Der Feldhamster: Wildtier des Jahres 2016

Der Feldhamster hat bei uns keine guten Lebensvoraussetzungen mehr. Als Wildtier des Jahres 2016 ist er vom Aussterben bedroht. Quelle: © Miroslav Hlavko, Shutterstock.

 

Hamster sind beliebte Haustiere. Doch auch in der freien Natur kommen die Nagetiere vor. Der Feldhamster besiedelt Felder und Wiesen. Doch durch die moderne Landwirtschaft findet die Art zu wenig zu fressen und ist deshalb in Deutschland gefährdet. Nach 1996 wurde er 2016 zum zweiten Mal zum Wildtier des Jahres gekürt.  


Der Feldhamster trägt den lateinischen Namen Cricetus cricetus und gehört damit zur Familie der Wühler in der Säugetier-Ordnung der Nagetiere. Ein ausgewachsenes Tier erreicht eine Länge von bis zu 34 Zentimetern, wobei noch der fast haarlose Schwanz von sechs Zentimetern Länge hinzukommt. Männchen sind meist größer als Weibchen.

Wegen seiner interessanten Färbung gilt der Feldhamster als buntestes Pelztier Europas. Sein Fell ist auf der Unterseite schwarz, auf der Oberseite gelbbraun bis rotbraun gefärbt. Daneben finden sich von Hamster zu Hamster unterschiedliche weiße Flecken an der Seite.  

Wie und wo lebt der Feldhamster?

Feldhamster kommen im Gebiet von Mitteleuropa (Belgien, Deutschland) über Osteuropa bis nach Südrussland, den Kaukasus und Nordwestchina vor. Ihr bevorzugtes Revier sind Steppenlandschaften. Bei uns besiedeln sie Felder und Wiesen, vor allem landwirtschaftlich genutzte Äcker.

Die Bodenbewohner legen verzweigte Baue im Erdreich an. Wohn- und Vorratskammer liegen dabei über einen Meter tief. Der Nager ernährt sich hauptsächlich von Getreide, Hülsenfrüchten, Klee oder Mais. Im Herbst sammeln Feldhamster bis zu fünf Kilo Nahrung, um für den Winterschlaf genug Vorrat zu haben.

Lebensraum wird knapp

Im 19. Jahrhundert waren Feldhamster in Deutschland sehr häufig. Sie wurden als Ernteschädlinge angesehen, weswegen Prämien für erlegte Hamster gezahlt wurden. Auch das bunte Fell der Tiere war sehr begehrt. Bis in die 1970er Jahre war der Feldhamster ein häufiger Anblick auf deutschen Äckern.

Doch mit der modernen Ackerwirtschaft ging die Zahl der Hamster zurück. Moderne Maschinen ernten die Felder bis auf das letzte Körnchen ab. So finden sie nicht mehr genug Futtervorräte für den Winter. Ein Feldhamster wacht während seines Winterschlafs alle fünf Tage auf, um von seinem Vorrat zu fressen. Wenn nicht genug da ist, verhungert er in seinem Bau.

Außerdem haben die Nagetiere durch das Abernten weniger Deckung unter Pflanzen vor ihren Fressfeinden. So kam es, dass der Feldhamster mittlerweile auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere in Deutschland ganz weit oben steht.

Die Wildtier Stiftung hilft

Seit 2005 unterhält die Deutsche Wildtier Stiftung ein Schutzprojekt für den Feldhamster. So zahlt sie Landwirten Prämien, die einen hamster-freundlichen Lebensraum auf ihren Feldern schaffen. Das bedeutet Pflanzen, wie Luzerne oder Klee anzupflanzen, um die Hamster mit frischer Nahrung zu versorgen. Daneben sollte ein Streifen des Feldes stehen gelassen werden, damit die Hamster auch im Herbst noch genug Nahrung für den Winterschlaf finden.

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