Deutschlands beste Nachwuchsforscher

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Deutschlands beste Nachwuchsforscher

Die jungen Forscherinnen und Forscher überzeugten beim 42. Bundeswettbewerb Jugend forscht mit fachübergreifenden Forschungsfragen und breiter Methodenkompetenz. Am 20. Mai 2007 wurden die Bundessieger 2007 im Rahmen einer Feierstunde im Theater Neue Flora in Hamburg ausgezeichnet.

Unter dem Motto "Helden gesucht" sind 9121 Jungforscherinnen und Jungforscher in die 42. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht gestartet.  Im Vorjahr verzeichnete der Wettbewerb insgesamt 9603 Anmeldungen.

Zum Vergleich: An der ersten Wettbewerbsrunde im Jahr 1966 hatten 244 Mädchen und Jungen teilgenommen. Insgesamt haben bisher fast 150 000 junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher mit ihren Entdeckungen um Preise und Auszeichnungen gewetteifert.

189 Jugendliche mit insgesamt 109 Projekten hatten sich für das diesjährige Bundesfinale bei der Beiersdorf AG in Hamburg qualifiziert.

Wirtschaftlicher Umweltschutz

In diesem Jahr bestachen die Siegerprojekte durch fachübergreifende Forschungsfragen: Ein herausragendes Beispiel ist das Chemie-Projekt von Milan (18) und Dragana Gerovac (17) aus Hessen. Die beiden entwickelten ein Verfahren, mit dem Bauern mittels Pilzkulturen und Stroh aus Gülle einen hochwertigen Dünger produzieren können. Die Geschwister zeigten dabei eindrucksvoll, dass Umweltschutz auch wirtschaftlich sein kann. Die Jury belohnte sie mit dem Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit.

Über den Chemie-Bundessieg freute sich Johannes Wandt aus Bayern. Der 18-Jährige befasste sich mit Magnetit, einem stark magnetischen Eisenoxid. Seine Erkenntnis, dass der Prozess der Magnetitbildung mehrstufig erfolgt, stellt einen neuen Erklärungsansatz dar. Im Fach Geo- und Raumwissenschaften siegte Max Frenzel (18) aus Sachsen. Er untersuchte die Verwitterung und Neubildung von Mineralien auf der Halde eines ehemaligen Nickelbergwerks.

Spektrometer und 3-D-Kamera

Dominik Schubert aus Bayern erhielt den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit. Aus preisgünstigen optischen Bauteilen konstruierte der 16-Jährige ein Spektrometer. Ähnlich einer Digitalkamera nimmt es Bilder auf, analysiert aber zusätzlich für jedes Pixel die Farbzusammensetzung. Den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit gewann Raphael Errani (17) aus Niedersachsen. In seinem Projekt aus dem Fach Geo- und Raumwissenschaften analysierte er die Wahrscheinlichkeit, dass größere Meteoriten die Erde treffen.

Im Fach Technik siegte Florian Schnös aus Bayern. Der 18-Jährige entwickelte eine 3-D-Kamera, die mit zwei Objektiven neben Farben auch digitale Informationen zur Tiefe aufzeichnet. Von Robotik bis Medizin ein zukünftiger Einsatz des Gerätes ist in vielen Gebieten denkbar, und das bei Materialkosten von nur 35 Euro.

Der Traum vom Fliegen

Fliegen können ist ein Traum der Menschheit. Jürgen Stadelmaier (19), Matthias Müller (22) und Ralph Strobel (21) aus Baden-Württemberg kamen ihm ein Stück näher. Sie konstruierten einen computergesteuerten Simulator für den Segelflug. Vor allem die Möglichkeit, sich beliebig oft um die eigene Achse zu drehen, vermittelt das Gefühl, tatsächlich zu fliegen. Die Biologie-Siegerin Ajescha Prozell (15) aus Berlin zeigte, dass Wespen nicht nur Plagegeister sind, sondern wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber chemischen Verbindungen nützlich sein können. Sie nutzte die Insekten als Biosensoren für einen kostengünstigen Schnelltest, um Belastungen durch Insektizide in Klassenräumen nachzuweisen..

Unsichtbare Daten im Internet

Martin Maas (19) aus Sachsen-Anhalt überzeugte mit einer selbst programmierten Software, die es ermöglicht, verschlüsselte Daten so zu verstecken, dass ihre Übertragung via Internet nicht bemerkt wird. Er war in Mathematik/Informatik erfolgreich. In Physik ging der Bundessieg an Florian Ostermaier (18) und Henrike Wilms (19) aus Baden-Württemberg. Sie zeigten, dass Regentropfen im Fallen periodisch ihre Form verändern. Im Schein von Licht führt dies zu rhythmischen Blitzen.

Das Heinrich-Hertz-Gymnasium aus Berlin hat den Sonderpreis Jugend forscht Schule 2007 erhalten. Es wurde für seine umfassenden und erfolgreichen Aktivitäten ausgezeichnet, junge Menschen zu Höchstleistungen in der Forschung zu motivieren.

Weitere Informationen gibt es bei der Stiftung Jugend forscht, Baumwall 5, 20459 Hamburg.

Text: RR, 21. 5. 2007, Fotos: Stiftung Jugend forscht e. V.

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