Die Nacht der Vulkane vom 23. - 31.08.03

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Die Nacht der Vulkane vom 23. - 31.08.03

Seit der letzten Eiszeit ruhen die Vulkane rund um den Laacher See. Nun haben sich die dort gelegenen Gemeinden einen Somer-Clou ausgedacht: Die Verbandsgemeinden Brohltal und Mendig sowie die Ortsgemeinde Nickenich erwecken gemeinsam die Giganten zu neuem Leben. Am 30. August mit der "Nacht der Vulkane".

Die Eifel eine Vulkanlandschaft

Der Laacher See in der Eifel bildete sich nach einem Vulkanausbruch vor rund 13 000 Jahren. Damals brach in der Osteifel der Laacher-See-Vulkan aus. Und zwar mit einer Wucht, die selbst den Ausbruch des amerikanischen Mount St Helens übertraf. Innerhalb weniger Tage schossen fünf Milliarden Kubikmeter Asche und Bimsstein aus dem Boden pro Sekunde 100 000 Kubikmeter. Das ist so viel wie man auf 1000 Güterwagen laden könnte. Der feine Staub dieser gewaltigen Explosion wurde bis in die französischen Alpen und Südschweden getragen.

Die Eifel und ihre Maare

Die Landschaft der Westeifel ist geprägt von den dortigen Seen. Stille, meist kreisrunde Gewässer ohne Zu- oder Ablauf. Diese Seen werden Maare genannt. Sie entstanden, als das heiße Magma in den Spalten emporquoll und auf das Grundwasser traf. Durch diesen Kontakt verdampfte das Wasser schlagartig. Es kam zu gewaltigen Wasserdampf- Explosionen, bei denen riesige kreisrunde Kessel aus dem Fels gesprengt wurden. Felsblöcke flogen kilometerweit durch die Luft.

Der Laacher See Vulkan

In der Osteifel gibt es rund 100 Vulkane, von denen der bekannteste der Laacher-See-Vulkan ist. Auch er ist ein Maar, an dessen Rand man heute noch beobachten kann, wie Kohlendioxid austritt.

Die Forscher unterscheiden hier fünf Tätigkeits - Perioden. Vor 570 000 Jahren begannen die ersten Eruptionen und es entstanden erste Stratovulkane. Das sind kegelförmige Vulkane, die abwechselnd aus Lava- und Ascheschichten aufgebaut sind. Hauptmerkmal der 5. Tätigkeits-Periode war die Förderung großer Bimsstein- und Aschemengen aus dem Laacher-See-Vulkan.

Die größte Eruption fand dann schließlich vor knapp 12.900 Jahren statt. Erst vor 11000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit, endeten die Aktivitäten. Allerdings sind sich die Forscher darüber einig, dass die unterirdischen Kräfte noch immer nicht vollkommen eingeschlafen sind und es durchaus nochmals zu einem Ausbruch der Eifel- Vulkane kommen kann.

Neun Tage Mammut-Programm:

Unter dem Motto: "Die Nacht der Vulkane" haben verschiedene Orte der Osteifel ein tolles Veranstaltungsprogramm mit 67 Veranstaltungen zusammengestellt. Es gibt: Konzerte, Theateraufführungen, Musicals, Comedy, Kabarett, Vorträge, Exkursionen, spezielle Kinderveranstaltungen, Straßentheater, Kleinkunst, aber auch die Kirmes in Nickenich, eine Weltbierprobe, das "unterirdische Basaltkegeln" oder die von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft geleitete Veranstaltungswoche "Ars Vulkanica".

Laachi, der kleine Drache

Für Kinder und Erwachsene zeigt die Pellenz-Musical- School am 28. und 29. August in der Römerhalle Wehr das Musical "Laachi und Vulkanius". Erzählt wird die Geschichte von Laachi, dem kleinen und freundlichen Drachen aus dem Laacher See, und seinen Freunden. Das Reptilienhaus des Naturkundemuseums Maria Laach bietet Führungen an, einschließlich Fütterung der Schlangen.

Höhepunkt ist die "Nacht der Vulkane"

Das Topereignis ist die "Nacht der Vulkane" am 30. August. Bengalische Feuer sowie eine pyrotechnische Show, simulieren die Vulkanausbrüche des "Perler Kopf", "Eicher Sattel" und "Krufter Ofen".

Während Teile aus dem Inneren der Vulkane mit rotem, weißem und gelbem Schweif in den Himmel steigen und dort verglühen sowie brodelnde Basaltlava sich den Weg ins Tal bahnt, können die Zuschauer dieses einmalige Spektakel aus sicherer Entfernung von der Burg Olbrück aus (22.00 Uhr), der Nickenicher Pellenzhalle (22.30 Uhr) und der Brauerhof Wiese in der Mendiger Brauerstraße (23.00 Uhr) verfolgen.

Alle genauen Anfangszeiten zu den einzelnen Veranstaltungen sowie die genauen Programmpunkte erfahrt ihr unter http://www.nacht-der-vulkane.de/.

-ab-21.08.03 Text/ Fotos:Mit freundlicher Genehmigung der Tourist-Information Brohltal, Burg im Abendrot: Fotograf W. Müller.

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