2012 ein Schaltjahr

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2012 ein Schaltjahr

2012 ist ein Schaltjahr und es gibt einen 29. Februar. Das ist notwendig, weil Kalender nur mit ganzen Tagen arbeiten, die tatsächlichen Umlaufzeiten der Erde um die Sonne aber nicht ganzzahlig sind. Um Umlaufdauer und Kalenderzählung in Einklang zu bringen, brauchen wir Zusatztage.

Menschen nutzen schon seit Jahrtausenden Kalender. Früher war es wichtig zu wissen, wann der Winter beginnt und wie lange er dauert, um rechtzeitig für genug Vorräte zu sorgen. Der Wohlstand Ägyptens beruhte auf der regelmäßigen Nilüberschwemmung. Deren Zeitpunkt zu kennen war wichtig, um rechtzeitig Vorbereitungen zu treffen. Auch das Halten von Vieh gelingt mit genauen Daten leichter: Lämmer werden im Frühjahr geboren und Schafe müssen zur rechten Zeit geschoren werden.

Der Himmel und die Götter


Stonehenge in England ist eine große Anlage, mit der vor tausenden von Jahren astronomische Berechnungen angestellt wurden.

Früher hatten Kalender auch eine magisch-religiöse Bedeutung: Sonne, Mond und Planeten waren nicht einfach Himmelskörper sondern sie wurden selbst als göttlich angesehen. Oder sie übermittelten Botschaften der Götter. Kalender waren ein Mittel um die himmlischen Botschaften zu entziffern und richtig zu deuten. Kein Wunder, dass die Aufstellung von Kalendern durch die Jahrhunderte immer eine Aufgabe der Mönche und Priester war.

Keine vollen Tage

Dabei stieß man auch schnell auf eine besondere Problematik: Am einfachsten wäre es, wenn ein Jahr 360 Tage hätte und die Zeit zwischen zwei Vollmonden 30 Tage betrüge. Dann könnte man ein Jahr in 12 Monate zu 30 Tagen unterteilen.

Aber zwischen zwei Frühlingsanfängen liegen 365,2422 Tage, und zwischen zwei Vollmonden liegen 29,5306 Tage. Das sind krumme Zahlen und das macht es so schwierig, Kalender aufzustellen, die für einen längeren Zeitraum gültig sind. Denn in der Praxis kann man nur mit ganzen Tagen rechnen. Ein Jahr muss also 365 oder 366 Tage haben.

Was tun?


Das Sonnenjahr ist länger als das Kalenderjahr. Nach drei sogenannten Gemeinjahren (mit 365 Tagen) fügt man im Schaltjahr einen Tag hinzu (366 Tage). So holt man das Sonnenjahr wieder ein.



Wenn man ein Jahr auf 365 Tage festlegen würde und den Lauf der Sonne ignorieren würde, dann wäre das wahre Sonnenjahr länger als das kalendarische. Dadurch würde das astronomische Neujahr immer weiter nach vorne rutschen: Würde man 2020 um 0 Uhr Silvester feiern, dann müsste man im Jahr 2011 bis 5:48 am Morgen warten, so groß ist die Verschiebung in nur einem Jahr. Im Jahr 2029 könnte man das neue Jahr korrekterweise dann erst am 3. Januar beginnen.

Der Frühlingsanfang ist im März. Würde man den Unterschied zwischen ganzzahligem Kalenderjahr und dem tatsächlichen Sonnenjahr über Jahrzehnte vernachlässigen, begänne der Frühling im April. Nach knapp 1.500 Jahren wäre der Kalender einmal durch die Jahreszeiten gewandert, wir hätten also mitten im Sommer den 24. Dezember gefeiert. Grund genug, den Kalender und das Sonnenjahr immer wieder anzugleichen.

Schalttage retten den Kalender

Das macht man durch so genannte Schalttage in Schaltjahren. 2012 ist ein solches Jahr, in dem der Monat Februar statt nur 28 einen 29. Tag hat. Schalttage werden fast alle vier Jahre eingeführt. Das macht man, weil das sogenannte tropische Jahr (von Frühlingsbeginn zu Frühlingsbeginn) 365 und einen Viertel Tag dauert. Nach vier Jahren hat sich ein Tag angesammelt, der durch den 29. Februar wieder ausgeglichen wird.

Weil ein tropisches Jahr aber nicht exakt einen Viertel Tag ausmacht, sondern etwas weniger, sind die Regeln für Schaltjahre nicht ganz einfach:

*Ist die Jahreszahl durch vier teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr: 1720, 1972, 1980 waren solche Schaltjahre. 2012 fällt ebenfalls unter diese Regel, wie auch die kommenden Jahre 2016, 2020 etc.

*Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar aber nicht durch 400, dann ist das Jahr kein Schaltjahr, sondern ein gewöhnliches Gemeinjahr mit 365 Tagen: 1700, 1800 oder 1900 waren keine Schaltjahre und auch 2100 wird kein Schaltjahr sein.

*Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, dann ist es ein Schaltjahr: 1600 und 2000 fallen unter diese Regel.

Doppelt gemoppelt

Übrigens wird dem Februar nicht einfach ein 29. Tag angehängt, sondern der 24. Februar wird verdoppelt. Nach römischer Zählweise, die bei der Einführung des heute gültigen gregorianischen Kalenders üblich war, fallen der 24. und der 25. Februar auf dasselbe Datum. Dies hat Auswirkungen auf die Zählung der Kirchentage von denen katholische Feiertage abhängen. Auch Namenstage sind davon betroffen.

Hier findest du eine Erläuterung zur Verdoppelung des 24. Februars.

Hier erfährst du, ob und warum das gregorianische Kalendersystem das Beste ist (Achtung, grundlegende Mathekenntnisse nötig!).

Text: -jj- 28.12.2007/ergänzt 22.12.2012//Bilder: Grafik: WIW-Band 22: Die Zeit; Stonehenge: Andrew Dunn, cc-by-sa 2.0

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