Der andere blaue Planet - Neptun

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Der andere blaue Planet - Neptun

Vor 160 Jahren, am 23. September 1846, wurde der Planet Neptun entdeckt. Am Ergebnis hatten mehrere Forscher Anteil. Auch Galileo Galilei hatte ihn schon entdeckt, aber nicht als Planet erkannt. Wir erzählen euch mehr über den Planeten des Meeresgotttes ...


Neptun mit dreien seiner Monde wie ihn das Hubble-Weltraumteleskop aus Erdentfernung sieht.

Die Entdeckung des Planeten Neptun lässt sich nicht von der Entdeckung des Planeten Uranus nicht trennen. Denn als man Uranus entdeckt hatte, bemerkte man schnell, dass seine Bahn nicht ganz der vorherberechneten entsprach. Dafür gab es nur eine Erklärung: Irgendein großes, massereiches Objekt jenseits von Uranus beeinflusste dessen Bahn.




Die sechs Entdecker des Neptun


Der französische Mathematiker Le Verrier

Der englische Astronom John Couch Adams und der französische Mathematiker Urbain Le Verrier hatten beide unabhängig voneinander aus den vorhandenen Daten berechnet, wo sich der unbekannte Planet befinden musste, der die Störungen des Uranus verursachte.

James Challis aus Cambridge nahm sich die Ergebnisse von John Couch Adams zur Vorlage und beobachtete am 4. und 12. August 1846 den Himmel ganz genau. Dabei fand er auch den damals noch unbekannten Neptun. Fast ein Wunder, weil vor wenigen Jahren gefundene Briefe den Schluss nahe legen, dass die Berechnungen von Adams sehr ungenau waren.

Aber Challis wusste zunächst nichts von seinem unverhofften Glück, weil er die Daten vom 4. und 12. August erst viel zu spät miteinander verglich. Denn erst im Datenvergleich wurde klar, dass er ein bewegtes Objekt jenseits von Uranus Neptun entdeckt hatte.

Der Franzose Le Verrier, der selbst nur Mathematiker war, beauftragte den Direktor der Berliner Sternwarte, Johann Gottfried Galle, mit der Suche nach dem unbekannten Planeten. Die Berechnungen Le Verriers waren exakter als die von John Couch Adams. Am 23. September 1846 entdeckte Galle zusammen mit seinem Assistenten Heinrich Louis dArrest den neuen Planeten, nur minimal von der errechneten Position entfernt.

Ehre, wem Ehre gebührt ...

Aber Galle lehnte immer die Ehre der Planetenentdeckung für sich ab. Er meinte, sie gebühre ganz allein Le Verrier, der ja die entscheidenden Berechnungen geliefert hatte. Später stellte sich heraus, dass sogar Galileo Galilei Neptun schon entdeckt hatte, ihn aber wegen seiner nur minimalen Bewegung am Nachthimmel für einen Fixstern gehalten hat.

Erst ein Umlauf seit der Entdeckung

Neptun scheint sich deshalb so wenig zu bewegen, weil er von der Erde und der Sonne sehr weit entfernt ist. Er ist 30 Mal weiter von der Sonne weg, als die Erde. Deshalb werden wir auch erst im Jahr 2011 den ersten, vollständigen Umlauf Neptuns um die Sonne beobachtet haben. Denn wofür die Erde ein Jahr braucht, braucht Neptun eben 165.

Neptun ist der römische Name für den Meeresgott. Er gehört zu den jupiterähnlichen, den so genannten jovianischen Planeten des Sonnensystems. Er hat den vierfachen Durchmesser der Erde, gut 49 000 Kilometer. Neptuns blaue Farbe kommt vom Methan in seiner Atmosphäre. Er hat keinen festen Kern sondern ist ein Gasplanet. Windgeschwindigkeiten erreichen bis zu 2000 km/h, die höchsten im ganzen Sonnensystem. Und das bei rund 215 Grad Celsius.

Auch er hat einen dunklen Fleck, ähnlich wie Jupiter und man nimmt an, dass es sich, wie bei Jupiter, um ein großes Sturmsystem handelt. Es ist so groß gut 12000 Kilometer Durchmesser - dass die Erde locker hineinpasst. Neptun hat auch ein kaum sichtbares Ringsystem. Weil man es kaum sieht, ist es erst vor gut 20 Jahren entdeckt worden.

Bis vor kurzem wechselten sich während eines Umlaufs Neptun und Pluto als die äußersten Planeten des Sonnensystems ab, weil sich ihre beiden Bahnen überschnitten. Nachdem Pluto nun kein Planet mehr ist, ist Neptun der äußerste Planet des Sonnensystems.

Text: -jj- 22.11.2006 // Bilder: Alle PD, Planetenbilder Quelle: NASA

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