Pluto - Planet am Rande

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Pluto - Planet am Rande

Entdeckt wurde Pluto von Clyde Tombaugh im Februar 1930. Der junge Forscher war erst kurz zuvor extra für eine solche Suche angestellt worden. Dennoch war es ein großes Glück, dass er Pluto gefunden hatte, denn so etwas war damals eine schwierige Aufgabe. Auch war das Suchgebiet mehr oder weniger zufällig ausgewählt worden.

Auf die Idee, dass es jenseits des Neptun, dem achten Planeten des Sonnensystems, noch einen weiteren Himmelskörper geben müsse, kam der Astronom Sir Percival Lowell. Neptun selbst wurde gefunden, weil er kleine Unregelmäßigkeiten in der Umlaufbahn von Uranus, dem siebten Planeten, verursacht. Durch die Schwerkraft von Neptun taumelt Uranus ein wenig.

Die Bahn Plutos ist 17 Grad gegenüber der Bahn der anderen Planeten, der so genannten Ekliptik, geneigt. Deshalb glauben viele, Pluto sei kein richtiger Planet, sondern wurde, wie ein großer Komet, von der Sonne eingefangen. Illustration: Der große illustrierte Weltraum-Atlas, Tessloff Verlag

Auch Neptun schien zu taumeln und Percival Lowell setzte alles daran, diesen noch unbekannten neunten Planeten zu entdecken. Er gab Clyde Tombaugh, dem Nachwuchsastronomen, grob das Suchgebiet vor.

Ein scharfes Auge und viel Glück

Tombaugh verglich mühsam und mit geschultem Auge viele verschiedene fotografische Aufnahmen dieser Himmelsregion und suchte nach winzigen Lichtpünktchen, die sich vor dem Sternenhintergrund bewegten. Am 18. Februar wurde er schließlich fündig. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die von Lowell festgestellten Bahnabweichungen von Neptun nur Messfehler waren. Es war also wirklich ein Riesenglück, dass Pluto so gefunden wurde.

Die Oberfläche von Pluto, wie sich sich aus den Aufnahmen von Hubble berechnen lässt. Die Sondenmission "New Horizons" soll endlich scharfe Bilder von der Oberfläche Plutos und seines Mondes Charon liefern - allerdings erst im Jahr 2015; Foto: NASA

Pluto, Wächter der Unterwelt

Für den Namen Pluto gibt es mehrere Erklärungen. Zum einen ist Pluto in der römischen Mythologie der Herr der Unterwelt. Auch der Planet Pluto befindet sich weit draußen, am Rande des Sonnensystems und ist sehr kalt und unwirtlich. Außerdem sind die Anfangsbuchstaben P und L die Initialen des Mit-Entdeckers Percival Lowell. Den Namen zuerst vorgeschlagen haben soll aber die damals elfjährige Schülerin Venetia Burney aus Oxford, England.

Pluto - die Daten

Pluto braucht für einen Umlauf um die Sonne 248 Jahre und ein Pluto-Tag dauert 6,4 Erden-Tage. Richtig warm wird es trotz der langen Tage auf Pluto nie, die Durchschnittstemperatur liegt bei -233 Grad Celsius. Kein Wunder, denn schließlich ist er im Schnitt 40 Mal weiter von der Sonne entfernt, als die Erde. Plutos Durchmesser beträgt 2300 Kilometer (Erde: 12756 km). Ein Mensch von 80 kg würde auf Pluto nur 5,2 kg wiegen!

Pluto und sein Mond Charon, aufgenommen mit der Schwachlichtkamera des Hubble Teleskops; NASA

Erst 1978 wurde der Begleiter von Pluto, sein Mond Charon entdeckt. Passend zu Pluto als Herrscher der Unterwelt ist Charon in der griechischen Mythologie der Fährmann, der die Toten über den Fluss Acheron ins Reich der Toten bringt. Charon hat einen Durchmesser von rund 1200 km. Wie der Erdmond der Erde, wendet auch Charon Pluto immer dieselbe Seite zu.

Pluto und Charon sind etwas besonderes, weil ihr gemeinsamer Schwerpunkt außerhalb, zwischen den beiden Körpern liegt. Das gibt es sonst nicht im Sonnensystem. Astronomen bezeichnen sie deshalb auch als Doppelplaneten-System. Charon umkreist Pluto in einem Abstand von rund 20000 km.

Neue Horizonte mit "New Horizons"

Pluto ist der einzige Planet, der bisher noch von keiner Raumsonde besucht wurde. Nun plant die NASA mit "New Horizons" eine unbemannte Sondenmission, die am 9. Januar 2006 starten soll. Im Juli 2015 wird sie Pluto und Charon passieren. Dann gibt es erstmals direkte Fotos von der Oberfläche der beiden Himmelskörper. Die Funksignale werden 5 Stunden brauchen, bis sie auf der Erde eintreffen - trotz Lichtgeschwindigkeit!

Pluto - Planet oder nicht?

Astronomen streiten sich, ob Pluto überhaupt ein Planet ist oder nicht. Nach der neuesten Definition ist ein Planet ein Körper, der im Vergleich zu den anderen Körpern auf seiner Bahn, die größte Masse besitzt. So gesehen ist Pluto nur noch ein Planetoid, ein "Planetenartiger" Körper (die Endung "-oid" bezeichnet immer etwas "-artiges". Ein Ausserirdischer, der ähnlich aussieht wie ein Mensch, wäre Menschenartig, also ein Humanoid). Auch seine Bahn weicht stark von der "normaler" Planeten ab, sie ist sehr geneigt.

Nach Auskunft der Internationalen Astronomischen Vereinigung (IAU , International Astronomical Union) behält Pluto aber seinen Status als Planet. So weit draußen im Weltall kümmert sich Pluto wahrscheinlich wenig darum...

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Das Statement der IAU zum Status von Pluto als Planet (englisch)

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Text: -jj- 11.3.2005 / Vorschaubild: Eliot Young (SwRI) et al., NASA

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