Wie alt wurden die Menschen im Mittelalter?

Die Menschen im Mittelalter hatten viele verschiedene Berufe. Hier seht ihr einige, vom einfachen Bauern bis zum Ritter. Quelle: © notkoo, Shutterstock

Heute erreichen die Menschen durchschnittlich ein sehr hohes Alter. "Wie war das im 13. oder 14. Jahrhundert, in der Zeit der Ritter? Wie war das im Mittelalter?" Diese Frage stellte Sina, 9 Jahre.

Im Mittelalter starben die Menschen oft an Erkrankungen, die man heute mit passenden Medikamenten heilen kann. Ein Husten konnte zum Beispiel schon tödlich sein. Ärzte oder Heiler waren oft weit entfernt und man musste dann lange reisen und viel Geld bezahlen, um sich behandeln lassen zu können.  

Schlechte Hygiene

Die Menschen wussten damals noch nicht viel von Hygiene Abfall oder auch die Toilettenabwässer wurden in den Städten einfach in Graben geleitet. Dadurch verschmutzten Brunnen und damit auch das Trinkwasser. Krankheiten wie die Cholera konnten sich dadurch schnell und einfach ausbreiten.

Der "Schwarze Tod"

Besonders gefürchtet war die Pest, der so genannte "Schwarze Tod", der sich im Mittelalter in Europa breitmachte.  Durch die Pest starb mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung in einer einzigen Krakheitswelle zwischen 1347–1353.

Harte Lebensbedingungen

Neben der schlechten medizinischen Versorgung und den unhygienischen Bedingungen beeinträchtigte auch das normale Leben die Lebenserwartung. Es herrschte oft Krieg, Kinder mussten früh zu arbeiten beginnen und die Tätigkeiten waren körperlich sehr anstrengend. Viele Frauen bekamen in jungen Jahren schon mehrere Kinder, von denen aber viele schon in der Wiege starben. Oftmals überlebten die Frauen die Geburt ihrer Kinder auch nicht.

So hatten die Menschen damals im Durchschnitt eine Lebenserwartung von 35 bis 40 Jahren. Das bedeutet aber nicht, dass die Menschen genau diese Altersstufe erreichten. Ein großer Teil der Menschen, etwa 40 Prozent, starb bereits im Kindesalter. Kriege, Hungersnöte, Unfälle, mangelnde Hygiene und unheilbare Krankheiten wie Pest, Cholera, Tuberkulose oder Diphterie waren häufige Todesursachen im Kindesalter.

Hatten junge Menschen die ersten Jahre ihres Lebens überstanden, war es auch nicht unüblich deutlich alter zu werden, etwa 50-60 Jahre oder noch älter. Dabei spielten die Lebensumstände, der  geseelschaftliche Stand, die Ernährung und wie auch heute die genetische Vorbelastung eine Rolle. Frauen starben, anders als heute meist früher als Männer. Das hing damit zusammen, dass sie oft die Geburt ihrer Kinder nicht überlebten.

Heutzutage haben die Menschen eine Lebenserwartung von rund 78 Jahren, wir werden also fast doppelt so alt.