Zu Besuch beim Mann im Mond

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Zu Besuch beim Mann im Mond

Vor 40 Jahren, am 3. Februar 1966, landete die sowjetische Sonde Luna 9 auf dem Mond. Es war die erste weiche Landung eines menschengemachten Objekts auf dem Mond überhaupt. Der erfolgreichen Landung der Sonde Luna 9 gingen elf Fehlschläge in Serie voraus.

Luna 9 (Luna= lat./rus. Mond) war das erste menschengemachte Objekt, mit dem eine weiche Landung auf dem Mond gelang. Weich heißt, dass dabei die an Bord befindlichen Geräte nicht kaputt gingen. Luna 9 hatte ein Messgerät für Radioaktivität an Bord. Außerdem eine Kamera, mit der Panoramaaufnahmen der Landestelle gemacht werden konnten.

76 Stunden Missionsdauer

Luna 9 lieferte bis zum 6. Februar 1966 Daten, dann ging den Batterien die Energie aus. Insgesamt lieferte die Sonde während ihres 76-stündigen Betriebs neun Bilder, davon drei vollständige Panoramen des Landeplatzes. Durch ein Spiegelsystem konnten sogar Stereoaufnahmen der Bilder gemacht werden. Den Forschern auf der Erde wurde also ein räumlicher Eindruck der Mondoberfläche vermittelt.

Taschenrechner im Weltall

Neun Bilder scheinen wenig zu sein, aber man darf den damaligen Stand der Technik nicht vernachlässigen. Es ist nicht untertrieben, wenn man sagt, dass die Rechenleistung der damaligen Raumgefährte etwa einem modernen Taschenrechner entsprach, wenn überhaupt. Deshalb dauerte es viel länger als heute, Daten zu gewinnen und durchs All zur Erde zu schicken. Außer den Bildern wurden Daten über die Radioaktivität der Mondoberfläche gesammelt.

Fester Boden unter den Füßen

Eine wichtige Erkenntnis, die die Forscher gewannen, war auch, dass die Sonde überhaupt Bilder machen konnte. Das bedeutete, abgesehen davon, dass die Kamera intakt war, dass die Mondoberfläche fest war. Denn zuvor war unklar gewesen, ob die Sonde nicht in einer meterdicken Staubschicht einsinken würde.

Der mit der Nr. 9 markierte Ort ist der Landeplatz von Luna 9, knapp über dem Mondäquator am westlichen (linken) Rand.

Verstimmung durch Bilderklau

Die Bilder, die Luna 9 gemacht hatte, wurden zuerst in der englischen Zeitung "Daily Express" veröffentlicht, einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung in der damaligen Staatszeitung "Prawda". Das führte sogar zu diplomatischem Ärger zwischen England und der Sowjetunion.

Englische Astronomen verfolgten alle Mondmissionen der Sowjets mit einem großen Radioteleskop in Jodrell Banks. Zunächst waren die Astronomen überrascht, weil die Daten der Sonde analog übertragen wurden. Von amerikanischen Sonden waren sie digitale Signale gewohnt. Die anwesenden Journalisten holten ein Gerät, mit dem auch Nachrichtenagenturen damals ihre Bilder übertrugen. Damit konnten die Sondensignale entschlüsselt und an die englische Zeitung weitergereicht werden.

Unglückliche Vorläufer

Die Vorläufer der gelungenen Luna 9 Mission hatten alle mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Luna 5 stürzte nach Kontrollverlust auf den Mond ab. Luna 6 verfehlte den Mond wegen einer falschen Kurskorrektur. Bei Luna 7 versagte das Bremstriebwerk und Luna 8 schlug ebenfalls wegen Fehlern im Bremstriebwerk auf dem Mond auf.

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Die Webcam des Jodrell Banks-Observatoriums

Wenn dich Raumfahrt und die unendlichen Weiten des Weltraums interessieren, dann wirf doch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 21: Der Mond oder in unseren WAS IST WAS-Band 16: Planeten und Raumfahrt

Text: -jj- 1.2.2006 // Bilder: NASA/PD

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