Der Orionnebel

Berühmte Personen

Der Orionnebel

Das Sternbild des Orion dürfte den meisten vertraut sein. In ihm verbirgt sich der Orion-Nebel. Seit dem 4. März 1769 ist er offiziell in den Katalog des Astronomen Charles Messier aufgenommen. Mehr über diesen Himmelsnebel erfahrt ihr hier ...

Das Sternbild des Orion kennt ihr sehr wahrscheinlich. Falls nicht, dann ist es dennoch leicht zu entdecken. Ein Sternbild, auch Konstellation genannt, ist natürlich nur von der Erde aus als solches zu sehen.

Und die beteiligten Sterne sind oft viele Lichtjahre voneinander entfernt. Es ist also nur der Eindruck eines Beobachters auf der Erde, dass sich Sterne zu einem bestimmten Bild zusammenfügen.

Zum Sternbild Orion gehören noch mehr Sterne, die hier nicht zu sehen sind. Der Orionnebel ist grün umrandet.



Götter am Himmel


Orion hat seinen Namen aus der griechischen Sagen- und Götterwelt. Nach einer Überlieferung brüstet sich Orion damit, der beste Jäger der Welt zu sein. Hera, die Frau von Göttervater Zeus, nahm ihm diese Prahlerei übel. Ein von ihr geschickter Skorpion tötete Orion. Zeus platzierte Orion und Skorpion daraufhin an den Himmel.


Sobald das Sternbild des Skorpions im Osten aufgeht, verlässt Orion den Himmel im Westen. Die beiden sind also niemals zusammen zu sehen. Wissenschaftler vermuten, dass der Name Orion aus dem akkadischen Uru-anna gebildet wurde, was Licht des Himmels bedeutet. Die Griechen übernahmen den Namen und wandelten ihn zu Orion.


Leuchtende Nebel


Im Sternbild Orion verbirgt sich auch der Orionnebel. Als Nebel bezeichnete man in der Astronomie früher alle nicht klar als Sterne zu erkennende leuchtende Gebilde am Himmel. Denn ohne die Hilfe leistungsstarker Teleskope wirkten damals Galaxien wie leuchtende verschmierte Flecken. Heute bezeichnet man als Nebel tatsächlich nur noch Gas- und Molekülwolken im All, die zum Leuchten angeregt werden.


Der Orionnebel war schon seit dem Altertum bekannt. Arabische Astronomen nannten ihn Na'ir al Saif, was Der Helle im Schwert bedeutet. 1610 wurde der Nebel erstmals vom europäischen Astronom Fabri de Peiresc dokumentiert. Am 4. März 1769 beobachtete Charles Messier den Nebel und nahm ihn in den nach ihm benannten Messier-Katalog auf.


Sternenwiege


1865 zeigten die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen, dass der Orionnebel tatsächlich eine große, hauptsächlich mit Wasserstoff gefüllte Region ist. 1880 wurde der Nebel erstmals fotografiert.

Dieses Bild des Orionnebels wurde vom Hubble-Weltraumteleskop gemacht. Über 150 Aufnahmen wurden hier zusammengesetzt, um diese prächtige Abbildung zu erhalten.



Der Orionnebel ist rund 1350 Lichtjahre von uns entfernt. Der Nebel hat einen Durchmesser von 30 Lichtjahren. Er ist ein sehr aktives Sternentstehungsgebiet. Man findet ihn unterhalb der drei Gürtelsterne.


Der Orionnebel ist ein so genannter Emissionsnebel. Emision ist lateinisch und bedeutet aussenden, denn der Nebel sendet selbst Licht aus. Es gibt noch andere Nebeltypen, die nur das Licht fremder Sterne reflektieren. Die Gase und Staubwolken des Orionnebels reflektieren nicht einfach nur das Licht. Sie werden durch die energiereiche Strahlung der nahen Sterne so angeregt, dass Staub und Gas selbst zu leuchten beginnen. In gewisser Weise glühen diese Wolken.


Ein Blick nach oben


Die hier gezeigten Bilder sind aber immer Kombinationen aus vielen Aufnahmen. Nur so lassen sich die feinen Strukturen so spektakulär farbig darstellen. Und fein sind die Strukturen tatsächlich: Die Dichte im Nebel ist im Schnitt geringer als im besten Vakuum, dass auf der Erde hergestellt werden kann!


Selbst beobachten kann man den Orionnebel am besten im Winter. Dann geht er spät am Abend auf und steht bis zum frühen Morgen am Himmel. Ein gutes Fernglas oder ein kleines Teleskop mit 30facher Vergrößerung lässt schon einiges erkennen.

Wenn dich die Sterne und der Weltraum interessieren, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 6: Die Sterne.

Text: 3.2.2009 // Bilder: Sternbild: Anton/GFDL/M.Jäger; Nebel NASA/PD; Oriondarstellung: United States Naval Observatory Library/PD

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt