Simulation einer Reise zum Mars

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Simulation einer Reise zum Mars

Als am 20. Juli 1969 der erste Mensch auf dem Mond landete, ging ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. Die Menschheit hatte damit bewiesen, dass Reisen ins All machbar sind und weitere Mondreisen folgten.

Seither versucht der Mensch tiefer ins All vorzudringen. Das nächste Ziel für eine bemannte Reise zu einem weit entfernten Himmelskörper ist der Mars. Diese Reise soll noch in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts stattfinden.


Nahaufnahme des Mars Südpols von Global Surveyor aus dem Jahr 2000; © NASA/JPL/MSSS

Probleme eines Marsflugs

Vor allem die große Entfernung zwischen der Erde und dem Mars und die damit verbundene sehr lange Flugzeit ist eines von vielen Problemen. Mit aktuellen, technischen Mitteln kann ein solcher Flug bis zu einem Jahr dauern.

Diese Zeit muss mit Tätigkeiten ausgefüllt sein, da sonst Langeweile entstehen kann. Dies wiederum kann zu Konflikten führen, die das Zusammenleben der Mannschaft und damit den Erfolg einer möglichen Marsmission gefährden.

Um bereits im Vorfeld mögliche Gefahren, die das Zusammenleben der Crewmitglieder erschweren, zu beseitigen, führt man Experimente durch. Einer dieser Tests war das so genannte Mars 500 Projekt.

Das Mars 500 Projekt

Kandidaten von Mars500 (in hellblauen Anzügen).

Bild: ESA.

"Mars 500" ist ein über zehn Millionen Euro teures Projekt, das in den 520 Tagen vom 3. Juni 2010 bis zum 4. November 2011 durchgeführt wurde. Das Experiment wurde durch die russische Weltraumagentur Roskosmos in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) durchgeführt.

Sechs Teilnehmer wurden durch ein hartes Auswahlverfahren ausgewählt. Sie mussten unter anderem Englisch und Russisch sprechen, eine Universitätsausbildung in einem naturwissenschaftlichen Fach absolviert haben, körperlich und gesundheitlich fit sein und zwischen 25 und 50 Jahre alt sein. Schließlich schafften es vier Russen, ein Franzose, ein Italiener und ein Chinese in die Marsrakete.


Aufbau der Station



Container von Mars500. Bild: ESA

Das "Mars 500 Projekt" hat in einem Forschungskomplex nahe Moskau stattgefunden. Die Teilnehmer mussten in fensterlosen und luftdicht isolierten Containern hausen und wurden rund um die Uhr von Kameras überwacht.

Insgesamt standen dem Team vier verschiedene Module zur Verfügung. Es gab ein 38 m² großes Medizin- und Forschungsmodul, ein Wohnmodul mit 72 m², eine 94m² große Vorratskammer und ein 39 m² großes Mars-Modul, das jedoch nur 30 Tage lang zur Verfügung stand.

Das Mars-Modul konnte von der Mannschaft also nur für eine begrenzte Zeit betreten werden. Dies simuliert den Zeitraum, den ein echte Marsrakete voraussichtlich auf dem Planeten verbringen würde.

Bedingungen während des "Mars 500 Projekts"

Während des gesamten Ablaufs wurde vor allem darauf geachtet, dass das Experiment so nahe wie möglich an eine echte Marsmission herankommt.

Das Testgelände besitzt viele Systeme, die ebenfalls in echten Raumschiffen vorkommen, allerdings entspricht der Forschungskomplex keiner Raumkapsel.

Des Weiteren musste die Crew zusätzlich etwa 100 Experimente aus verschiedenen Bereich durchführen.


Romain Charles in seiner Kabine. Bild: ESA.

Kontakt zur Bodenstation hatte die Mannschaft lediglich über Funk und per E-Mail. Kontakt zur Außenwelt war nicht möglich. Eingegriffen hätte das überwachende Forschungsteam nur, wenn es zu einer Extremsituation gekommen wäre.

Zusätzlich wurden Gespräche mit dem Wissenschaftsteam, je nach Zeitpunkt der Mission, um bis zu 20 Minuten verzögert. Genauso wäre es je nach Distanz zur Erde auf einer echten Marsmission gewesen.  Auch Notfälle, die bei einer echten Marsmission möglich gewesen wären, wurden simuliert.

Ablauf des "Mars 500 Projekts"

Die Mission gliederte sich in drei Hauptteile. Zuerst wurde virtuell zum Mars geflogen. Der Flug dauerte 250 Tage. Das heißt, am 14. Februar 2011 erreichte das Team die Marsoberfläche. Danach wurde das Marsmodul für 30 Tage geöffnet.

Schließlich wurde der 240 Tage andauernde Rückflug zur Erde angetreten. Zwischendurch wurden ähnliche Arbeiten wie auf der Raumstation ISS durchgeführt, zum Beispiel Körpertrainings sowie Reparatur und Unterhalt der Station.

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Text: RR, Stand: 6.2.2012, Fotos: NASA/ESA

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