Die Apollo 15 Mission<br>mehr als nur ein Schritt auf den Mond

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Die Apollo 15 Mission
mehr als nur ein Schritt auf den Mond

Der Mond ist uns Menschen ein vertrauter Gefährte. Vielleicht auch, weil er uns manchmal so nahe scheint, dass wir meinen, ihn fast mit den Händen berühren zu können. Auch sehen wir bereits mit bloßem Auge viele Details der Mondoberfläche. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass er das erste Ziel der bemannten Raumfahrt war. Am 20. Juli 1969 betrat der Mensch zum ersten Mal den Mond. Dieser ersten Apollo 11 Mission folgten noch sechs weitere. Neben der gescheiterten Apollo 13 Mission hatte Apollo 15 das spektakulärste Ereignis zu bieten: den Einsatz des ersten Mondautos.

Vor 30 Jahren, am 26. Juli, startete die Apollo 15 Mission vom NASA Kennedy Space Center. In einer riesigen Saturn V-Rakete war die Raumfähre mit ihren drei Modulen verpackt.

Start der über 110 Meter hohen Saturn V-Rakete. Unmittelbar unterhalb der Rettungsrakete, der Spitze der Saturn V, sind die Module untergebracht. Der Rest der Rakete besteht aus Treibstofftanks und Triebwerken.

Das Command Service Module Endeavour (engl. die Bemühung, Anstrengung) war die Kommando- und Rückkehreinheit. Es wurde durch einen der Astronauten in einer Umlaufbahn um den Mond gehalten. Von hier aus wurden viele Aufnahmen der Mondoberfläche gemacht. Das Service Module war die Betriebs- und Versorgungseinheit.

Das Command Service Module Endeavour auf seiner Mond-Umlaufbahn.

Das Lunar Module Falcon (engl. derFalke), die eigentliche Mondlandeeinheit mit Lande- und Wiederaufstiegssystem, wurde von der Endeavour abgekoppelt. Es setzte mit vielen Instrumenten und dem auf geniale Weise klein zusammengefalteten Mondauto Lunar Rover Vehicle auf der Mondoberfläche auf.

Das Mondauto hier noch bei einer Simulation im Labor.

Nicht jedes Auto kann man so trickreich zusammenfalten wie das Mondauto.

Drei Astronauten waren an Bord der Raumfähre: David R. Scott, James B. Irwin und Alfred M. Worden.


Hier sieht man die Mannschaft des Apollo 15 Fluges vor ihrem Mondauto.

Die Apollo 15 Mission sollte nicht nur länger dauern als alle anderen Apollo-Missionen davor. Es sollten außerdem viele unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungen auch gerade bei den weiten Ausflügen mit dem Auto durchgeführt werden.

Am 29. Juli nach rund 384 700 Kilometern Flug schwenkte die Raumfähre in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Bereits einen Tag später wir das Lunar Module abgekoppelt und landet sicher auf der Mondoberfläche. Die beiden Astronauten hatten jetzt vier aufregende Tage Zeit für ihre Experimente und Fahrten mit dem Mondauto.

Das Auto hatte wie jedes andere vier Räder, war elektrisch angetrieben und wurde manuell gesteuert. Es muss für die Astronauten schon ein seltsames Gefühl gewesen sein, auf weichem Mondstaub zu fahren und die Erde über dem Mond aufgehen zu sehen. Auf flacher Ebene konnte es eine maximale Geschwindigkeit von 16 km/h erreichen. Es war etwa 3 Meter lang, 2 Meter breit und rund 1 Meter hoch.

Würde man mit diesem Auto heute auf der Straße auffallen?

Das Lunar Roving Vehicle war so stabil, dass es nicht nur beide Astronauten, sondern auch jede Menge Instrumente und gesammeltes Mondgestein transportieren konnte. Insgesamt trugen die Astronauten 77 Kilogramm Steine, Staub und Gestein aus Bohrkernen zusammen.

Astronaut Irwin bei einem Ausflug ins Hadley-Delta. Im Hintergrund der 4000 Meter hohe Mount Hadley.

Am 3. August, nach vier Tagen Aufenthalt auf dem Mond, starteten die Astronauten das Rückkehrsystem des Lunar Module und koppelten nach fast genau zwei Stunden Flug an der Endeavour an. Zurück blieben Messinstrumente, Landefähre und das Mondauto. Noch nach Jahrmillionen werden sie Zeugen für unseren Besuch auf dem Mond sein.

Am 7. August 1971 war dann der Splashdown der Landekapsel im Meer. Die Mission Apollo 15 war erfolgreich beendet.

(Heike Herrmann - 26.07.2001, Fotos: Nasa)

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