Nobelpreise 2003

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Nobelpreise 2003

Die Vergabe der Nobelpreise wurde vom Stifter Alfred Nobel testamentarisch genau geregelt. Er verfügte eine Stiftung, die den Preisen zukommen soll, die jeweils "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben".

Seit 1901 werden jedes Jahr im Namen des schwedischen Forschers und Unternehmers Alfred Nobel die herausragenden Leistungen auf den Gebieten der Physik, der Chemie, der Medizin und der Literatur gewürdigt. Seit 1968 gibt es auch eine Ehrung auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften. Den Preis der Wirtschaftswissenschaften stellt alljährlich die schwedische Bank zur Verfügung. All diese Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, im Stockholmer Konzerthaus vom schwedischen König übergeben.

Am selben Tag verleiht auch das Norwegische Nobelpreiskomitee in der Universität von Oslo jedes Jahr den Friedensnobelpreis. Er soll an Persönlichkeiten gehen, die sich um den Weltfrieden verdient gemacht haben.

Auch 2003 sind die Nobelpreise mit jeweils 10 Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr:

Den Friedensnobelpreis

erhält die iranische Menschenrechtlerin Shirin Ebadi. Die 54-jährige Juristin wird für ihren Einsatz bei der Demokratisierung Irans und im Kampf um mehr Frauenrechte ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte der frühere US- Präsident Jimmy Carter die Auszeichnung erhalten. Ebadi ist die elfte Frau, die den Friedensnobelpreis zuerkannt bekommt.

Den Nobelpreis für Chemie

teilen sich 2003 zwei Wissenschaftler: die Amerikaner Peter Agre, und Roderick MacKinnon, für die Erforschung von Ionen- und Wasserkanälen in Körperzellen. Sie haben erklärt, wie Wasser und Salze aus den Zellen heraus und in sie hinein transportiert werden. Dies hat große Bedeutung für das Verständnis von Niere, Herz, Nervensystem und Muskeln und deren Erkrankungen.

Den Nobelpreis für Physik

teilen sich drei Wissenschaftler, die bahnbrechende Arbeiten zur Supraleitung geleistet haben: Der Amerikaner Alexej Abrikosow, der Russe Vitali Ginsburg sowie Anthony Leggett, der die Staatsbürgerschaften von Großbritannien und den USA hat. Supraleitendes Material wird etwa in Magnetkameras für medizinische Untersuchungen und in Teilchenbeschleunigern verwendet.

Den Nobelpreis für Medizin

erhalten zwei Spezialisten für Tomographie: Paul C. Lauterbur aus den USA und sein britischer Kollege Peter Mansfield haben die Magnetresonanztomographie entwickelt. Damit können die Organe des Menschen exakt und schonend abgebildet werden. Das hat einen entscheidenden Durchbruch für die medizinische Forschung und die Behandlung von Kranken bedeutet

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

teilen sich zwei Forscher in diesem Jahr: Robert Engle aus den USA und der Brite Clive Granger. Die beiden werden für ihre Arbeiten zur statistischen Erforschung ökonomischer Zeitreihen ausgezeichnet.

Der 60-jährige Engle lehrt an der New Yorker Universität, während der neun Jahre ältere Granger Professor an der Universität von Kalifornien in San Diego ist.

Den Nobelpreis für Literatur

erhält in diesem Jahr der südafrikanische Schriftsteller J.M. Coetzee. Der 63-jährige ist nach Nadine Gordimer der zweite weiße Autor aus Südafrika, der mit der wichtigsten Würdigung der literarischen Welt ausgezeichnet wird. Zur Begründung sagte die Akademie, Coetzee «porträtiert die Teilhaftigkeit des Menschen an der Vielfalt des Daseins in oft überrumpelnder Weise». Der als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Lehrerin in Kapstadt geborene Autor hat bisher neun Romane sowie zahlreiche Essays und Aufsätze publiziert. «Disgrace» (deutsch: «Schande») gilt als sein bedeutendstes Werk. J.M. Coetzee lebt heute in Australien.

Alle Physiknobelpreise seit 1901 findest du auf der Seite des Nobelkomitees.

Alle Chemienobelpreise seit 1901 findest du auf der Seite des Nobelkomitees.

Alle Medizinnobelpreise seit 1901 findest du auf der Seite des Nobelkomitees.

Alle Literaturnobelpreise seit 1901 findest du auf der Seite des Nobelkomitees.

Alle Friedensnobelpreise seit 1901 findest du auf der Seite des Nobelkomitees.

Alle Wirtschaftsnobelpreise seit 1969 (gibt es erst seit damals) findest du auf der Seite des Nobelkomitees.

-ab/rr-8.12.03/Foto:www.nobel.se

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