Darf ich meinen Hund küssen?

Dalia, 8 Jahre, liebt Hunde und kuschelt gern mit ihnen. Sie fragt uns: Darf ich meinen Hund küssen? Hier kommt die Antwort:

Kuscheln mit Haustieren ist erwiesenermaßen gesund - doch beim Küssen können auch gefährliche Keime übertragen werden.Viele Tierbesitzer geben ihren Hunden gerne mal ein Küsschen. Bei gepflegten und gesunden Vierbeinern ist Kuscheln natürlich erlaubt. Aber in bestimmten Fällen kann enger Körperkontakt mit Hunden nicht nur unhygienisch, sondern auch gefährlich sein.

Der Mensch selbst ist Träger unzähliger Keime und Pilze und verbreitet in seiner Umwelt täglich Millionen von unsichtbaren, abgestorbenen Hautschüppchen, die den Hausstaubmilben als Nahrung dienen - und das Tier ebenso.


Eigentlich sollte einem die Lust auf Küssen schon bei dem Gedanken vergehen, dass der Hund etwa kurz vorher beim Gassigehen intensiv an dem Kothaufen eines Artgenossen geschnüffelt hat.

Professor Wilfried Kraft von der Veterinärmedizinischen Universität München warnt besonders davor, dass durch Küssen des Haustieres auch "Helicobacter pylori", ein bei Magengeschwüren häufig diagnostizierter Erreger, übertragen werden kann. Und natürlich kann ein Tierbesitzer, der mit diesem Bakterium infiziert ist, auch seinen Hund anstecken.

Darf der Hund ins Bett?

Auch den Hund im Bett schlafen zu lassen, kann unter Umständen gesundheitsschädlich sein - zum Beispiel, wenn der Vierbeiner beim täglichen Streifzug durch das Gebüsch Zecken oder Flöhe mitbringen. Flöhe können Bandwürmer, Zecken die Borreliose (Bakterien-Erkrankung) und Frühsommer-Meningitis (Hirnhautentzündung) übertragen. Deswegen solltest Du deinen Hund hiervor entsprechend schützen.

Auch wenn die Tiere krank sind, also beispielsweise an einer Magen-Darmerkrankung oder einer Atemwegsinfektion leiden, sollte man nochmals überdenken, ob Mensch und Tier eine gemeinsame Schlafstätte teilen sollten. Wer möchte schon den Durchfall des Vierbeiners im eigenen Bett haben?

Der Kontakt mit Tieren trainiert das Immunsystem

Grundsätzlich muss man aber sagen, dass der körperliche Kontakt zu Tieren alles andere als schädlich ist.

Nach einer Veröffentlichung des britischen Pet Health Council tragen Tiere sogar dazu bei, das Allergierisiko zu verringern: "Das Kuscheln und Schmusen mit den felligen Freunden trainiert das Immunsystem von Kindern und beugt einer Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaare im Erwachsenenalter vor."

Auch eine kürzlich veröffentlichte Studie an der Universität München kam zu dem Schluss, dass Kinder, die regelmäßig Kontakt mit Tieren haben, weit weniger allergische Atemwegserkrankungen bekommen als ihre sauber und hygienisch einwandfrei aufgewachsenen Altersgenossen.