Wie entstehen Hurrikane?

Berühmte Personen

Wie entstehen Hurrikane?

Über Nord- und Mittelamerika wüten derzeit wieder Hurrikane tropische Wirbelstürme, die große Verwüstungen verursachen können. Hurrikan Irene bedrohte sogar die Metropole New York, obwohl die befürchtete Katastrophe dann doch nicht eintrat. Es blieb bei Überschwemmungen, Stromausfall und Sachschäden in Milliardenhöhe. Wir wollen euch erklären wie Wirbelstürme entstehen.

Was ist ein Hurrikan?

 

Bild: Die orangen Pfeile deuten die nachströmende Warmluft an, die sich spiralförmig dreht. In der Mitte sieht man, wie kühlere Luft in das Auge, also Zentrum, des Hurrikans sinkt.

Hurrikane sind im Gebiet des Nordatlantiks auftretende tropische Wirbelstürme. Sie bilden sich im Sommer und Herbst und können sich über Hunderte von Kilometern ausbreiten.  "Irene" deckte an der nordamerikanischen Atlantikküste sogar eine Fläche von der Größe Europas ab.

Wirbelstürme entstehen über den tropischen Meeren, wenn die Wassertemperatur der Ozeane mindestens 27 Grad Celsius beträgt. Dann lässt die Sonneneinstrahlung gewaltige Wassermassen über dem aufgeheizten Meer verdunsten. Mit der warmen Luft steigt der Wasserdampf schnell auf. In Erdnähe strömt von allen Seiten Luft nach. Durch die Erddrehung beginnt diese Luft sich spiralförmig zu drehen. Das sieht aus wie Wasser, das in einen Abfluss fließt.

 

Das Auge des Hurrikans

 


Foto: Hurrikan auf dem Satellitenbild.


Durch diese Bewegung entsteht ein riesiger, trichterförmiger Wirbel. Er dreht sich auf der Nordhalbkugel immer gegen den Uhrzeigersinn, auf der südlichen mit ihm. In seiner Mitte, dem so genannten Auge, bleibt es völlig ruhig aber um dieses Zentrum kreisen gigantische Stürme.

 

Erst wenn der Hurrikan über kühleres Festland oder Wasser fegt, wird er langsamer und schwächt sich ab, weil ihm der Nachschub an feuchtwarmer Luft fehlt.

Welche Wirkung hat ein Hurrikan?


 

Die Sturmwirbel erreichen Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern, also Orkanstärke und entwickeln eine unglaubliche Zerstörungskraft. Besonders gefährlich sind Hurrikane, weil keiner genau vorhersagen kann, welchen Weg sie nehmen werden. Wirbelstürme bewegen sich allerdings nicht sehr schnell vorwärts, nur mit etwa 15-30 Kilometern in der Stunde. So kann die bedrohte Bevölkerung meist rechtzeitig alarmiert werden.

Nicht nur der Sturm wirkt sich zerstörerisch aus. Auch die Regenmassen sowie Sturmfluten, die von Hurrikans verursacht werden, sorgen für Überflutungen und Schäden an Gebäuden, Häusern und Bäumen sowohl an der Küste als auch im Landesinneren.

Außerdem können sich an den Grenzen des Auges eines Hurrikans zusätzlich Tornados (was das ist, erfahrt ihr im angehängten Artikel) ausbilden. Diese haben zwar nur eine Lebensdauer von Sekunden bis zu wenigen Minuten, wirken jedoch auch sehr zerstörerisch.

Wie erhalten Hurrikane ihre Namen?

 

Seit 1953 bekommen Hurrikane in den USA einen Namen, damit man sie besser unterscheiden kann. Zunächst erhielten sie einfache, leicht verständliche Frauennamen. Jedes Jahr begann man von Neuem in alphabetischer Reihenfolge. Seit 1979 werden die Hurrikans aber auch mit männlichen Namen bezeichnet. Die Namen werden für fünf Jahre im Voraus festgelegt.

Gibt es immer mehr und gefährlichere Hurrikane?


 

Diese Frage beantwortet Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst mit nein. Beobachtet man die letzten zehn bis 20 Jahre, so stellt man fest, dass es nicht mehr Hurrikane gibt und diese auch nicht schlimmer geworden sind.

Von Juli bis November ist einfach die Zeit, in der sich die Hurrikane aufgrund der Wassertemperatur entwickeln können. Allerdings gibt es Jahre in denen die Hurrikans keinen Schaden anrichten, weil sie nicht den Weg über die Inseln und Küsten einschlagen.

 

Hinzu kommt, dass hurrikangefährdete Gebiete, wie die Küste Floridas, immer stärker besiedelt werden und aus diesem Grund immer mehr Menschen bei Gefahr evakuiert werden müssen. Außerdem steigen auch die Schäden an Gebäuden, an Autos und Straßen, da diese auch immer mehr werden.

Mehr über Hurrikans, Tornados, Tsunamis und andere Wetterphänomene erfahrt ihr im WAS IST WAS Band 7 Das Wetter sowie im WAS IST WAS Band 74 Naturkatastrophen.

Text: LM, ab, akt. nic 29..08.11; Illustration: WAS IST WAS Band 74 Naturkatastrophen, Fotos: Tessloff Archiv.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt