Die Internationale Raumstation - ISS

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Die Internationale Raumstation - ISS

Die Internationale Raumstation, ISS, ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 Nationen, an dem weltweit mehr als 100.000 Arbeitsplätze hängen. Alle Teilnehmer träumten davon mit der ISS ein riesiges, ständig bemanntes, Forschungslabor im Weltraum zu schaffen. Mit Versuchen in der Schwerelosigkeit sollten Geheimnisse um physikalische und chemische Prozesse auf der Erde gelüftet werden. Doch das Mammutprojekt, das mehr als 100 Milliarden Dollar kostet, bleibt eine große Baustelle.

Wie entstand die Idee einer bemannten Internationalen Raumstation?

Die Idee einer bemannten Weltraumstation in der Erdumlaufbahn hatten schon die ersten Raketen- und Weltraumforscher. Der Physiker Wernher von Braun war 1952 der Erste mit konkreten Plänen.

1984 konnte dann mit den Arbeiten begonnen werden. Um das Großprojekt finanzieren zu können lud der damalige amerikanische Präsident, Ronald Reagan, andere Industrienationen zur Zusammenarbeit ein. Dadurch werden gleichzeitig das weltweite Wirtschaftswachstum und der Weltfrieden gefördert.

Fakten zur ISS

An der Entstehung der International Space Station, kurz ISS, arbeiten neben den Hauptinvestoren USA und Russland auch Japan, Kanada, Brasilien und elf europäische Länder mit.

Das Innere der Raumstation wird ungefähr soviel Platz bieten, wie das Passagierabteil eines Jumbo 747. Wenn alle Elemente im All zusammengebaut sind, erstreckt sich die Internationale Raumstation über die Fläche von anderthalb Fußballfeldern. Die Größe ergibt sich vor allem durch die riesigen Sonnenkollektorensegel, die zur Energiegewinnung angebracht sind.

Auf ihrer Umlaufbahn in 400 Kilometern Höhe umkreist die Raumstation innerhalb von 90 Minuten einmal die ganze Erde. Die Astronauten können also jeden Tag 16 Sonnenauf- und Sonnenuntergänge bewundern.

Wie ist die ISS aufgebaut?

Insgesamt wiegt die Raumstation 450 Tonnen, das ist ungefähr soviel wie 450 Kleinwagen. Weil das viel zu schwer ist um alles auf einmal ins All zu schießen, besteht die ISS aus mehr als 100 Einzelteilen. Die werden in über 40 Flügen in den Weltraum befördert. Bis jetzt ist erst die Hälfte der Bauteile im All angekommen. Im fertigen Zustand wird die Internationale Raumstation sechs Forschungsmodule und zwei Schlafquartiere enthalten.

Wozu ist die ISS überhaupt da?

Die internationale Raumstation soll ein vollausgerüstetes Großforschungsinstitut in der Erdumlaufbahn sein. Ziel der Forschung ist es Langzeitversuche zur Wirkung der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper und andere Lebewesen durchzuführen. Auch mit dem Gedanken im Hinterkopf später einmal Leben auf einem Planeten im All anzusiedeln.

Außerdem wollen die Wissenschaftler durch Untersuchungen in der Schwerelosigkeit physikalische, chemische und biologische Prozesse auf der Erde besser verstehen lernen. Zum Beispiel, wieso Pflanzen eigentlich wissen in welche Richtung sie wachsen müssen und wieso Kristalle im All schneller und reiner wachsen.

Space Shuttles fliegen nicht mehr Baustopp an der ISS

Eigentlich sollte die Raumstation alle sechs Wochen eine neue siebenköpfige Crew beherbergen. Doch im Moment wird die Station nur von zwei Astronauten bewohnt. Eine größere Besatzung könnte nicht versorgt werden, da die amerikanischen Space Shuttles als Versorgungsflugzeuge ausgefallen sind.

Nachdem zwei der Raumfähren in kurzem Abstand verunglückten, wurden alle weiteren Shuttle Flüge bis auf weiteres abgesagt. Dies wirft den Zeitplan der Aufbauarbeiten weit zurück. Die Space Shuttles sind die einzigen Transportmaschinen für die großen Stationsbauteile.

Alle Versorgungsflüge mit Vorräten und der Mannschaftsablösung werden derzeit von russischen Sojus-Raketen übernommen. Auch die Rettungskapsel, mit der die Astronauten im Ernstfall innerhalb einer halben Stunde zurück auf die Erde fliegen könnten, muss alle sechs Monate ausgetauscht werden.

Durch die Unterbesetzung können sich die Astronauten kaum der Forschung widmen. Ihr Tagesplan ist mit Schlafen, Nahrungsaufnahme, Hygiene und Sport, Reparaturen und Kontrollrundgängen voll ausgefüllt.

Die Amerikaner ändern ihre Ziele

Durch die verlängerten Aufbauarbeiten steigen die Kosten für die Weltraumstation immer weiter. Deshalb wollen die Amerikaner sich jetzt einem anderen Ziel zuwenden. Sie wollen wissen, ob eine Marsmission, die wegen der großen Entfernung mindestens drei Jahre dauern würde, überhaupt möglich wäre. Dazu sollen auf der ISS jetzt die Langzeitwirkungen des Lebens im Weltall untersucht werden.

RR (2001)/SP - 30.06.2004 Text/ Bild: NASA

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