hin zu Atomkraft und Mondflug waren vor 100 bis 150 Jahren entweder undenkbar. Insbesondere die Mondlandung, ein Standardthema Jules Vernes, hielt man für ein Hirngespinst. Der Mond war ein Himmelskörper, den man vielleicht durch ein Teleskop bewundern konnte, aber hinfliegen - nie! Immerhin gab es zu Vernes Zeiten nicht einmal die Luftfahrt, geschweige denn Flugzeuge.

Die Möglichkeit, in achtzig Tagen um die Welt zu reisen, galt vor hundert Jahren noch als riskante, von vornherein verlorene Wette. Niemand hätte sich damals vorstellen können, dass man Ende des 20. Jahrhunderts, vorausgesetzt man hätte das Geld, mit der CONCORDE in wenigen Stunden um die Welt rasen könnte. Auch die Nautilus, das erste atomar betriebene U-Boot, geht auf Verne zurück.

Anhaltender Ruhm

Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert war Jules Verne eine Berühmtheit. Selbst der Papst gewährte ihm eine Audienz. Viele Auszeichnungen zeugten von seinem Erfolg. Die Familie lebte inzwischen in Amiens, wo sich der bekannte Autor sogar als Stadtrat betätigte. Allerdings hatte der Ruhm auch Schattenseiten: Anfeindungen, Prozesse und ein Attentat folgten. Schließlich starb Jules Vernes am 24. März 1905 an schwerem Diabetes.

Jules Vernes Werke wurden in 143 Sprachen übersetzt, und er dürfte zu seinen Lebzeiten der am meisten gelesene Autor der Welt gewesen sein. Laut einer Statistik der UNESCO liegt Verne heute hinter der Bibel, Lenin, Enid Blyton, Marx und Agatha Christie auf dem 6. Platz der Weltrangliste der am meisten übersetzten Autoren. Fast alle seiner Bücher wurden mehrfach verfilmt.

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