Wie sieht eigentlich der Alltag der Gefängnisinsassen aus?

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Wie sieht eigentlich der Alltag der Gefängnisinsassen aus?

Ivan aus Pfäffikon in der Schweiz möchte wissen, wie ein Tag im Leben eines Gefängnisinsassen aussieht.

Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Gefängnissen und Vollzugsarten, wie den offenen oder den geschlossenen Vollzug. Ob ein Straftäter in den offenen oder geschlossenen Vollzug kommt, hängt immer von der Tat ab, die er begangen hat und für wie gefährlich er für den Rest der Gesellschaft eingeschätzt wird.

Offener Vollzug bedeutet, die Häftlinge dürfen aus ihren Zellen, sie dürfen sich ihr "Zimmer" selbst gestalten mit Fotos etc. und in der Freizeit dürfen sie aus dem Gefängnis zum Beispiel in die Stadt. Manchmal arbeiten sie auch in ganz normalen Betrieben außerhalb des Gefängnisses, manchmal auf dem Gefängnisgelände.

Beim geschlossenen Vollzug sitzen die Häftlinge in ihren Zellen. Sie dürfen sich auf dem Gefängnisgelände nur kontrolliert bewegen, also arbeiten gehen oder in die Anstaltsbücherei, sie dürfen aber das Gelände nie verlassen.

Die Zellen sind häufig sehr eng und nur mit dem Nötigsten eingerichtet.

Für manche ist es auch möglich, im Gefängnis eine Ausbildung zu machen. Zum Beispiel zum Schlosser, Schweißer oder Maurer. Es gibt Einzel- aber auch Doppelzellen, vor deren Fenstern Gitter sind, alle Türen werden verschlossen - die Schlüssel haben die Wärter, die überall sind und die gesamte Gefängnisanlage überwachen.

Normalerweise müssen die Häfltinge auch ihre private Kleidung ablegen und "Anstaltskleidung" tragen.

Der gesamte Alltag wird von einem festgelegten Zeitplan bestimmt, den der Häftling nicht durchbrechen darf und der sieht in etwa so aus: 6.00 Uhr: Aufstehen, der Wärter schließt die Zelle auf, waschen. Frühstück: 07.00 Uhr; Ausbildung oder Arbeit bis 11.45 Uhr, 11.45 Uhr bis 12.00 Uhr: Mittagessen. 12.00 Uhr bis 15.30 Uhr: Ausbildung oder Arbeit. Nach 15.30 Uhr: Freizeit im Hafthaus, Musikhören, Tischtennisspielen, Fernsehen, Sport machen, Lesen usw. 21.30 Uhr: "Nachtverschluss"; der Wärter schließt die Häftlinge in ihre Zellen ein.

Am Tag arbeiten und leben die Gefangenen in Gruppen. In manchen Gefängnsssen dürfen sie sich auch abends besuchen, gemeinsam fernsehen, Karten spielen oder einfach nur reden. Widersetzt sich ein Häftling den Anordnungen oder gehen Häftlinge im Streit aufeinander los, dann können sie auch in der Arrestzelle landen.

Insgesamt ist der gesamte Alltag vorbestimmt und das Gefühl von Eingesperrtsein und nicht frei entscheiden dürfen ist wohl immer gegenwärtig.

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