Die Katastrophe danach

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Die Katastrophe danach

Jetzt drohen neue Gefahren: In ehemaligen Kriegsgebieten auf Sri Lanka hat das Wasser Minen aus der Erde gespült, die das Aufräumen zu einer lebensgefährlichen Aufgabe machen. Dazu kommen viele Millionen Obdachlose, die in dem Chaos nicht wissen, wohin. Strom- und Wasserversorgung sind ausgefallen und die hygienischen Zustände sind katastrophal.

Eine THW-Hundestaffel, mit der nach Verschütteten gesucht wird.

Verschiedene Ursachen führen dabei zum selben Problem: Seuchengefahr für Überlebende und Helfer. Die Seuchengefahr entsteht zum einen durch herumliegende Leichen und Tierkadaver. Insbesondere Cholera und Typhus werden dadurch zum Problem. Zum anderen kann man wegen des Stromausfalls keine Lebensmittel mehr kühlen. Dadurch steigt die Gefahr von Lebensmittelvergiftungen.

Durch die Zerstörung der Infrastruktur, besonders von Kanalisation und Frischwasserleitungen, steigt auch die Gefahr von Krankheiten die durch Tiere, insbesondere Nager wie Ratten und Mäuse, übertragen werden. Nagetiere übertragen besonders das Hanta-Virus: Erkrankte leiden unter schweren Blutungen, ähnlich wie bei Ebola, und einer Störung der Nierenfunktion.

Mücken sind verantwortlich für Dengue-Fieber und Malaria: Wer an Dengue-Fieber erkrankt, leidet unter Kopfschmerzen und hohem Fieber. Besonders Kinder sterben oft an inneren und äußeren Blutungen. Medikamente gibt es keine, man kann nur helfen, den Kopf- und Fieberschmerz zu lindern.

Malaria-Patienten leiden unter schubweise auftretendem Fieber und stark beeinträchtigtem Allgemeinbefinden. Malaria kann mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Eine besonders schwere Form, Malaria tropica, kann unbehandelt auch tödlich verlaufen.

Typhus ist eine Salmonellen-Erkrankung, die besonders durch verschmutztes Trinkwasser und Lebensmittel übertragen wird. Unbehandelt dauert die Krankheit rund vier Wochen und äußert sich in hohem Fieber und starkem Durchfall. Allerdings können auch Organe angegriffen werden, was schließlich zum Tod führt. Auch mit Antibiotika-Behandlung sterben immer noch ein bis drei Prozent der Erkrankten. Problematisch ist die schlechte Versorgung mit Medikamenten im Katastrophengebiet.

Cholera führt auch zu starkem Durchfall und den damit verbundenen Problemen wie Flüssigkeitsmangel und Mangel an lebenswichtigen Substanzen. Bis zu 25 Liter Flüssigkeit können pro Tag ausgeschieden werden. Unbehandelt sterben über die Hälfte der Patienten. Geholfen werden kann durch die Infusion von Flüssigkeit und lebenswichtigen Mineralien (Elektrolyte).

Durchfallerkrankungen sind deswegen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weil die Aufnahme von Flüssigkeit im Darm gestört ist. Dadurch kann der Körper förmlich austrocknen, obwohl viel getrunken wird. Auch gehen viele Mineralien wie Natrium oder Kalium verloren, die der Körper zum Funktionieren braucht. Helfen kann hier der Verzehr von Salzstangen.

Auch die Lebererkrankung Hepatitis wird zu einer Bedrohung für die Menschen in der Krisenregion. Man unterscheidet sechs Formen, Hepatitis A-E und G, hauptsächlich von Bedeutung ist im Krisengebiet momentan jedoch Hepatitis A und E. Dabei entzündet sich die Leber und kann ihrer Aufgabe als Entgiftungsorgan nicht mehr gerecht werden. Dadurch sammeln sich Giftstoffe im Körper. Hepatitis kann bis zur Leber-Zirrhose, also Zerstörung der Leber, führen. Dann hilft eigentlich nur noch eine Leber-Transplantation.

Helfer in der Not

Viele Organisationen wie das Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen und andere, sind in die Krisenregion gereist, um den Menschen zu helfen. Von besonderer Bedeutung ist momentan das THW, das dort mit Wasseraufbereitungsanlagen vor Ort hilft, trinkbares Wasser herzustellen und so die Gefahr von Krankheiten vermindert.

Das THW (Technisches Hilfs-Werk) ist eine Bundesanstalt und wurde 1950 in Deutschland gegründet. Die Aufgaben sind per Gesetz festgelegt:

1. Technische Hilfe im Zivilschutz

2. Technische Hilfe im Auftrag der Bundesregierung

3. Technische Hilfe im Katastrophenfall auf Anforderung

Viele Mitarbeiter des THW arbeiten freiwillig und ehrenamtlich mit. Man kann auch, statt Zivil- oder Wehrdienst zu leisten, zum THW gehen. Allerdings muss man sich für einen Zeitraum von sechs Jahren verpflichten. Man kann aber nebenher seine berufliche Ausbildung beginnen oder fortsetzen, denn der Dienst wird meistens am Wochenende oder in Übungen abgeleistet.

Schmutz- zu Trinkwasser

Um aus verschmutztem, so genanntem kontaminiertem, Wasser wieder Trinkwasser zu machen, stehen verschiedene Verfahren zur Aufbereitung zur Verfügung. Zunächst muss das Wasser von grober Verschmutzung gereinigt werden. Das geschieht durch verschieden feine Filter, von Sand bis hin zu Aktiv-Kohle. Mit ihren feinen Poren können sogar Moleküle vieler schädlicher Stoffe ausgefiltert werden.

Das wichtigste ist allerdings, vorhandene Keime abzutöten. Dazu nutzt man vor allem Chemikalien wie Kaliumpermanganat, aber auch starkes UV-Licht wird eingesetzt, um das Wasser zu sterilisieren, also krankmachende Bakterien zu töten. Wenn ihr selbst einmal in tropischen Ländern unterwegs seid, ist es ratsam, das Wasser vor dem Gebrauch immer abzukochen, denn auch große Hitze tötet Bakterien ab.

"Reis statt Böller"

Unter diesem Motto hat auch Bundeskanzler Gerhard Schröder dazu aufgerufen, Geld lieber zu spenden, als es für Feuerwerkskörper zu Silvester auszugeben. Angesichts der Not von vielen Millionen Obdachlosen nützt jeder Euro.

Ein Verzeichnis der Spendenkonten verschiedener Organisationen ist hier zu finden.

Weitere Informationen findet ihr hier:

Was ist Was: Die Katastrophe in Asien

und

News bei der Blinden Kuh

Homepage des THW

Was ist Was: Entdeckung des Tuberkulose-Bazillus

Text: -jj- / 30.12.04 /Fotos: mit freundlicher Genehmigung des THW / Foto Mücke: Was ist Was Band 30: Insekten

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