Tschernobyl

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Tschernobyl

Am 26. April 1986 ereignete sich der bisher schwerste Unfall in der Geschichte der Atomenergienutzung. In einem ukrainischen Kernkraftwerk wurde ein Experiment mit fatalen Folgen gestartet.

Die Turbinen des Werkes wurden ausgeschaltet, um einen Test zu machen. Man wollte wissen, wie lange die Turbine mit der Restwärme des abgeschalteten Reaktors weiterlaufen kann. Es entstand ein Hitzestau und Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodierte. Es ereignete sich der größte anzunehmende Unfall, kurz GAU genannt.

Welche Folgen hatte der GAU?


Durch die Explosion wurde Radioaktivität an die Außenwelt abgegeben. Je näher man sich am Ort der Katastrophe aufhielt, desto schlimmer die gesundheitlichen Schäden. Tausende Menschen in der Ukraine wurden evakuiert, das bedeutet sie mussten ihr Zuhause verlassen, um in ein weniger belastetes Gebiet umzusiedeln. Zahlreiche Helfer, die den Reaktorblock 4 mit Hilfe von Beton verschlossen, um weitere Strahlung zu verhindern, starben an der Strahlenkrankheit.

Doch nicht nur die Sowjetunion war von dem Gau betroffen. Eine strahlende Wolke zog auch nach Europa und verunsicherte die Menschen hier. Natürlich waren die Schäden hier nicht so schlimm wie in der Ukraine. Trotzdem erlaubten viele Eltern ihren Kindern nicht mehr im Freien zu spielen. Sie hatten Angst vor den gefährlichen Strahlen im Boden und somit auch z.B. in Sandkästen.

Und heute?


Selbst heute noch, 15 Jahre nach dem Unfall, leiden viele Menschen an den Folgen der Katastrophe. Sie haben Krankheiten wie Leukämie oder Krebs, Kinder von Strahlengeschädigten können missgebildet auf die Welt kommen. Zahlreiche Hilfsorganisationen in Deutschland unterstützen noch immer die geschädigten Menschen in der Ukraine.

Ein großer Teil unseres Energiebedarfs wird auch heute noch mit Atomenergie gedeckt. Befürworter meinen, es sei das einzige und billigste Mittel um genügend Strom zu erzeugen. Bisher hat sich weder in Deutschland noch in Österreich noch in der Schweiz ein Unfall in einem Atomkraftwerk ereignet.

Gegner dagegen haben Zweifel am Nutzen von Atomkraftwerken, zumal man auch mit anderen Mittel Strom erzeugen kann, wie zum Beispiel mit Solarenergie oder Windkraft. Außerdem sind die Schäden und Folgen bei einem GAU nicht auszudenken.

Text: KP, 23.04. 2001

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