Richtig Spielen mit Hunden

Nichts festigt die Bindung zu unserem vierbeinigen Freund so sehr, wie das Spiel. Hunde jeden Alters spielen nicht nur gerne, sie brauchen diese Beschäftigung auch: Damit festigen sie ihre Stellung im Rudel - gemeint sind hier die Familie und eventuell vorhandene andere Hunde - und testen ihre eigenen Fähigkeiten aus. Aber wie spielt man richtig mit Hunden? Das fragt uns Cecilia, 9 Jahre.

Wie man mit einem Hund richtig spielt hängt unter anderem von seinem Alter, der Rasse und der Persönlichkeit ab. Quelle: ©Marek Velechovsky , Shutterstock.

 

Wozu spielen?

Ewiges Ball- und Stöckchenwerfen? Viele Spiele, die immer gleich ablaufen, langweilen Hund und Beseitzer gleichermaßen. Das muss aber nicht sein. Schon mit einfachsten Mitteln und kleinen Variationen können immer wieder neue Akzente ins Spiel eingebracht werden, die dem Hund Spaß machen. Allerdings ist es nicht nur bei älteren Hunden ratsam, regelmäßig den Tierarzt aufzusuchen, um eventuellen Schäden durch zu intensives Spielen vorzubeugen. Auch bei Rassen, die zu Problemen mit dem Bewegungsapparat neigen, ist dies empfehlenswert. Im Zweifelsfall sollte man sich dann für eine ruhigere Spielvariante entscheiden.

Auswahl des Spiels

Bei der Auswahl des geeigneten Spiels sollte man zuallererst die Rassemerkmale des einzelnen Tieres mit einbeziehen. Begleithunde, wie beispielsweise Dalmatiner oder Pudel, sind begeistert von Partnerspielen bis hin zur Agility (Geschicklichkeit), während Spür- und Jagdhunde wie Retriever oder Spaniel sich vor allem für Such- und Fährtenspiele begeistern lassen. Die für den Hund besonders geeignete Spielart lässt sich durch seine Rassenabstammung daher leicht ermitteln. Natürlich darf man auch den persönlichen Charakter des einzelnen Tieres und die körperlichen Voraussetzungen nicht außer Acht lassen.

Wann muss das Spiel beendet werden?

Besonders wichtig ist, dass nicht der Hund das Ende und den Verlauf des Spiels bestimmt, sondern du als Rudelführer. Auch sollte man niemals vergessen, dass das Tier im Spiel seine Grenzen im Rudel, vor allem gegenüber dem Rudelchef, auslotet. Aus diesem Grund sollte man das Spiel beim kleinsten Anzeichen von Aggression wie Schnappen oder Knurren sofort beenden. Genauso, wie man das abrupte Beenden der Spielaktivitäten als Signal benutzen kann, um den Hund sein Fehlverhalten klar zu machen, kann man das Spiel andererseits auch als Belohnung einsetzen. Das Tier begreift schnell, dass es mit seiner Lieblingsbeschäftigung belohnt wird, wenn es zum Beispiel auf ein bestimmtes Kommando die entsprechende Reaktion zeigt.

Spielen zu Hause

Zu Hause sollte man die Spielutensilien immer außerhalb der Sichtweite des Tieres aufbewahren, um nicht ständig Anlass zum Spielen zu geben. Außerdem sind feste Spielzeiten sinnvoll, um zu verhindern, dass der Hund dauernd winselnd mit dem Ball im Maul an der Türe sitzt und nach draußen drängt. Doch das regelmäßige Spiel muss nicht immer draußen stattfinden; Spielen kann man so gut wie überall. Auch im Haus kann man seinen Hund mit interessanten Spielen beschäftigen.

Man kann mit geringem Aufwand sogar einen kleinen Agility-Parcours aufbauen. Ein im Türrahmen aufgespanntes Tuch mit einem entsprechend großen Loch ersetzt zum Beispiel einen Reifen zum Durchspringen, einige aufgestapelte Bücher bilden den Slalomkurs, einen langen Flur kann man bestens als Ballspielbahn umfunktionieren. Außerdem eignen sich die heimischen vier Wände hervorragend für Versteckspiele. Viele Hunde haben Spaß daran, einen ihnen bekannten Gegenstand in der Wohnung zu erschnüffeln. Dabei ist das Spiel im Haus nicht nur als Schlechtwetterersatz zu sehen. Vor allem für junge Hunde, oder für Tiere mit schlechtem Gehorsam bietet es viele gute Möglichkeiten, dies zu erlernen. Der Spielraum ist begrenzt, die Konzentration kann sich voll auf das Spiel richten, die Gefahr von Verletzungen ist deutlich geringer.

Spiele im Freien

Trotz dieser Vorteile kann und soll man auf keinen Fall auf Spiele im Freien verzichten. Hierbei ist bereits der eigene Garten Hundespielparadies. Allerdings sollte er unbedingt durch einen Zaun oder eine Mauer begrenzt sein, damit der Vierbeiner sein Spielterritorium nicht selbsttätig auf Nachbars Blumenbeet ausdehnt.

Die meisten Wohnungsspiele eignen sich auch für draußen. Auch hier kann man mit ein wenig Geschick und Ideenreichtum einen kleinen Hundespielplatz einrichten. Es genügen schon einige stabile Kisten, ein über ein Rundholz gelegtes Brett als Wippe und ein paar zum Slalomkurs hergerichtete Stangen, fertig ist der Agility-Parcours. Und vielleicht hat man ja auch noch einen alten Reifen vom letzten Winter übrig.

Der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt, solange man darauf achtet, dass das Tier sich nicht verletzen kann. Den selbstgebauten Parcours sollte man noch mit einigen sinnvollen Hundespielzeugen wie Beißring oder Kauseil ergänzen. Diese Gegenstände sind natürlich nicht nur für das Spiel im Garten, sondern auch für das große Abenteuer beim Spielen außerhalb des eigenen Reviers wichtig. Die Sachen werden zum Symbol für das angenehme Spiel, womit der oben beschriebene Belohnungseffekt erst möglich wird.

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