Wertvolle Bücher in der Anna-Amalia-Bibliothek

Die Weimarer Anna-Amalia Bibliothek gehört zu den bedeutendsten Bibliotheken in Deutschland. Sie wurde einst von Johann Wolfgang vonGoethe geleitet.

Herzogin Anna Amalia baute eine der bekanntesten deutschen Bibliotheken auf. Sie lebte in Weimar, das sie Ende des 18. Jahrhunderts zu einem kulturellen Mittelpunkt Deutschlands machte. Wieso ist ihre Bibliothek bis heute bedeutend und was hat Goethe damit zu tun? Hier kommt unsere Antwort:
Anna Amalia wurde am 24. Oktober 1739 als Tochter von Karl I., Herzog von Braunschweig in Wolfenbüttel geboren. Mit 16 Jahren heiratete sie Ernst August II. Konstantin von Sachsen-Weimar-Eisenach. Sie bekam zwei Söhne. Als ihr Mann 1758 starb, übernahm sie mit 18 Jahren die Regentschaft für ihren noch unmündigen Sohn, Erbprinz Karl-August.

Regieren und Musizieren

Neben den vielen und anstrengenden Regierungsgeschäften widmete sich Anna Amalia den Künsten, vor allem der Musik. Sie lernte Komposition und Klavier spielen. Als ihr Sohn volljährig wurde, übergab sie ihm die Regierung und setzte sich mit allen Mitteln dafür ein Weimar zu einem kulturellen Mittelpunkt zu entwickeln. Sie gründete das Deutsche Schauspiel und zahlreiche Museen.

Weimarer Klassik

Dank Anna Amalia und ihrem Sohn trafen sich die wichtigsten Künstler, Dichter und Denker in Weimar. Das geistige und literarische Leben in der Stadt zum ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert war vor allem auch durch Schiller und Goethe geprägt. Die in dieser Zeit entstandene Kunst, Literatur und auch die philosophischen und politischen Gedanken des damaligen Weimarer Lebens bezeichnet man als "Weimarer Klassik".

Goethe als Leiter der Bibliothek

1691 hatte Herzog Wilhelm Ernst eine Bibliothek am Hof begründet. 1766 veranlasste Anna Amalia den Umzug der Büchersammlung in das Grüne Schloss. Auch ihr Sohn förderte als Herzog die Bibliothek weiter. 1797 beauftragte er Johann Wolfgang von Goethe mit der Aufsicht der Bibliothek, die er bis zu seinem Tod 1832 leitete.
Goethe machte die Anna-Amalia-Bibliothek zu einer der wichtigsten Bibliotheken in ganz Deutschland. Mit der Auswahl die Goethe traf, beeinflusste er auch den Kunst- und Kulturgeschmack der damaligen Zeit.

Wichtiger Forschungsort

Heute ist die Bibliothek für alle wichtig, die über Literatur und Kultur der Vergangenheit. In diesen Büchern steckt ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes. Eine Million Bände standen einst in den Regalen der Bibliothek, darunter mit 13.000 Bänden die größte „Faust“-Sammlung der Welt sowie eine bedeutende Shakespeare-Sammlung mit etwa 10.000 Bänden. Der Hauptbestandteil widmet sich der deutschen Literatur der Klassik zwischen 1750 und 1850. Außerdem wurden in der Bibliothek auch einmalige und wertvolle Partituren, Notenblätter und Manuskripte archiviert.

Die Bibliothek wächst weiter

Im 19. Jahrhundert wurde die Bibliothek erweitert, aber sie wurde nie richtig instand gesetzt. Die Bauschäden summierten sich und es wurde immer enger, so dass Bücher und Maunskripte zum Teil aufgestapelt unter dem Dach gelagert wurden.

Im Mai 2002 wurde mit dem notwendigen und 23 Millionen Euro teuren Ausbau begonnen. Zwei unterirdische Magazine sollten ab Februar 2005 rund 1,4 Millionen Büchern Platz bieten. Anfang August konnten die ersten Bücher schon umziehen.

Ein verheerender Brand

Ein herber Rückschlag war ein verheerendes Feuer in dem historischen Gebäude am Abend des 2. September 2004. Es beschädigte das Gebäude und den wertvollen Buch- und Kunstbestand stark. Erst drei Jahre später und nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten wurdee das Historische Bibliotheksgebäude am 24. Oktober 2007, am Geburtstag seiner Namenspatronin, wiedereröffnet.

Zum Glück blieb ein Großteil der wertvollen Sammlung erhalten. Die mittelalterlichen Handschriften, Globen, Landkarten und vieles mehr können heute wieder besichtigt werden.