Deutscher Zukunftspreis 2007 die Nominierungen

Berühmte Personen

Deutscher Zukunftspreis 2007 die Nominierungen

Seit zehn Jahren werden mit dem Deutschen Zukunftspreis Wissenschaftler geehrt. Durch den Preis soll herausragende Forschung und Entwicklung gewürdigt werden. Am 11.10.2007 sind die Nominierten bekannt gegeben worden. Verliehen wird der Preis am 6. Dezember durch Bundespräsident Horst Köhler.

Seit 1997 wird vom jeweiligen Bundespräsidenten der Deutsche Zukunftspreis für Technik und Innovation vergeben. Damit wird hervorragende Arbeit in Forschung und Wissenschaft gewürdigt. Bisher wurden mehr als 40 Projekte nominiert. Zehn Teams und Einzelpersonen erhielten den Preis bislang, der mit 250 000 Euro dotiert ist.

Die Nominierten 2007

Automatisierte Zelluntersuchung

Dr. rer. nat. Niels Fertig (Sprecher), Dr. rer. nat. Andrea Brüggemann, von Nanion Technologies GmbH, München und Prof. Dr. med. Jan C. Behrends von der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg.

Dem Team gelang, es ein Untersuchungsverfahren für Zellen zu automatisieren. Dadurch kann man die gezielte Suche nach Medikamenten stark beschleunigen. Das so genannte Patch-Clamping-Verfahren kennt man seit den 1970er Jahren. Dabei werden elektrische Ströme an einer Zellmembran gemessen. Weil Zellen so klein sind, ist das natürlich schwierig. aber die Messung dieser Ströme gibt Auskunft über den Zustand der Zelle und ihrer Außenhaut, der so genannten Membran.

Viele Krankheiten, darunter Krebs, beruhen auf Störungen solcher Ströme. Mit der neuen Methode kann man gezielt sehr viele Zellen automatisch und gleichzeitig untersuchen und so die Wirkung von Medikamenten auf Zellen testen. So findet man viel schneller erfolgversprechende Substanzen.

Nanotechnologie für Hochleistungsbatterien

Dr. Andreas Gutsch und Dr. Gerhard Hörpel von Evonik Industries AG, Prof. Dr. Paul Roth von der Universität Duisburg-Essen.

Lithium-Ionen-Batterien sind besonders leistungsfähig. Das heißt sie geben viel Energie ab und brauchen nur wenig Platz. Du kennst sie aus deinem Handy oder von Laptops. Sie sind aber gefährlich, weil sie soviel Energie in sich tragen, dass eine Beschädigung zur Explosion führen kann.

Das nominierte Team hat nun eine spezielle Trennschicht entwickelt. Damit können Plus- und Minuspol gut voneinander getrennt und isoliert werden. Gleichzeitig können Elektronen die Trennschicht aber überwinden, so dass ein Strom fließen kann. Die Trennschicht besteht aus Keramik mit winzigsten Poren, also Löchern, darin. Die Keramik ist sehr stabil und widerstandsfähig. Damit werden die Lithium-Ionen-Batterien sehr viel sicherer und können nun auch in Elektroautos eingesetzt werden. Auch als Energiespeicher für Windkraft oder Solaranlagen können sie nun eingesetzt werden.

Hochleistungsoptik für Computerchips

Dr. Peter Kürz, Winfried Kaiser und Dr. Martin Lowisch von der Carl Zeiss SMT AG.

Optik und Computerchips? Was hat das miteinander zu tun? Ähnlich wie mit einem Diaprojektor werden die Schaltpläne auf Siliziumscheiben projiziert. Dann werden mit speziellem Lack die Bahnen auf den Chips markiert und mit Chemikalien ausgewaschen, so dass die gewünschten elektrisch leitfähigen Bereiche übrig bleiben.

Mittlerweile passen mehr als eine Milliarde Transistoren, eine Art winzigster Schalter, auf einen Chip. Die Schaltpläne sind so dicht gepackt, dass Lichtstrahlen normalen, sichtbaren Lichts zu grob sind. Man benutzt nun eine bestimmte Form feineren, ultravioletten Lichts. Diese Strahlung kann aber nicht wie sichtbares Licht mit Linsen zum Ziel gelenkt werden. Die Forscher haben hochgenaue Spiegel entwickelt, deren Oberfläche Abweichungen hat, die geringer sind als der Durchmesser eines Atoms. Außerdem schaffen sie es, dass diese Spiegel in exakter Position gehalten werden. Mit der Technik kann man noch zehn Mal mehr Transistoren auf Chips packen, als heute möglich sind.

Kristalle als neue Lichtquellen

PD Dr. Klaus Streubel, Dr. Stefan Illek der Osram Opto Semiconductors GmbH in Regensburg und Dr. Andreas Bräuer vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena

Dem Team gelang die Entwicklung besonders lichtstarker LEDs. LEDs sind aus Halbleitermaterial wie auch Computerchips. Wenn Spannung anliegt, dann wird Licht abgestrahlt. Anders als in einer Glühbirne entsteht dabei nur eine geringe Wärmemenge.

Das Team konnte nun LEDs in sogenannter Dünnfilmtechnologie bauen. Dadurch kann man sehr große LEDs bauen, die nach und nach vielleicht die herkömmlichen Röhren und Birnen ersetzen können. Nun sind Leuchtmittel möglich, die vom Infrarot bis in den sichtbaren Bereich des Lichts alle Wellenlängen, also Farben, erzeugen könne. Damit sind ganz neue, kreative Leuchtmittel möglich.

http://www.deutscher-zukunftspreis.de/

Text: -jj- / Pressemitteilung des Deutschen Zukunftspreises // Bilder: Patch Clamp GFDL; Lithiumbatterie Ansgar Hellwig cc-by-sa 2.0; LED Ulfbastel PD; Lithographie Alison Chaiken GFDL

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt