Bedroht und gejagt: Das Spitzmaulnashorn

Seiner spitzen Oberlippe, mit der es auch gut zugreifen kann, verdankt das Spitzmaulnashorn seinen Namen.Quelle: © Jo Crebbin, shutterstock

 

Spitzmaulnashörner stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Durch Wilderei ist die Zahl der Nashörner von 100.000 in den frühen 1960er Jahren bis auf rund 2.000 Tiere gesunken! Sie sind also vom Aussterben bedroht.  
Nashörner sind große, schwer gebaute Tiere. Das graue, kaum behaarte Spitzmaulnashorn zum Beispiel wird 2,8 bis 3,1 Meter lang und wiegt zwischen 0,9 und 1,5 Tonnen (= 1500 Kilogramm). Seine ledrige, oft auch faltige Haut ist bis zu zwei Zentimeter dick. Wie die Pferde und Tapire zählen Nashörner zu den Unpaarhufern. Das heißt, sie haben an jedem Fuß eine ungerade Anzahl Zehen, - Nashörner drei -, und jeweils einen Huf.

Einzelgänger

Vor allem im östlichen und südlichen Afrika streifen die Spitzmaulnashörner als Einzelgänger durch die Savannen. Nur zur Paarungszeit tun sich Männchen und Weibchen zusammen. Dann gehen die Tiere wieder allein ihrer Wege. Das Weibchen bekommt dann nach etwa 15 Monaten Tragzeit ein Kalb, das durchschnittlich 40 Kilo schwer ist bei der Geburt. Zunächst wird es von der Mutter gesäugt, doch schon nach wenigen Wochen nimmt es feste Nahrung zu sich.

Speiseplan

Hauptsächlich Sträucher und niedrige Bäume zählen zur Nahrung des Spitzmaulnashorns, das in mit Gras und Bäumen bewachsenen Savannen zu Hause ist. Um satt zu werden, braucht es täglich sehr viel Futter, wie Gras, Triebe, Äste oder Blätter. Um die Äste und Triebe gut packen zu können, hat es eine spitze Oberlippe, mit der es zugreifen kann. Daher auch der Name Spitzmaulnashorn. Nashörner sind gerne nachts aktiv, während sie tagsüber viel schlafen und gern Schlammbäder nehmen.

Kolosse mit Höchstgeschwindigkeit

Das Revier eines Spitzmaulnashorns wird mit Urinspritzern und Kothaufen markiert. Dringt ein Fremder oder Feind in sein Revier ein, so kann es sein, dass das Nashorn den Eindringling zunächst duldet, dann aber unvermittelt und sehr schnell angreift oder mit seinen beiden Hörnern zustößt. Dabei kann es eine enorme Geschwindigkeit entwickeln. Es kann bis auf 45 Stundenkilometer beschleunigen das ist fast das Tempo, mit dem ein Wagen auf einer normalen Straße durch einen Ort fahren darf!

Und obwohl es so massig und schwerfällig aussieht, kann das Spitzmaulnashorn im Rennen noch sehr schnelle Richtungswechsel vollführen. Deshalb sollte man das Nashorn auch auf keinen Fall unterschätzen, sollte man einem in freier Wildbahn zum Beispiel auf einer Fotosafari begegnen.

Schlechte Augen aber gutes Gehör!

Spitzmaulnashörner können, wie auch die anderen vier Nashornarten, schlecht sehen, aber ausgezeichnet riechen und hören. Vor allem der Geruchssinn ist hervorragend ausgeprägt. Auf dem Kopf trägt das Spitzhornnashorn zwei Hörner, andere Nashornarten, wie das Panzernashorn haben nur ein Horn. Das vordere Horn kann bei einem Spitzmaulnashorn bis zu einem Meter lang werden!

Das Horn macht es zum Gejagten!

Doch auch diese Vorsichtsmaßnahme brachte nicht den gewünschten Erfolg. Es scheint ein tragisches Schicksal zu sein: Gerade weil die Tiere geschützt sind, sind sie so wertvoll und werden weiter gejagt. Die einzige positive Entwicklung nimmt der Tierbestand in Südafrika. Dort wurden die Tiere in den Nationalparks wieder eingeführt und die Schutzmaßnahmen scheinen zu greifen.

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