Der König der Bienen - Interview mit einem jungen Imker

 

Honig ist süß, lecker und obendrein gesund. Der goldgelbe Sirup galt schon in den Sagen der Antike als unsterblich machender Wundertrank. Aber wie wird Honig eigentlich gemacht? Wir haben bei Jan Philip Perrey, 20 Jahre, nachgefragt. Er ist Herr über 30.000 Bienen und erzählt wasistwas.de Spannendes aus seinem Alltag als junger Imker.

 

 

 

 

 

 

Imker kümmern sich sehr sorgfältig um ihre Bienen, denn sie wollen schließlich guten Honig herstellen. Quelle: © apple2499, Shutterstock

 

 

 

WASISTWAS.de: Wie bist du auf die außergewöhnliche Idee gekommen, Imker zu werden?

 

Jan-Philip: Während meiner Schulzeit habe ich einen Freund zu Hause besucht, der Bienenhäuser im Garten hatte. Ich war sofort fasziniert von diesen vielen tausend umherschwirrenden Tieren. Da habe ich den Entschluss gefasst, dass ich auch Imker werden will. Für mich steht aber die Pflege meiner Tiere an erster Stelle. Ich möchte sie keinesfalls ausbeuten. Deshalb sehe ich den Honig, den ich durch sie gewinne, nur als wertvolles Nebenprodukt. Hauptsächlich geht es mir darum, bei der Arbeit mit den Tieren zur Ruhe zu kommen.

 

WASISTWAS.de: Wie bist du dann weiter vorgegangen?

 

Jan-Philip: Zuerst einmal habe ich Fachliteratur gelesen und mich mit erfahrenen Imkern unterhalten. Als ich mich dann sicher genug gefühlt habe, habe ich mir Bienenhäuser, Arbeitskleidung und natürlich ein Bienenvolk gekauft. Das alles hat mich über 1.000 Euro gekostet. Eine Menge Geld für einen Schüler. Aber meine Eltern haben mich unterstützt.

 

WASISTWAS.de: Du hast mittlerweile 9 Bienenvölker. Wie musst du deine Tiere pflegen?

 

Jan-Philip: Das Bienenjahr beginnt im März. Ich schaue mir an, wie viele Bienen den Winter überlebt haben und wie hoch die Brutzahlen sind. Im Sommer muss ich kaum etwas tun, da genug Blumen für die Bienen zur Verfügung stehen. Im Herbst habe ich mit der sogenannten "Einfütterung" die meiste Arbeit. Denn eigentlich produzieren die Bienen den Honig, um den Winter zu überleben. Wenn ich ihnen aber den Honig wegnehme, muss ich sie mit Zuckerwasser füttern. Wichtig ist auch Schutz gegen Parasiten: Die Varroamilbe ist der Hauptgrund für das bekannte Phänomen des Bienensterbens.

 

WASISTWAS.de: Wie entsteht eigentlich Honig?

 

Jan-Philip: Vereinfacht gesagt: Pflanzen müssen bestäubt werden und locken Bienen mit ihrem Nektar an. Die Bienen saugen dann den Blütennektar auf. Das ist aber noch nicht der fertige Honig. In ihrem sogenannten "Honigmagen" verarbeiten die Bienen den Nektar mit Hilfe von Enzymen weiter. Den angereicherten Nektar spucken sie dann in der Wabe, die sich in ihrem Bienenhaus befindet, wieder aus. Dort reift er dann zum fertigen Honig heran und wird von den Imkern geerntet.

 

WASISTWAS.de: Wie bekommst du den Honig aus dem Bienenhäuschen heraus?

 

Jan-Philip: Ich mache das immer so, dass ich eine sogenannte "Bienenflucht" zwischen den Honig- und den Brutraum lege. So strömen alle Bienen über Nacht aus dem Honigraum heraus und können auch nicht mehr zurück. Dann kann ich die vollen Honigwaben entnehmen. Die Honigwaben werden dann geschleudert, damit der Honig abfließen kann. Dann muss ich ihn nur noch sieben und fertig!

 

WASISTWAS.de: Ist dein Honig mittlerweile genauso gut, wie der von Profi-Imkern?

 

Jan-Philip: Am Anfang habe ich noch viele Fehler gemacht. Mittlerweile steht mein Honig aber dem von Berufsimkern in nichts nach. Und er ist viel besser als der Mischhonig, den man im Supermarkt kaufen kann. Ich verwende nämlich keine chemischen Hilfsmittel oder Medikamente. Deshalb schmeckt mein Bio-Honig viel natürlicher.