Geniales Ortsgedächtnis: Wie Katzen nach Hause finden

 

Das Ortsgedächtnis und der Orientierungssinn von Katzen sind oftmals eine Meldung in Tageszeitungen wert. Dort kann man dann Geschichten lesen, in denen eine Samtpfote wahrscheinlich über Hunderte von Kilometern wieder nach Hause fand. So tauchte zum Beispiel eine 30 Kilometer von ihrem Wohnsitz ausgesetzte Katze kurze Zeit später wieder daheim auf. Wie sie das schaffte, ist nach wie vor ungeklärt und kann nur vermutet werden.

 

 

 

 

 

 

Katzen haben einen genialen Orientierungssinn, der ihnen hilft, über Kilometer weit wieder nach Hause zu finden. Quelle: © JetKat, Shutterstock

 

 

 

Antworten zum Thema kann Prof. Paul Leyhausen geben. Er erforscht Ortsgedächtnis und den Orientierungssinn von Prof. Leyhausen ist der Meinung, dass die Katze sich zunächst einmal an bekannten Geräuschen in der Umgebung orientierte. Eine Katze kann heimatliche Sinneseindrücke wie Töne und durch die Augen aufgenommene Reize, in ihrem Gehirn speichern. Das auf diese Weise geformte, so genannte "Hörbild", benutzt die Katze schließlich zur Orientierung.

 

„Zweites Paar Ohren“

 

Dadurch kann eine Katze zum Beispiel eine gewohnte Kirchturmglocke und den dazugehörigen Turm aus der Ferne "sehen". Folgt sie dem Klang, orientiert sie sich an weiteren, ihr bekannten "Hörbildern" wie Verkehrsgeräuschen, Bachgeplätscher oder Kinderlärm. Ihr Gehirn kennt all diese Eindrücke und kann sie genau dem jeweiligen Ort zuordnen. Diese Groborientierung mittels der Augen, die sozusagen ein "zweites Paar Ohren" darstellen, kann die Katze in die Nähe ihrer Heimat führen.

 

Zur Feinorientierung benutzt sie schließlich nur noch die Ohren. Dabei orientiert sie sich an der Lautstärke der Sinneseindrücke. Was bis heute sicher erforscht ist: Über den angeborenen Orientierungssinn und ihr hervorragendes Ortsgedächtnis kann eine Katze über mehrere Kilometer wieder nach Hause finden. Wie weit dabei allerdings die mögliche Entfernung beträgt, blieb bislang offen.