Vulkanausbruch auf Java

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Vulkanausbruch auf Java

Weltweit gibt es rund 1900 aktive Vulkane. Sie haben großen Einfluss auf das Klima der Erde und das Leben der Menschen. Etwa 300 davon sind auf dem Gebiet der Republik Indonesien, 65 gelten als gefährlich, darunter der Feuerberg Merapi.

Die Aktivität des Feuerberges nimmt seit Tagen mehr und mehr zu. Heiße Wolken aus Gas und Asche werden in die Luft geschleudert und glühende Lava fließt die Abhänge hinab.  Weil ein die Lava blockierender Bergrücken verschwunden ist, drohen nun besonders an den West- und Südwesthängen Abgänge von Lava und heißen Gaswolken.

Wissenschaftler haben festgestellt, das die Lavakuppel über dem Gipfelkrater des Merapi innerhalb einer Woche um 17 Meter anwuchs Sie hat nun einen Durchmesser von 100 Metern und droht jederzeit einzustürzen.

In einem Umkreis von sieben Kilometern wurden die Menschen evakuiert. Einige Gläubige versuchen mit religiösen Ritualen den Merapi zu besänftigen. Die letzte Eruption kostete 60 Menschen das Leben. Die Lage ist schwierig, weil die Menschen in dem Gebiet in der Nähe des Merapi immer noch mit den Folgen des Erdbebens der letzten Woche zu kämpfen hat.


 

Normalerweise wirkt der rund 3000 Meter hohe Berg auf der Insel Java eher friedlich. Doch wenn er qualmt und Feuer spuckt, sieht es anders aus. Der Merapi befindet sich in Zentraljava nur etwa 25 km nördlich der Stadt Yogyakarta (ca. 650.000 Einwohner). Er ist einer der gefährlichsten von mehr als 300 aktiven Vulkanen der Republik Indonesien.

Gefährliche Zone

Indonesien ist Teil des so genannten pazifischen Feuerrings, eine breite Zone im Pazifik mit regelmäßigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Der Vulkanismus auf Java ist auf das Abtauchen (Subduktion) der indoaustralischen Platte unter die euroasiatische Kontinentalplatte zurückzuführen.

Die Eruptionen in der Gegend des Vulkans Merapi haben schon vor zirka 400.000 Jahren begonnen. Der Feuerberg ist seither nicht zur Ruhe gekommen.

Wenn ein Vulkan ausbricht steigt geschmolzenes Gestein aus dem Erdinnern nach oben, da es weniger dicht ist als das umgebende Gestein. Es bildet in der Lithosphäre, der äußeren und erkalteten Schale der Erde, Magmakammern und gelangt von dort, zusätzlich angetrieben von sich schnell ausdehnenden Gasblasen, an die Oberfläche.

Immer wieder Katastrophen

Besonders schlimm sind so genannte pyroklastische Ströme (Gr.: pyro=Feuer, klao=(zer)brechen). Eine mehrere hundert Grad heiße Wolke aus Gasen, Asche und Gesteinsbrocken rast dabei mit bis zu 500 Kilometern pro Stunde den Hang hinab. Dabei zerstören und töten sie alles, was auf ihrem Weg liegt. Solche Ströme können nicht vorhergesagt werden.

Beträchtliche Eruptionen verursachten häufig den Tod vieler Menschen und fanden vor allem in den Jahren 1006, 1786, 1822, 1872 (der gewaltigeste Ausbruch in der neueren Zeit) und 1930 statt.

Typische kleine Eruptionen sind am Merapi alle zwei oder drei Jahre zu beobachten. Größere Ausbrüche kommen durchschnittlich alle zehn bis fünfzehn Jahre vor. Beim vorangegangenen Ausbruch des Merapi 1994 starben 66 Menschen. Die verheerendste Eruption ereignete sich aber 1930, als fast 1400 Menschen getötet wurden.

Neuer Ausbruch droht

Vulkane, die als gefährlich bekannt sind, werden ständig untersucht und beobachtet. Auch Deutsche forschen am Merapi. Hier findest du einen Bericht der Universität Köln. Die seismische Überwachung am Merapi begann bereits im Jahre 1924. Weil sich ein Vulkanausbruch mit mehr oder weniger starken Erdbeben ankündigt, können die Vulkanologen anhand deren Stärke und Häufigkeit erkennen, ob ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht.

Im Sommer 2005 wurde eine verstärkte seismische Aktivität des Merapi verzeichnet. Seit Anfang Mai 2006 fließt Lava aus dem Krater, während der Berg weißen Rauch in hunderte Meter Höhe ausstößt. Bei Google Earth findest du aktuelle Satellitenbilder des Vulkans. Wer sich die nur wenige Megabyte große Software auf den Rechner holt, kann quasi jeden Winkel der Erde erkunden. Google Earth ist der Globus des 21. Jahrhunderts.

Menschen werden evakuiert

Nach neun Beben und auffälligen Magmabewegungen wurden am 23. April zirka 600 ältere Menschen und Kinder an den Hängen des Vulkans evakuiert. Am 13. Mai war für die Gegend rund um den Berg die Alarmstufe Rot verhängt worden. Nun waren alle Bewohner in der unmittelbaren Umgebung des Berges aufgerufen, sich umgehend in Sicherheit zu bringen. Zunächst hatten jedoch nur rund ein Drittel der 30.000 Bewohner der Gefahrenzone Schutz in Notunterkünften gesucht. Viele fürchteten, dass ihr Hab und Gut Plünderern zum Opfer fallen könnten. Einige Männer sind sogar in den Orten in der Gefahrenzone zurückgeblieben, um nach Vieh und Häusern zu schauen. Sie hatten sich aber auf eine sofortige Flucht eingestellt.

Massive Zerstörungen:

Der gewaltigste Vulkanausbruch der bisherigen Geschichte ereignete sich im Jahr 1815. Es war nicht der Merapi, sondern der Tambora, der auf der indonesischen Insel Sumbawa zu finden ist. 80 Kubikkilometer Magma stieß dieser Feuerberg damals aus. Allein die dadurch erzeugten Flutwellen töteten rund 10.000 Menschen an den Küsten der umliegenden Inseln.

Die ausgeschleuderte Asche führte zu einer Kältewelle in Europa. Mitten im Juli gab es Frost und Schnee, woraufhin es Hungersnöte mit vielen Toten gab. Allein durch die dadurch hervorgerufenen Missernten sollen 80.000 Menschen gestorben sein.

Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserer Erlebniswelt. Weitere Informationen bekommst du ausserdem im WAS IST WAS Band 57: Vulkane.


 

Text: RR, Bilder: Universität Köln, Tessloff-Verlag.

15. 5. 2006 // Ergänzt am 7.6.2006 -jj-


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