Ist da wer?

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Ist da wer?

Seit 50 Jahren suchen Wissenschaftler im Rahmen des SETI-Projekts in Radiosignalen aus dem All nach Anzeichen fremden Lebens im Weltraum. Bislang allerdings erfolglos. Seit ein paar Jahren kann man sich an der Suche nach Außerirdischen im Rahmen des Seti@home-Projekts beteiligen.

Vor 50 Jahren, im Jahr 1960, suchte der Wissenschaftler Frank Drake mit Hilfe von Radiosignalen nach Anzeichen außerirdischen Lebens im All. Dazu untersuchte er die auf der Erde eintreffenden Radiosignale aus dem Weltraum und suchte dabei nach auffälligen Mustern.


Denn das Weltall ist erfüllt von vielfältiger elektromagnetischer Strahlung. Dazu gehört zum einen das sichtbare Licht der Sterne. Zum anderen senden Sterne aber nicht nur sichtbares Licht aus, sondern auch die für Wärme verantwortliche Infrarotstrahlung, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung, Radiostrahlung und mehr.


Signal und Rauschen

Diese Signale aus dem All sind sehr aufschlussreich und die sogenannte Radioastronomie kann daraus viel über das Werden und Vergehen der Sterne lernen. Aber wie du leicht mit einem Radio feststellen kannst, das auf keine Station eingestellt ist, enthält dieses Strahlungsgewirr keine für uns verständliche Information, sondern nur Rauschen.



Das sogenannte Green Bank-Radioteleskop. Hier begann 1960 die Suche nach außerirdischen Signalen.



Frank Drake wollte nun ganz genau hinhören und hinsehen, ob sich nicht vielleicht doch Signale von Außerirdischen in dem kosmischen Rauschen finden ließen. Denn Signale, die zum Nachrichtenaustausch dienen, haben eine bestimmte Form, die sie vom allgemeinen Rauschen abheben.


Grob gesagt: Kommunikationssignale sind kurz, laut und meist wiederholen sie sich. Bislang konnte in den Millionen Datensätzen der verwendeten Radioteleskope aber kein Signal gefunden werden, dass man sicher außerirdischen Lebensformen zuschreiben kann.


Das WOW-Signal von 1977


Zwar gibt es vereinzelte Datensätze, die interessante Signale beinhalten. So gibt es das berühmte, so genannte "Wow"-Signal von 1977. Es war besonders laut und konnte über eine Minute lang wahrgenommen werden. Doch es wiederholte sich nicht. Forscher gehen mittlerweile nicht mehr davon aus, dass es sich dabei um das Signal einer außerirdischen Intelligenz gehandelt hat.


Das Fermi-Paradoxon


Überhaupt: Wenn es Außerirdische gibt, warum sind sie nicht schon längst hier? Das ist der Kern des sogenannten Fermi-Paradoxons, benannt nach dem Physiker Enrico Fermi. Denn seinen Überlegungen zu Folge müssten die Galaxien eigentlich vor Leben wimmeln, schließlich gibt es das Universum schon seit mehreren Milliarden Jahren - genug Zeit um die Sterneninseln zu besiedeln.


Die Drake-Gleichung


Um eine grobe Schätzung über die Anzahl möglicher Zivilisationen in unserer Galaxie zu haben, die technisch in der Lage und auch gewillt wären, mit anderen Lebensformen zu kommunizieren, entwickelte Frank Drake die nach ihm benannte Gleichung. Sie lautet: N=R*fp*ne*fl*fi*fc*L.


Hier ist die so genannte bewohnbare Zone um einen Stern gezeigt (grünes Band). Je größer und heißer ein Stern wird, desto weiter rückt diese Zone von ihm weg, gleichzeitig wird sie etwas breiter. Ist der Stern kühler, rückt die nach unserem biologischen Verständnis bewohnbare Zone näher an den Stern heran und wird auch schmäler.

Wirkt kompliziert, ist aber recht einfach: N ist die Anzahl möglicher Zivilisationen, die hängt laut Drake von der Rate der Sternentstehung pro Jahr (R) ab, vom Anteil der Sterne mit Planetensystem (fp), von der Anzahl der Planeten in der lebensfreundlichen Zone (ne), vom Anteil der Planeten mit Leben (fl), vom Anteil der Planeten mit intellligentem Leben (fi), vom Anteil der Planeten mit Interesse an interstellarer Kommunikation sowie der Lebensdauer (L) einer technischen Zivilisation in Jahren.


Viele dieser Faktoren können nur geschätzt werden. Je nachdem, welcher Wissenschaftler diese Formel verwendet, kommen unterschiedliche Zahlen heraus. Die Schätzungen schwanken zwischen einer (der Mensch) und vier Millionen Zivilisationen in unserer Milchstraße. Auch im letzten Fall allerdings wäre der durchschnittliche Abstand zweier Zivilisationen rund 150 Lichtjahre.


Funkfeuer im All



Nicht nur unbeabsichtigte Signale wie Funk und Fernsehen strahlen ins All. Voller Absicht wurde eine nach einem bestimmten Schema anzuordnende Folge von Bits ins All gesendet. Werden diese nach einem bestimmten Schema angeordnet, ergibt sich das gezeigte Bild. Man hofft, dass außerirdische Empfänger klug genug sind diese Botschaft zu entschlüsseln, wenn sie von diesen als sinnvolle Botschaft erkannt worden ist.



Jedoch: Seit mittlerweile hundert Jahren strahlt der Mensch künstliche Funksignale ins All. Funksprüche, Radioshows und Fernsehsendungen ergießen sich in den Weltraum rund um die Erde.


Das heißt: In einer Kugelschale rund um die Erde mit einem Radius von 100 Lichtjahren sind alle möglichen Bewohner informiert, dass in ihrer Nachbarschaft eine gewisse Technologieschwelle überschritten wurde. Vielleicht sind unsere Nachbarn ja schon auf dem Weg zu uns ...


Übrigens: Wer sich an der Suche nach außerirdischen Signalen beteiligen möchte, kann das im Rahmen des Projekts Seti@home tun, allerdings auf Englisch. Dabei wird der Rechner zu Hause dazu genutzt, um in Datenpaketen nach bestimmten Mustern zu suchen. Wer weiß, vielleicht ist es ja gerade dein Rechner, auf dem der erste Kontakt mit Außerirdischen festgestellt wird?


Text: -jj- 28.9.2010 // Bilder: Green Bank Teleskop Cyberbaud cc-by-sa 3.0; Habitable Zone FrancescoA cc-by-sa 3.0; Arecibo-Botschaft Arne Nordmann cc-by-sa 3.0; Frank Drake M-n-M cc-y-sa 2.0;

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