An wen gehen die Nobelpreise 2011?

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An wen gehen die Nobelpreise 2011?

Seit 1901 werden in Schweden die Nobelpreise an die herausragendsten Wissenschaftler, Literaten und Friedenskämpfer vergeben. Wer sind in diesem Jahr die Preisträger?

Die drei Astrophysiker sind für ihre Arbeit schon mehrfach ausgezeichnet worden - jetzt endlich auch mit dem Nobelpreis.

Der Nobelpreis für Physik

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die drei US-Amerikaner Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam Riess. Die drei untersuchten das Weltall und beobachteten dabei weit entfernte Sternexplosionen, die ihnen als Bezugspunkte zur Vermessung des Weltraums dienten. Sie fanden so heraus, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt, also immer größer wird.

Chemiker Daniel Shechtman mit einem Modell seines Quasikristalls.



Der Nobelpreis für Chemie

Im Fach Chemie geht der Nobelpreis in diesem Jahr an den israelischen Chemiker Daniel Shechtman. Es hatte 1982 die sogenannten Quasikristalle entdeckt. Normalerweise sind Kristalle aus einer sich wiederholenden Struktur aufgebaut. Quasikristalle jedoch halten sich nicht an diese Struktur. Sie kommen in Legierungen (Mischungen aus verschiedenen Metallen) vor, wenn man diese nach dem Erhitzen sehr schnell abkühlt.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin

Das Karolinksa-Institut vergibt 2011 den Nobelpreis für Physiologie bzw. Medizin an den Amerikaner Bruce Beutler und den Franzosen Jules Hoffmann. Die beiden hatten das Immunsystem erforscht und fanden heraus, wie die Immunabwehr bei Neugeborenen aktiviert wird.

Steinman wurde posthum für die Entdeckung dieser dendritischen Zelle ausgezeichnet.

Außerdem wird zum ersten Mal ein schon verstorbener Wissenschaftler geehrt. Ralph M. Steinman aus Kanada erhält posthum (nach seinem Tod) den Preis für die Entdeckung der so genannten dendritischen Zellen. Sie kommen in Haut und Schleimhaut des Körpers vor, und spielen bei der Abwehrreaktion des Körpers eine wichtige regulatorische Rolle. "Dendritisch" bedeutet "baumartig", weil sich Zellfortsätze wie ein Baum verzweigen.



Tranströmer war seit 1993 jedes Jahr für den Preis nominiert, erhielt ihn aber erst jetzt.



Der Nobelpreis für Literatur

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer. Er schrieb insgesamt zwölf Gedichtbände. Seine Texte zeichnen sich durch seine Verdichtung von Sprachbildern aus, sodass sie mit relativ wenigen Worten auskommen. Das Komitee würdigte ihn, weil sein Werk neue Wege zur Wirklichkeit weist. Seit 1993 war er jedes Jahr für den Preis nominiert gewesen.

Frauenrechtlerin Twakkul Karman aus dem Jemen.

Der Friedensnobelpreis

2011 geht der Friedensnobelpreis an drei Frauenrechtlerinnen. Ellen Johnson Sirleaf und Leymah Gbowee aus Liberia, sowie Tawakkul Karman aus dem Jemen erhalten die Auszeichnung für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen. Jahrelang hatten sie aufopfernd um die Rechte der Frauen in ihren von Diktatoren regierten Ländern gekämpft.

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften

Die schwedische Reichsbank vergibt im Gedenken an Alfred Nobel auch einen Preis in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften. Er geht dieses Jahr an die beiden US-Amerikaner Thomas Sargent und Christopher Sims. Die beiden Untersuchten Ursache und Wirkung in gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen. Sie beschäftigten sich mit der Frage, wie einzelne Faktoren und Märkte in der Wirtschaft global zusammenhängen, und welche Folgen daraus entstehen.

Die Nobelpreise werden wie jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, verliehen. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen, alle anderen Preise in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.

26.11.2011 // Text: Jan Wrede; Bilder: Vorschau: Gösta Florman/The Royal Library (pd), Physiker: (pd), Shechtman: Technion Israel Institute of Technology (cc-by-sa 3.0), Zelle: PLoS Pathogens (cc-by-sa 2.5), Tranströmer: Andrei Romanenko (cc-by-sa 3.0), Karman: Matthew Russel Lee (cc-by-sa 3.0)

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