Warum sterben immer mehr Insekten?

 

Man hört davon, dass immer mehr Insekten sterben. Warum ist das so? Das fragt uns Jonas, 9 Jahre.

 

 

 

Zehn Prozent der Schmetterligsarten in Europa sind vom Aussterben bedroht.

 

 

 

 

 

Überall auf der Welt hat ein großes Insektensterben eingesetzt. So sind in Europa zehn Prozent der Schmetterlingsarten, 14 Prozent der Libellen und elf Prozent der holzbewohnenden Käfer vom Aussterben bedroht. Bei vielen unauffälligen Winzlingen wie Mücken und Fliegen weiß man gar nicht, wie es um sie bestellt ist. Da viele Menschen Insekten nicht besonders mögen, bliebt das Artensterben bei den Insekten lange unbemerkt.

 

Pflanzengifte töten nicht nur Schädlinge

 

Viele Naturschützer kämpfen für knuddelige Tiere wie Pandabären oder Elefanten. Aber kaum jemand setzt sich für den Pappelprachtkäfer oder die Schwarze Mörtelbiene ein. Beide stehen in Deutschland vor dem Aussterben – wie Hunderte andere Insektenarten auch. Längst gehen auch die Bestände einst häufiger Insektenarten erschreckend zurück.

 

Am meisten Verantwortung für den Insektenschwund bei uns in Europa trägt die Landwirtschaft: Felder werden immer noch stark mit Pestiziden besprühen. Bestimmte Insektengifte, die sogenannten Neonicotinoide, reichern sich in lebenden Pflanzen an. Die betroffenen Pflanzen bleiben für lange Zeit giftig und töten jedes Insekt, das an ihnen knabbert oder Nektar saugt. So werden nicht nur Schädlinge ausgeschaltet, sondern auch Bienen und Hummeln.

 

Alternative: Ökologischer Landbau

 

Dabei würde es Alternativen geben. Biobauern machen es vor, wie Blattläuse, Kartoffelkäfer und gefräßige Raupen ohne Gift unter Kontrolle gehalten werden. Marienkäfer, Florfliegenlarven oder Schlupfwespen werden erfolgreich gegen Schädlinge eingesetzt

 

Verschmutzte Gewässer, abgeholzte Tropenwälder

 

Ein weiterer Grund für das Insektensterben ist, dass der natürliche Lebensraum der Tiere immer mehr in Äcker verwandelt oder zugebaut wird. Katastrophal wirkt sich vor allem die Abholzung tropischer Regenwälder, in denen die größte Insektenvielfalt lebt. Doch auch unsere Wälder werden immer mehr zu Monokulturen, wo es kaum noch Lebensraum für Insekten in Form von alten oder toten Bäumen gibt. Auch Gewässer, in denen Insektenlarven aufwachsen, werden zunehmend mit Chemikalien und Dünger verseucht.

 

Langsames Umdenken in der Politik

 

Eine Wende kann nur eingeleitet werden, wenn die Politik umdenkt und gefährliche Gifte und Dünger verbietet und mehr Land für Wildtiere und –blumen lässt. Aber auch du kannst zum Schutz der Insekten beitragen, indem wir mehr Biolebensmittel kaufen. Wenn du einen Garten hast, kannst du blühende Stauden, Kräuter und Wildblumen oder Flieder anpflanzen. Außerdem sollte ein Garten nie zu aufgeräumt sein. Gestrüpp und Holzstapel sind wichtige Rückzugsorte.