Wie wird ein Film mit Haien gemacht?

 

Wie kann man einen Film mit Haien machen? Sind die überhaupt echt? Diese Frage kommt aus Österreich von Dominik, 11 Jahre.

 

 

 

Haie vor die Kamera zu bekommen ist selbst für Profis nur mit viel Geduld möglich. Quelle © Fiona Ayers, shutterstock

 

 

 


1974 drehte der damals noch kaum bekannte amerikanische Regisseur Stevan Spielberg den Film "Der weiße Hai". Dieser Film hat das Bild des Weißen Hais als fleischfressendes Meeresungeheuer, das plötzlich gefährlich auftaucht, mitgeprägt. Dabei wurde der Film entweder in den Studios in Los Angeles gedreht, in einem kleinen, künstlich angelegten See, der das Meer darstellen sollte oder aber auf der hohen See. Allerdings wurde nie ein echter Hai eingesetzt. Stattdessen kam "Bruce" zum Einsatz, eine mechanische Attrappe. Während der Dreharbeiten gab es immer wieder Schwierigkeiten, weil die Mechanik des Hais im Salzwasser immer wieder kaputt ging.

Ein weiterer Hai-Spielfilm, der wesentlich später in die Kinos kam und mit digitalen und Computer-animierten Haien arbeitet ist "Deep Blue Sea" aus dem Jahr 1999. Der für die Dreharbeiten verwendete Maku-Hai bestand im Inneren aus einem Aluminium/Titanium-Trägergerüst, ausgestattet mit moderner Elektronik sowie einem 1000 PS-Motor. Dieser 3600 Kilogramm schwere und knapp 8 Meter lange Modellhai übernahm die meisten Szenen, in denen Schauspieler Szenen im Wasser hatten oder in längeren Szenen attackiert wurden.

 

Haie als Computermodell

 

Wann immer der Filmhai aber nun eine schnelle 180°-Wendung machen musste oder gar einen Schauspieler in Hundertstelsekunden zerstückeln sollte, wurden digitale Haie am Computer animiert.tions gefragt. Zehn Computeranimateure arbeiteten an einem eingescannten 3-D-Modell und verwendeten als Vorlage für natürliche Haibewegungen Dokumentarfilme von National Geographic.

Zwar werden in den Dokumentarfilmen mittlerweile auch Computeranimationen mit eingebaut, zum Beispiel um das Skelett eines Hais zu beschreiben, oder Grafiken der Haihaut zu zeigen. Doch das meiste Material wird auf offener See unter Wasser gedreht. Dabei werden zum Teil nur Kameras an Käfigen oder Gestellen angebracht, die die Tiere aufnehmen und die von einem Boot aus gesteuert werden können, wie ein Roboter.

Taucher lassen sich aber auch in sicheren Käfigen in die Haigebiete hinunter. Andere wagen es, nach entsprechender Beobachtung und genauer Kenntniss der Tiere, zwischen den Haien zu schwimmen. Es hängt ja auch sehr davon ab, welche Haie gefilmt werden, denn wesentlich mehr Arten sind für den Menschen ungefährlich als gefährlich.

 

Strenge Verhaltensregeln

 

Insgesamt müssen die Haie in der offenen See sehr gut beobachtet werden, sofern das möglich ist. Bei dokumentarischen Haifilmen ist meistens ein Biologe und Haiexperte mit von der Partie, der das soziale Verhalten der Tiere kennt und bewerten kann. Und natürlich muss auch bei den Dreharbeiten äußerste Vorsicht herrschen. Und natürlich gelten auch beim Filmen die Verhaltensregeln, die auch Schwimmer oder Surfer einhalten sollten. (Den Hai nie bedrohen, nicht mit einer Wunde auf einen entsprechenden Hai zukommen, Arme anlegen, wenn ein Hai auf einen zuschwimmt, Ruhe bewahren und so weiter.

Einer der ersten, der Dokumentarfilme über Haie gedreht hat, war Professor Hans Hass. Nach seinen Erfahrungen im Umgang mit den Knorpelfischen lehren auch heute viele Tauchschulen.