Die Frage der Woche: Woher kommt der Morgentau?

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Die Frage der Woche: Woher kommt der Morgentau?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Sophie R.: "Woher kommt der Morgentau?" Hier erfahrt ihr die Antwort...

Ein Morgenspaziergang hat seinen besonderen Reiz: Wenn der Tag noch jung ist und der Tau an Blüten und Gräsern glitzert - ein Anblick, der schon viele Dichter zu romantischen Texten inspiriert hat.


Doch hinter den unscheinbaren Wassertropfen steckt mehr als man zunächst denken mag. Wusstest du z. B. dass viele Lebewesen ohne Morgentau nur sehr schwer überleben könnten?

So entsteht Morgentau

Um zu wissen wie Morgentau überhaupt entsteht, solltest du ihn dir bei nächster Gelegenheit genau ansehen. Du wirst viele kleine Wassertropfen zu sehen bekommen. Außerdem kannst du Morgentau sowohl auf Pflanzen, als auch auf manchen Insekten sehen. Aber woher kommen die Tropfen, wenn es nicht geregnet hat?

Wie du vielleicht schon gehört hast, beinhaltet die Luft auch Feuchtigkeit, welche wir als Luftfeuchtigkeit kennen. Am Abend, wenn die Sonne untergeht, kühlt sich die Luft ab, was aber auch dafür sorgt, dass die Luft nicht mehr genügend Feuchtigkeit speichern kann. Also gibt sie diese ab. Ab einer bestimmten Temperatur ist der sogenannte Taupunkt erreicht, ab dann setzt sich das Wasser auf dem Boden ab.

Manchmal kann der Tau auch gefrieren. Den gefrorenen Tau nennt man dann Eistau oder auch Raureif. Du solltest den gefrorenen Tau aber nicht mit Reif verwechseln. Dieser entsteht nämlich dadurch, dass das Wasser bereits in der Luft zu Eis wird und sich nicht wie beim Tau erst als Flüssigkeit auf Pflanzen etc. absetzt.

Der Tau als Lebensspender

Tau sieht nicht nur schön aus, sondern er hat sowohl für den Menschen, als auch für die Natur eine große Bedeutung. In Wüsten z. B. kann der Tau eine wichtige Nahrungsquelle darstellen, da dort nur wenig Wasser vorkommt.

Ebenso wichtig ist das Wasser des Taus für viele Pilz- und Kakteenarten, welche ohne ihm kaum überleben können. Sogar einige Insektenarten wie z. B. die Blutzikade trinken den Morgentau, nachdem sie diesen über spezielle Fühler aufgefangen haben.

Nebenbei wird auch an Spezialfolien geforscht, welche sehr große Mengen an Wasser aus dem Tau ziehen können. So ist es für viele Menschen leichter in Regionen zu leben, wo es sonst nur sehr selten regnet. Der Einsatz von Folien zählt jetzt schon zu den wichtigsten Strategien, um in der Wüste zu überleben.

Übrigens: in Griechenland hat der Tau sogar eine eigene Göttin mit dem Namen Ersa.

Text: RR, Stand: 12. 9.11, Fotos: Paul Harris (Spinne), Staffan Enbom (Tropfen); Lizenzen: Creative Commons Attribution 2.0


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