Wie funktioniert eine Verlagsauslieferung?

Lagern, Ausliefern, Verschicken - in einer Verlagsauslieferung muss alles genau organisiert sein.

 

Wir haben für euch einen Blick hinter die Kulissen unserer Verlagsauslieferung geworfen und können euch nun erklären, wie solch ein großer Logistikbetrieb funktioniert. Wie bei einem Uhrwerk muss da ein Rädchen in das andere passen, damit die Buchhändler genau die Lieferung zu dem Zeitpunkt bekommen, an dem sie ihn bestellt haben.

Was bedeutet "Logistik"?

Logistik beschreibt alle Vorgänge der Warenverteilung von der Bestellung bis zur Auslieferung des Gutes an den Kunden. Logistik bezeichnet eigentlich alle inner- und zwischenbetrieblichen Transport- und Verkehrs-, Lager- und Warte- sowie Umschlagsvorgänge.

Ein typischer Lehrsatz lautet: "Das richtige Objekt, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Qualität, in der richtigen Zusammensetzung, zu den richtigen Kosten." - Das wäre dann ein Verdienst der Logistik.

Warum ein großes Versandlager?

Damit unsere Bücher bei eurer Buchhandlung im Regal stehen, müssen sie nach Bestellung durch den Buchhändler dort auch hingebracht werden. Und nachdem es etwa 6.000 Buchhandlungen in Deutschland gibt und tagtäglich Kunden Bücher bestellen, könnt ihr euch sicher vorstellen was für eine Menge an Paketen mit den unterschiedlichsten Büchern jeden Tag gepackt und verschickt werden müssen. Deshalb übernimmt das Lagern, Packen und Verschicken ein darauf spezialisierter Betrieb - in unserem Falle die Verlagsauslieferung Sigloch.

Platz für Unmengen von Büchern

Sigloch sitzt in Blaufelden in Baden-Württemberg. Hier arbeiten 550 Mitarbeiter auf einer Lager- und Produktionsfläche von 90.000 Quadratmetern (Ein zweiter, kleinerer Standort ist in Tschechien zuhause). Neben unseren Büchern lagern hier unter anderem auch CDs, Videos, Kataloge, Schnittmuster, Brillenetuis, Werkzeuge und Ersatzteile, da neben Tessloff auch noch weitere Kunden von Sigloch betreut werden.

In den Hallen sieht man ein interessantes Zusammenspiel von Mensch und ausgeklügelten Maschinen. Gearbeitet wird hier hauptsächlich morgens und vormittags im Schichtmodell, da die Produkte ja möglichst noch am selben Tag beim Kunden sein sollen. Unsere Bücher werden eigentlich in Paletten in einem Hochregallager gelagert. Dieses Lager ist 15 Meter hoch und stapelt acht Paletten übereinander. Stellt euch ein sechsstöckiges Haus vor!

Für jede Bestellung bzw. jedes Paket von dort mit einem riesigen Gabelstapler die einzelnen Bücher herunter zu holen, wäre natürlich viel zu aufwändig - deshalb liegt eine kleinere Auswahl an Büchern immer in einer anderen Halle in der so genannten "Verpackungslinie".

Was ist eine Verpackungslinie?

Gehend hier einmal die Bücher aus, erfolgt ein "Auftrag" ins Hochregallager und binnen drei Stunden ist Nachschub da. "Linie" bedeutet, dass ein Arbeitsvorgang in mehreren über ein Fließband verbundenen Stationen nacheinander abgearbeitet wird.

In der Verpackungslinie von Tessloff kommen die Aufträge der Kunden direkt aus einem Drucker und werden in einen in der Größe der Anzahl der Bücher entsprechenden Karton gelegt. Die Mitarbeiterinnen suchen dann in den Regalen die bestellten Bücher pro Auftrag zusammen und legen sie in den Karton.

Gewichtskontrolle

Fehlen einzelne Bücher, weil sie etwa gerade nicht lieferbar sind, wird ein Vermerk auf dem Auftrag gemacht. Dann werden die Pakete auf einem Rollband zu Gewichtskontrolle befördert. Hier ermittelt der Computer, ob das Gewicht der Bücher genau mit dem ausgerechneten Gewicht, das auf dem Bestellschein steht, übereinstimmt. Gibt es Abweichungen, muss eine Mitarbeiterin überprüfen, welche Bücher fehlen oder falsch sind. Anschließend werden die Bücher mit Verpackungsmaterial abgedeckt, mit Adressaufklebern versehen und von einer Maschine mit Plastikschnüren sicher umspannt.

Remittenten

Leider kommen jedoch nicht alle Bücher richtig oder unbeschadet bei den Kunden an. Deshalb werden die zurück kommenden so genannten „Remittenden“ geprüft und beschädigte Bücher, die nicht mehr verkauft werden können, aussortiert.

Service-Hotline

Hat eine Kunde eine Frage zu seiner Bestellung oder Lieferung, kann er über eine Hotline beim Sigloch Kundenservice anrufen. Auf dem Monitor zeigt eine spezielle Software genau an, welche Mitarbeiterinnen am Telefon sitzen und gerade sprechen oder frei sind. Die Teamleiterin kann so schnell entscheiden, ob eventuell weitere Leitungen eröffnet werden müssen, damit nicht zu lange Wartezeiten entstehen. Kundenorientierung steht hier nämlich an oberster Stelle.

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