Katastrophe am Vesuv - der Untergang Herculaneums

 

 

 

 

 

Die Überreste der antiken Stadt Herculaenum kann man noch heute nahe Neapel besichtigen. Wie auch Pompeji wurde die Siedlung 79 nach Christus durch den Ausbruch des Vulkans Vesuv komplett zerstört.

 

 

 

 

"Der Vesuv erwachte wie ein zorniger Riese nach einem tausendjährigen Schlaf brüllend zum Leben". Das sind die Worte Plinius des Jüngeren, der den Ausbruch des Vesuvs als Augenzeuge miterlebte. Neben dem bekannteren Pompeji ging am 25. August 79 nach Christus durch den Vulkanausbruch auch Herculaneum unter.

 

Keine Chance für die Bewohner

 

Ein dumpfes Grummeln aus den Tiefen des Berges hatte die 4000 Bewohner der Stadt gewarnt. Eilig packten die Bewohner Herculaneums einige wenige Habseligkeiten zusammen und flüchteten an den Strand. Sie hofften, mit Booten entkommen zu können oder in den Bootshäusern Schutz zu finden. Aber sie hatten keine Chance.

 

Heiße Wolke aus Asche und Bimsstein

 

Gegen ein Uhr am 25. August 79 n.Chr. brach der Vesuv aus. Nach jahrhundertelanger, trügerischer Ruhe explodierte der Vulkan und spie Lava und glühende Aschewolken aus. Der Berggipfel wurde weggesprengt und eine Rauchsäule stieg 25 Kilometer hoch in den Himmel auf. Eine 400 Grad heiße Wolke aus Asche und Bimsstein brachte die meisten Bewohner Herculaneums innerhalb weniger Sekunden um.

 

Fundgrube für Archäologen

 

So schrecklich deren Tod im Rückblick ist - für die Wissenschaftler der heutigen Zeit sind die Ausgrabungsstätten Herculaneums eine wahre Fundgrube. Archäologen fanden unter einer bis zu 15 Meter dicken Ascheschicht die Überreste von Bewohnern Herculaneums, die einen Querschnitt durch die Bevölkerung abbilden. So konnten sie das Leben zu Zeiten der Römer rekonstruieren.

Weil viele Jahre lang kaum Leichen gefunden wurden, gingen die Archäologen davon aus, dass sich die meisten Bewohner der Stadt hatten retten können. Erst 1982 fanden italienische Kanalarbeiter die Bootshäuser am Strand und in ihnen und um sie herum die Leichen von 300 Menschen.

Dank modernster Technik sind die Knochen, Skelette und mumifizierten Leichen eine Fundgrube für Forscher. Sie konnte daran zum Beispiel feststellen, dass schon Kinder harte Arbeit leisten mussten. Ihre Skelette wiesen Anzeichen von Abnutzung durch starke Belastung auf. Keine der gefundenen Leichen war älter als 60 Jahre. Auch hatten viele Einwohner Lungenprobleme durch die rußenden Lampen und Herdfeuer in den Häusern.

 

Wertvolle Funde

 

Auch wertvolle Gegenstände wie Möbel, Mosaikfliesen oder handschriftliche Aufzeichnungen, aber auch Alltagsgegenstände wie Lebensmittel wurden gefunden. Ein besonderer Schatz sind 1800Schriftrollen aus Papyrus, die zwar verkohlt, aber durch die Lagerung im Boden nicht verfault sind. Mit Hilfe modernster Infrarottechnik ist es Wissenschaftlern gelungen, einige Schriftstücke teilweise zu entziffern.

Insgesamt sind die Ausgrabungen von Herculaneum besser erhalten als die der bekannteren Fundstätte Pompeji. Das liegt daran, dass der Ort zunächst von einer Schlammwelle, dann von einer mächtigen Ascheschicht luftdicht abgeschlossen wurde.