MESSENGER erforscht Merkur

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MESSENGER erforscht Merkur

Die US-Raumsonde "Messenger" hat die ersten Fotos aus der Umlaufbahn des Planeten Merkur zur Erde gesendet. Merkur ist nahe an der Sonne gehört deshalb zu den am wenigsten erforschten Planeten unserees Sonnensystems.

Innerhalb der Erdbahn umkreisen Merkur und Venus die Sonne. Außerhalb befinden sich der Mars und die Riesenplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Außer Merkur und Venus besitzen alle Planeten des Sonnensystems Monde, teils mehrere Dutzend.


Alle diese Planeten wurden bisher durch Raumsonden mehr oder weniger gründlich erforscht. In letztere Kategorie fiel bisher auch der sonnennächste Planet Merkur.



Geheimnisvoller Merkur


Der Merkur ist rund 91 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Hitze dort können wir uns gar nicht vorstellen, denn die Sonnenstrahlung ist etwa zehn Mal so stark wie auf der Erde.


Er hat die größten Temperaturschwankungen aller Planeten. Die maximale Tagestemperatur beträgt rund +430 °C und in der Nacht sinken die Werte auf bis zu 170 °C.


Ein Jahr, also die Zeit, die der Planet benötigt, um die Sonne zum umrunden, beträgt auf dem Merkur etwa 88 Tage. Er hat damit die kürzeste Umlaufzeit aller Planeten unseres Sonnensystems.



Zweiter Versuch

Nach Mariner 10, die den Merkur erstmals am 29. März 1974 in einer Entfernung von 705 km passierte, ist MESSENGER erst die zweite Raumsonde, die den Planeten besucht, und die erste, die ihn als Orbiter umrundet.

Mariner 10 konnte den Merkur zu 45 Prozent fotografisch erfassen und funkte rund  9000 Einzelbilder zur Erde.



Das Projekt MESSENGER


Wie bei vielen anderen Raumfahrtmissionen ist der Name der Sonde eine Abkürzung und leitet sich ab aus den englischen Worten Mercury Surface, Space Environment, Geochemistry and Ranging.

Die deutschen Worte bedeuten übersetzt Merkur-Oberfläche, -Raumumgebung, -Geochemie und -Entfernungsmessung.


Der Name beschreibt aber auch das englische Wort für Bote und spielt damit auf den römischen Gott Merkur an, dem Götterboten.


Die wichtigste Aufgabe der Sonde in der Umlaufbahn des Merkur ist für ein Jahr ausgelegt.

Sie soll dabei den Planeten vollständig kartieren können und außerdem die geologische Geschichte des Planeten sowie seine Zusammensetzung heraus finden.


Weiterhin soll die Sonde die Größe und den Zustand des Planetenkerns bestimmen, die Polarkappen des Planeten untersuchen sowie nach dem Ursprung des Magnetfeldes suchen.



Der Weg zum Merkur

Die Sonde startete am 3. August 2004 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus zu ihrer großen Reise und war auch mehrere Male an Erde und Venus vorbeigeflogen.


Durch diese präzise geplanten Vorbeiflugmanöver gab sie so viel Bewegungsenergie ab, dass sie am 17. März 2011 endlich in eine Umlaufbahn um den Planeten einschwenkte.



Das erste Foto

Schon kurz nach Erreichen der Umlaufbahn sendete MESSENGER das erste Foto zur Erde. In den folgenden sechs Stunden schoss die Sonde weitere 363 Fotos.

Auf dem oberen Teil des ersten Fotos ist ein Krater namens Debussy zu sehen.

Der untere Bereich zeigt einen Teil von Merkur in der Nähe seines Südpols. Diese Region war bisher noch unbekannt gewesen und auch von Mariner 10 nicht fotografiert worden.

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RR, 3. 4. 2011, Bilder: NASA


Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt