Berüchtigter Jäger: Der Weiße Hai

 

 

 

 

 

Käfigtauchen mit Weißen Haien ist vor allem in Südafrika eine Attraktion für Touristen. Quelle: © Grant M Henderson, shutterstock

 

 

 

 

 

 

Der Weiße Hai gehört zu den gefürchtetsten Tieren überhaupt. Beim Anblick seines Gebisses kann einem schon mal mulmig werden. Der Weiße Hai kann so fest zubeißen, dass ihm sogar manchmal die Zähne ausfallen. Aber ist er wirklich so ein gefährliches Monster?

 

Zweifelhaft Film-Karriere

 

Dem Film „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg verdankt Carcharodon carcharias ganz sicher seine Karriere. Darin hält ein weißer Hai einen amerikanischen Küstenort in Atem, greift scheinbar wahllos immer wieder Menschen an. Damit der Hai gefährlicher aussieht, hat Regisseur Spielberg den Plastikhai im Film gleich um ein gutes Stück größer anfertigen lassen. Normalerweise ist der Weiße Hai zwischen vier und 6,5 Meter lang.

 

Warum attackieren Weiße Haie Menschen?

 

Und auch sonst hat der Film wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Weiße Haie sind zwar Top-Räuber, die an der Spitze der Nahrungskette im Meer stehen, aber dem Menschen gegenüber sind sie scheu und werden ich nur im Einzelfällen gefährlich. Bis zu 100 Hai-Angriffe werden pro Jahr verzeichnet. Warum Haie tatsächlich angreifen, wissen Forscher bis heute nicht ganz sicher. Verteidigt er nur sein Revier? Oder kommt es tatsächlich zur folgenschweren Verwechselung mit Robben? Das mag man bei den Supersinnen des Hais kaum glauben. Oder kommen die Menschen dem Weißen Hai einfach zufällig bei seinen Beutezügen in die Quere?  

 

Mehr Menschen im Lebensraum der Haie

 

Derr Weiße Hai ernährt sich hauptsächlich von Robben und Seelöwen. Und das seit Jahrtausenden. Diese leben in der küstennahen Tiefsee. Bei seinen Streifzügen kann es nun vorkommen, dass der Hai den Menschen oder dessen Surfbrett mit seiner Nahrung verwechselt. Insbesondere wenn Menschen auf dem Brett liegen und mit Armen und Beinen paddeln, dann sieht es von unten für den Hai so aus, als würde dort eine große Robbe schwimmen - klar, dass er sich einen solchen Fang nicht entgehen lassen möchte.

Dazu kommt, dass immer mehr Boote und auch Surfer auf dem Wasser sind und der Lebensraum der Haie zum Teil auch eingeschränkt wird. So treffen Mensch und Tier öfter aufeinander, was früher nicht der Fall war.

Ein Beispiel: In den letzten Jahren haben sich die Kalifornischen Seelöwen stark vermehrt. Die vielen Seelöwen brachten es mit sich, dass in diesem Gebiet auch mehr Haie unterwegs sind. Und auch die Anzahl der Haiattacken auf Menschen ist in Kalifornien in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das liegt, wie schon gesagt, daran, dass die Haie die Surfbretter mit Robben verwechseln.

Die Haie tauchen auf dem Meer auf, greifen von hinten an und beißen ein großes Stück aus dem Surfbrett. Weil ein Hai keinen Schaumstoff mag, macht er sich davon. Möglicherweise "testet" er auch den Menschen - dann erwischt er vielleicht ein Bein oder den Arm. Im Normalfall gehört aber der Mensch nicht auf den Speiseplan des Weißen Hais.

 

Wie greifen Weiße Haie an?

 

Als Jungtiere fressen Weiße Haie Fische und auch kleine Haie. Erst wenn sie größer sind, jagen sie mit Vorliebe Robben, See-Elefanten, Delfine und kleine Wale. Meist nutzt der Weiße Hai den Moment, wenn Meeressäuger zum Atmen an die Oberfläche kommen und greift dann von unten an. Mit kräftigen Schwanzschlägen schießt er nach oben und beißt meist in den hinteren Teil der Beute. Der Hai verschwindet sofort wieder und lässt seine verletzte Beute erst einmal bluten, damit sie geschwächt ist. Der Weiße Hai vermeidet somit den Kampf.  So spart er wertvolle Energie.

 

Kleinere Beutetiere hält der Hai so lange zwischen den Zähnen fest, bis sie gestorben sind. Weil manche Mahlzeiten sehr groß sind, kommt es vor, dass der Weiße Hai nur einmal im Monat frisst. Er kann sich ein Reservepolster anlegen.