Nach Vulkanausbruch: Surtsey taucht aus dem Meer auf

 

 

 

 

 

Die kleine Insel Surtsey vor Islands Südküste ist 1963 durch einen unterirdischen Vulkanausbruch entstanden.

 

 

 

 

1963 tauchte 30 Kilometer vor Islands Südküste eine Insel aus dem Meer auf, die heute den Namen Surtsey trägt. Surtsey entstand durch den Ausbruch eines unterirdischen Vulkans. Warum die Insel nur von Wissenschaftlern betreten werden darf und warum sie wohl in den nächsten 100 Jahren wieder im Meer verschwindet, erklären wir dir hier.
Die Westmänner Inseln

Am 14. November 1963 entstand durch den Ausbruch eines unterseeischen Vulkans die Insel Surtsey, die zu den Westmänner Inseln vor der isländischen Südküste gehört. Insgesamt setzen sich die Westmänner Inseln aus 15 kleinen Inselchen zusammen, die alle vulkanischen Ursprungs sind. Die älteste der Inseln ist vor etwa 10.000 Jahren entstanden. Die unterirdischen Ausbrüche im Bereich des Mittelatlantischen Rückens bringen immer wieder neue Inseln hervor. Zuletzt, vor 40 Jahren, die Insel Surtsey.

 

Wie Surtsey entstand

 

Fischer des Fischerbootes Isleifur II entdeckten die ersten Zeichen für einen Vulkanausbruch. Am frühen Morgen des 14. Novembers 1963 sahen sie die Masse aus der Meeresoberfläche quellen. Sie fischten ungefähr sieben Kilometer westlich von Geirfuglasker, damals noch die südlichste der Westmänner-Inseln.

Vor der Südküste Islands brach 120 Meter unter der Wasseroberfläche ein Vulkan auf dem Meeresboden aus. Wolken aus Wasserdampf und Lavafontänen schossen empor. Innerhalb weniger Stunden war die Rauchsäule über 4000 Meter hoch. Auf dem Meeresboden türmten sich die Lavamassen und bildeten eine Insel, die einen Tag später schon zehn Meter hoch war. Nach einem Monat ragten schon 150 Meter aus dem Wasser. Der Vulkanausbruch dauerte von 1963 bis 1967, dann erlosch der Vulkan. Die durch ihn entstandene Fläche ist etwa 2,8 Quadratkilometer groß.

 

Woher der Name Surtsey kommt:

 

Benannt wurde das kleine Eiland nach dem feurigen Riesen Surtur, der aus den nordischen Sagen stammt. Von Surtur wird behauptet, dass er die Welt an ihrem Ende in Flammen setzt.

 

Naturschutzgebiet Surtsey

 

Surtsey ist heute ein Naturschutzgebiet, das nur von Wissenschaftlern besucht werden darf. Die Pflanzen und Tiere, die sich auf der Insel ganz natürlich angesiedelt haben, sind für die Forscher von großem Interesse. Schon kurz nach dem "Auftauchen" der Insel hatten sich die ersten Pflanzengattungen dort angesiedelt. Als erste Tiere waren Mücken und Fliegen auf Surtsey zu finden.
Robben und verschiedene Vögel folgten. Fünf verschiedene Vogelarten legen auf der Insel ihre Eier ab. So können die Wissenschaftler feststellen, wie der neue Lebensraum angenommen wird, ob und wie sich die Lebewesen den neuen Gegebenheiten anpassen und ob sich vielleicht sogar neue Tier- und Pflanzenarten entwickeln.

 

Surtsey schrumpft

 

Außerdem beobachten die Forscher, wie das Material der Insel durch das Meer wieder abgetragen wird. Diese intensive Erosion führt - so die Forscher - wahrscheinlich dazu, dass Surtsey in rund 100 Jahren auch wieder im Meer verschwinden wird. Kurz nach ihrem Auftauchen war Surtsey 2,7 Quadratkilometer groß. Im Jahr 2002 maß die Insel nur noch 1,5 Quadratkilometer.