Wieso hat ein Baum Harz und was macht man damit?

Manche Bäume sondern eine zähe, klebrige Flüssigkeit an, wenn man ihre Rinde beschädigt. Diese Flüssigkeit nennt man Harz. Jörn, 13 Jahre, möchte wissen, wie sich das Baumharz entwickelt und was man damit machen kann.

Harz funktioniert so ähnlich wie ein Pflaster. hat der Baum eine Verletzung, wird diese "Wunde" mit Harz verschlossen.

 

Der Harzbalsam ist ein klebriger, zähflüssiger Saft den Baumzellen herstellen. Den Baumstamm durchziehen von unten nach oben Harzkanäle, die das Harz speichern, bis es gebraucht wird. Jede Baumart speichert von diesem Harzbalsam verschieden viel. Wird die Rinde eines Baumes zum Beispiel angeschlagen oder angeritzt, dann tritt dieses Harzbalsam nach außen.

Das ist so ähnlich, wie wenn ihr hinfallt, euch euer Knie aufschlagt, erst blutet und dann eine helle Flüssigkeit die Wunde verschließt. Nach einer gewissen Zeit wird der Harzbalsam fest und verschließt sozusagen die "Wunde" im Baumstamm. Aus dem Harzbalsam wird dann Harz hergestellt.

Das Harz jeder Baumart hat eine eigene Beschaffenheit. Es riecht besonders und hat eine spezielle Flüssigkeitsform.

Verwendung in der Antike

Weihrauch und Myrrhe, die in der Antike unglaublich kostbare Stoffe waren, sind zum Beispiel das Harz von Gewächsen in der Halbwüste. Sie wurden damals auch als Parfüm und Heilmittel verwendet. Außerdem wurden Schiffe und Fässer mit Baumharz abgedichtet.

Der Harzbalsam von Nadelgehölzern heißt Terpentin und daraus wird das Harz Kolophonium gewonnen. Terpentin und das Kolophonium werden in der chemischen Industrie als Rohstoffe verwendet. Auch Farbe und Lacke werden auf Basis von Naturharz hergestellt.

Sportler verwenden manchmal auch Harze. Zum Beispiel Handballer. Sie nehmen es, damit sie den Ball besser festhalten können, denn das Harz ist klebrig und hilft beim Fangen. Auch Kaugummi gibt es neuerdings aus Kiefernharz. Da „normale“ Kaugummis auf Erdölbasis hergestellt werden, ist dieser Kaugummi aus Harz tatsächlich eine Alternative aus einem nachwachsenden Rohstoff.

Geheimnisvoller Bernstein

Übrigens: Auch wenn er aussieht wie ein Edelstein und den Stein im Namen trägt der Bernstein ist eigentlich kein Stein. Vielmehr handelt es sich tatsächlich um versteinertes Harz urzeitlicher Nadelbäume. In der Vorzeit waren weite Teile Europas mit tropischen Wäldern bewachsen. Einige Nadelbaumarten sonderten ein schnell fließendes Harz ab, das bei Kontakt mit Luft sehr schnell hart wurde.

WAS IST WAS Band 142 Nachwachsende Rohstoffe. Mit Pflanzenpower in die Zukunft