Minischweine: Die etwas anderen Haustiere

 

Minischweine sind dem Menschen ähnlich stark zugewandt wie Hunde und spielen für ihr Leben gern.

 

Die seit einigen Jahren gezüchteten Miniaturschweine haben vor allem in den USA viele Freunde, aber auch in Europa erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder, denn diese Tiere sind nicht nur niedlich, sie sind auch sehr lernfähig und ihrem Menschen oder ihrer Familie sehr zugetan.

Was das Minischwein zu bieten hat

Die deutschen Züchtungen wiegen zwischen 12 und 35 Kilogramm und sind somit oft größer, als ihr Name vermuten lässt. Manche werden zwar nicht größer als eine Katze, aber die meisten können sich doch eher mit großen Hunden messen. Minischweine sind sehr anhänglich und spielen viel. Außerdem sollen sie intelligenter als Hunde sein. Minischweine können bis zu hundert Befehle erlernen, wie etwa "sitz", "komm", oder Pfötchengeben. Im Gegensatz zu Hunden lernen sie auch, wo sie ihr Geschäft verrichten können und müssen nicht täglich Gassi geführt werden.

Kauf und Haltung

Die Tiere sollten am besten beim Züchter gekauft werden. Wenn man sie in einer Tierhandlung ersteht, sollte man wenigstens den Namen des Züchters und der Eltern des Schweins erfahren. Es kommt nämlich vor, dass "falsche" Minischweine als kleine Ferkel verkauft werden und ein paar Monate später hundert Kilo auf die Waage bringen - alles andere als Mini, oder? Obwohl Minischweine nicht so häufig sind, kosten sie weniger als Rassehunde, nämlich etwa 200 bis 750 Euro.

Für die reine Haus- bzw. Wohnungshaltung sind Minischweine nicht geeignet. Minischweine brauchen einen Garten, um genügend Auslauf und Platz zum Spielen zu haben. Dort können sie in einer Hundehütte schlafen, wenn man ihnen Stroh oder eine alte Decke überlässt. Da sie sehr robust sind, können sie auch im Winter draußen bleiben - in Kanada werden sie sogar bei - 50 C° gehalten - aber man darf sie nicht aussperren. Schweine sind sehr soziale Tiere und wenn sie sich ausgegrenzt fühlen, können sie scheu werden.

Ernährung

Da Minischweine es keine Masttiere sind, brauchen sie nicht sehr viel Futter. Auf keinen Fall darf man Fleisch an sie verfüttern und auch Küchenabfälle sind bedenklich, denn beides kann Krankheitserreger enthalten. Im Garten grasen die Schweinchen gerne und ansonsten genügt ihnen eine Mischung aus Trockenfutter und Weizenkleie. Züchter verwenden oft Trockenfutter für Pferde, weil es aus den richtigen Zutaten gemacht wird. Als Leckerbissen kann man ihnen Gemüse oder trockenes Brot und Früchte anbieten, salzige oder zuckrige Speisen sind allerdings ungesund für sie.

Wie entstand die Züchtung ?

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts vermehrten sich viele Hängebauchschweine in Zoos. Daraufhin nutzte man einige Exemplare zur Zucht von Schweinen, die in Testlabors eingesetzt werden sollten. Manche dieser Schweine gelangten in privaten Besitz und als man ihre positiven Eigenschaften als Haustiere erkannte, wurden sie weiter gezüchtet und es entwickelten sich verschiedene Arten wie das "American Minipig" oder das "Münchner Miniaturschwein".

Besonderheiten der Zwerge

Die Minischweine haben ihren größeren Artgenossen etwas voraus - sie sind robuster. Selbstverständlich sind sie alle kleinwüchsig, denn sonst hätte man sie kaum als Miniaturschweine bezeichnet. Ihre Schwänze sind gerade und sie haben steife Ohren. Andere Merkmale, wie die Farbe, unterscheiden sich jedoch je nach Rasse. Alle Minischweine erreichen ein Alter von 12 bis 15 Jahren, ähnlich wie andere Haustiere.

Wie bei vor jeder Anschaffung eines Haustieres sollte man sich genau über seine Bedürfnisse informieren.
Hier findest du weitere Tipp zu Anschaffung und Haltung.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS BAnd 72 Haustiere. Unsere liebsten Freunde