Der zehnte Planet?

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Der zehnte Planet?

US-Astronomen haben in unserem Sonnensystem offenbar einen zehnten Planeten entdeckt. Der Klumpen aus Eis und Gestein soll größer als Pluto sein und weiter von der Sonne entfernt sein als dieser. Einen Namen hat der neue Himmelskörper noch nicht bekommen. Seine astronomische Bezeichnung lautet 2003 UB313.

2003 UB313 ist 14,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, das entspricht der 97fachen Entfernung zwischen Erde und Sonne. Zur Zeit wissen die Astronomen noch nicht genau, wie groß der neu entdeckte Himmelskörper ist, aber von seiner Helligkeit und seiner Entfernung leiten sie ab, dass er Pluto übertrifft. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaftler hat er vermutlich einen Durchmesser von rund 3.000 Kilometern und besteht zu 70 Prozent aus Gestein und 30 Prozent aus gefrorenem Wasser. Die Temperaturen liegen bei etwa 240 Grad minus.

Oben siehst du die Bilderserie, die am 31. Oktober 2003 mit dem Samuel Oschin Telescope am Palomar Observatory aufgenommen wurde, und auf der 2003 UB313 entdeckt wurde. 2003 UB313 ist weiß eingekreist und bewegt sich vor dem Sternenhintergrund. Zwischen den einzelnen Bildern liegen 90 Minuten.

Was ist ein Planet?

Planeten sind größere Himmelskörper, die in einem gewissen Abstand die Sonne umkreisen. Die Planeten erzeugen kein eigenes Licht, sondern werden von der Sonne angestrahlt. Auch unsere Erde ist ein solcher Planet. Die Planeten unseres Sonnensystems werden von der Sonne weg gezählt: Unsere Erde ist der dritte Planet. Innerhalb der Erdbahn umkreisen Merkur und Venus die Sonne, außerhalb ist es der Mars, die großen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus, und Neptun sowie der kleine Pluto. Bisher haben sich die Wissenschaftler immer wieder gestritten, ob Pluto noch ein Planet ist. Von seiner Geschichte müsste er eher als Kuiper-Gürtel-Objekt angesehen werden und sein Status als Planet hat wohl eher historische Gründe.

Was ist der Kuiper-Gürtel?

Astronomen bezeichnen so eine scheibenförmige Region, die sich hinter der Neptunbahn in einer Entfernung von ungefähr 30 bis 100 Astronomischen Einheiten erstreckt. In dieser Gegend kreist eine Unzahl von kleinen vereisten Felsbrocken um die Sonne. Gelegentlich werden einige von ihnen aus der Bahn geworfen und kommen dann als Kometen in die Nähe der Sonne und der Erde. Mit immer besseren Teleskopen kann der Kuiper-Gürtel intensiv erforscht werden, und so hat man mittlerweile eine Vielzahl größerer Trans-Neptun- oder Kuiper-Gürtel-Objekte ausgemacht. Wissenschaftler schätzen, dass es mindestens 10.000 Kuiper-Gürtel-Objekte mit einem Durchmesser von über 100 Kilometern gibt.

Euphorische Entdecker

Entdeckt wurde 2003 UB313 von einem Team um Dr. Mike Brown vom California Institute of Technology. Am 31, Oktober 2003 haben Brown und sein Kollege Chad Trujillo vom Gemini Observatory 2003 UB313 mit dem Samuel Oschin Telescope erstmals fotografiert. Da das Objekt aber so weit von der Erde entfernt ist und sich daher so langsam um die Sonne bewegt, haben sie seine Bewegung am Himmel erst erkannt, als sie am 8. Januar 2005 die damaligen Daten noch einmal analysierten. Zusammen mit David Rabinowitz von der Yale University identifizierten sie das Objekt als Mitglied des Kuiper-Gürtels.

Brown und Trujillo sind auch die Entdecker von Sedna und Quaoar, zwei weiteren eisige Welten in den äußeren Regionen des Sonnensystems, die allerdings kleiner sind als Pluto.

Anerkennung verweigert

2003 UB313 ist das am weitesten von der Sonne entfernte Objekt, das bislang entdeckt wurde und das dritthellste Objekt des Kuiper-Gürtels. Vorerst verleiht die Internationale Astronomische Union 2003 UB313 keinen Planetenstatus. Bis die Größe eines Planeten genau definiert ist betrachtet sie alle Himmelskörper im Kuiper-Gürtel, die mehr als 40-mal so weit von der Sonne entfernt sind wie die Erde, als so genannte Transneptunische Objekte (TNO).

Auf der Seite der NASA findest du mehr Informationen zu 2003 UB313 (englisch)

Gibt es einen 10. Planeten im Sonnensystem?

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Text: RR 8. 8. 2005 Bild: NASA

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