Farbratten: Kein Nager wird zahmer

Eine Ratte als Haustier? Für Kinder perfekt! Denn die intelligenten Farbratten werden so zahm wie kein anderes Nagetier. Nur zu zweit möchten sie mindestens gehalten werden, da sie sehr gesellig und sozial sind.

Von wegen ekelig! Farbratten sind gesellig, intelligent und sehr zutraulich.Quelle: ©A. von Dueren, Shutterstock

 

Alter:

ca. 2 bis 3 Jahre

Da kommen sie ursprünglich her:

Unsere Farbratten stammen tatsächlich von der Wanderratte ab. Diese gelangte vor etwa 200 Jahren aus Ostasien nach Europa.

Verhalten:

Sozial, gesellig. Sie sollten mindestens zu zweit gehalten werden. Farbratten sind intelligent und neugierig. Sie lieben abwechslungsreiche Beschäftigung und eine interessante Umgebung, in der es viel zu erkunden gibt. Wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt, werden sie schnell sehr zutraulich.

Käfig:

Eine kleine Rattengruppe braucht viel Platz zum Klettern und Erkunden. Ein Käfig sollte also eher eine Art Voliere sein und mit Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten ausgestattet sein. Das können zum Beispiel Röhren aus Naturmaterialien, Häuschen, Ebenen, Leitern, Hängematten, Äste und vieles andere mehr sein. Es darf dabei jedoch keine Absturzgefahr für die Tiere bestehen.

Nahrung:

Das Grundfutter für Ratten besteht aus Körnern und Sämereien. Dazu gibt es abwechslungsreiches Frischfutter wie zum Beispiel Wildkräuter, Fenchel- oder Gurkenstückchen, Karotten oder Beeren. Das Grundfutter darf nicht zu fetthaltig sein - Nüsse und Sonnenblumen - oder Kürbiskerne sind eher als seltene Leckerei geeignet und sollten nicht im täglichen Futter enthalten sein. Ratten freuen sich ab und zu auch über tierisches Eiweiß. Das kann zum Beispiel ein Stückchen gekochtes Ei oder ein wenig Magerquark sein, ein Heimchen oder eine getrocknete Garnele.

Besonderheiten:

Ratten nagen gern. Deswegen sollten sie immer Naturmaterialien im Gehege haben. Hölzer wie frische ungespritzte Obstbaumäste sind eine willkommene Abwechslung – die Tiere nagen sehr gerne daran. Plastikzubehör ist nicht so gut geeignet für Ratten. Die Tiere können sich beim Nagen daran verletzen und krank werden, vor allem, wenn sie Plastikteile verschlucken.

Wissenswert:

•    Viele Menschen ekeln sich vor Ratten, besonders vor ihrem dicken, nackten Schwanz. Dabei sind Ratten sehr interessante Heimtiere. So zahm wie sie wird kaum ein anderes Tier. Dafür muss man sich natürlich intensiv mit dem Tier beschäftigen. Dazu können zum Beispiel kleine Hindernisse errichtet werden, die es zu erklettern gilt. Auch eine Wühlkiste ist sehr interessant. Du kannst die Kiste zum Beispiel mit Papierschnipseln füllen und darin gesunde Leckerchen wie getrocknetes Gemüse verstecken. Am besten findest Du selbst heraus, was Deinen Tieren besonders gut gefällt.
•    Farbratten heißen deshalb so, weil es sie mit vielen verschiedenen Fellfarben gibt. Das können ganz einfach schwarze, weiße, graue, cremefarbene oder gescheckte Tiere sein. Teilweise gibt es sehr klangvolle Namen für die Fellfarben. "Husky" in Anlehnung an die ähnlichfarbige Hunderasse ist noch eine der einfacheren Bezeichnungen. Wildfarbene, also braune, Ratten werden als "Agouti" bezeichnet. Andere Farbbezeichnungen sind unter anderem "Cinnamon" (englisch für "Zimt") und "Chocolate" ("Schokolade").
•    Ratten kommunizieren untereinander nicht nur über Körpersprache und Gerüche, wenn auch der Geruchssinn sehr wichtig für sie ist. Sie geben Töne in einem Ultraschallbereich ab, die wir Menschen nicht hören können. So warnen sie ihre Rudelmitglieder vor Gefahren oder informieren sie über Futterquellen. Da Ratten ein so feines und damit empfindliches Gehör haben, solltest Du aufpassen, dass ihr Käfig nicht in der unmittelbaren Nähe von elektronischen Geräten wie zum Beispiel einem Fernseher steht und dass die Umgebung nicht sehr laut ist. 

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