Wasser auf dem Mars ?

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Wasser auf dem Mars ?

Seit November gibt die Sonde Mars Global Surveyor keine Signale mehr von sich. Doch kurz vor ihrem Verstummen schickte sie Bilder zur Erde, die darauf hindeuten, dass erst vor wenigen Jahren flüssiges Wasser auf dem Mars floss ...

Seit 12. September 1997 verschaffte sich der Mars Global Surveyor einen globalen Überblick über die Landschaften des Mars. Über 230 000 Bilder wurden von der speziellen Mars Orbiter Camera gemacht. Damit übertraf die Sonde die Erwartungen ihrer Erbauer und der Forscher bei weitem. Eigentlich sollte die Sonde nur zwei Jahre den Mars umrunden, geworden sind daraus fast zehn. Und just die letzten zur Erde übermittelten Bilder hatten es in sich ...

Die Forscher der NASA verglichen die aktuellen Aufnahmen mit früher gemachten Aufnahmen. Dabei stellten sie helle Ablagerungen in Kraterwänden fest, die auf Fotos von vor 6 Jahren noch nicht zu sehen sind. Auf der Erde würden diese Spuren klar als Rückstände fließenden Wassers betrachtet werden.


Detailaufnahmen möglicher Spuren flüssigen Wassers auf dem Mars. Am Ende verzweigt sich die Spur fingerartig, so wie man es auch auf der Erde  von strömendem Wasser kennt.

Vornehme Zurückhaltung der NASA

Auf dem Mars ist das nicht so einfach, und kein Forscher will sich durch eine verfrühte, falsche Ankündigung zweifelhaften Ruhm verdienen. Deshalb sind die Kommentare der NASA bis jetzt auch zurückhaltend. Es wird nur davon gesprochen, dass die Ablagerungen ähnlich aussehen, als wären sie von Flüssigkeiten verursacht.


Vom Computer erstellte 3D-Ansichten der möglichen marsianischen Wasserquelle.

Wasser nur am Pol

Im Jahr 2000 wurden erstmals so genannte Gullys entdeckt. Die Abflüsse deuten daraufhin, dass es vor Millionen Jahren mal flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Mars gegeben hat. Aber seitdem hat sich die Atmosphäre des Planeten gewandelt: Die Durchschnittstemperatur liegt bei 60° Celsius und der Luftdruck ist viel geringer als der auf der Erde. Bislang wurde Wasser an der Marsoberfläche nur als Eis in der Polregion gefunden.

Unterirdisches Wasser?

Die neuen Bilder deuten darauf hin, das es womöglich auch von der Erde bekannte wasserführende Gesteinsschichten im marsianischen Untergrund gibt, so genannte Aquifere. Gleichzeitig sind die Forscher skeptisch, ob es sich wirklich um Eis handelt. Denn wegen der geringen Temperatur und dem niedrigen Luftdruck sollte Wasser auf dem Mars direkt vom gefrorenen Zustand in den dampfförmigen übergehen. Das Phänomen, dass Eis direkt zu Dampf wird ohne flüssig zu werden, nennt man  Sublimation.

Macht Mars Dampf?

Aktuell gehen Forscher davon aus, dass es sich um eine Art Reif oder um Ablagerungen von Salzen handelt, die das aus dem Untergrund ausgetretene und sublimierte Wasser zurückgelassen hat. Sie stellen sich das vor wie die Dampffahne, die an einem kalten Wintertag aus deinem Mund strömt. Ebenso soll auf dem Mars das Wasser aus dem Untergrund getreten sein und sich wie Frost auf der Marsoberfläche niedergeschlagen haben, bis es sich in Wasserdampf auflöste.

Wieso ist Wasser auf dem Mars so spektakulär?

Könnte man nachweisen, dass Wasser auf dem Mars in flüssiger Form vorhanden ist, wäre es eine Sensation. Denn bisher ist im Sonnensystem nur auf der Erde flüssiges Wasser bekannt. Zwar gibt es gefrorenes Wasser auf einigen Monden, vermutlich auch auf dem Erdmond. Aber in flüssiger Form kommt es nur auf dem blauen Planeten vor.

Flüssiges Wasser wäre allerdings die Voraussetzung für Leben wie wir es kennen. Andersherum gilt: Wo auch immer auf der Erde Wasser vorkommt, gibt es auch Leben. Darum würde die Suche nach Leben auf dem Mars großen Auftrieb erhalten, würde flüssiges Wasser nachgewiesen.

Auf der Erde kommen Bakterien nämlich sogar in der Antarktis und der Tiefsee vor. Lebensräume, die man vor wenigen Jahren noch für tot hielt, einfach weil die Bedingungen für Leben nicht geeignet erschienen.


Wenn dich der Weltraum und andere Planeten interessieren, dann wirf doch auch einmal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 16: Planeten und Raumfahrt

Text: -jj- 8.12.2006 // Bilder: NASA/JPL/Malin Space Science Systems/PD

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