Die Frage der Woche: Wie überlebt man in der Wüste?

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Die Frage der Woche: Wie überlebt man in der Wüste?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Philipp: Wie überlebt man in der Wüste? Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Überleben in der Wüste? Ist das überhaupt möglich? Gibt es dort Leben und wie kann es in einer so unwirtlichen Umgebung überdauern?



Tatsächlich gibt es nicht wenige Arten in der Tierwelt, die nicht nur in der Wüste überleben, sondern sich die Wüstengebiete sogar als Lebensraum erschlossen haben.

Was ist eine Wüste?

Wüsten, das sind die vegetationsarmen Gebiete der Erde, die aufgrund fehlender Wärme, Überweidung oder aufgrund von Wassermangel entstehen.

Es lassen sich fünf verschiedene Arten der Trockenwüste voneinander unterscheiden.

Wüstenarten

 

Da gibt es zum einem die Sandwüste, die zum Großteil aus Quarzsand besteht. Die Steinwüste, deren Oberfläche durch Felsmaterial und Schutt gekennzeichnet ist.

Ein dritter Typ ist die Kieswüste, die häufig durch die Erosion von Stein- oder Felswüsten entsteht.

Weiterhin gibt es noch die Salzwüste, die in trockenen Gebieten durch eine starke Verdunstung hervorgeht. Hier wird durch gelegentliches Zufließen von Wasser feinstes Material eingeschwemmt, das beim Verdunsten des Wassers als salzreicher Ton zurückbleibt. Zur Regenzeit sind diese Ebenen mit flachen Salzseen bedeckt, dagegen bilden sich während der Trockenzeit Trockenrisse.

Schließlich gibt es noch die Eiswüste, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern.

Des Weiteren kann man zu den oben genannten Trockenwüsten, die circa ein Fünftel der gesamten Landfläche der Erde ausmachen, noch drei zusätzliche Wüstentypen unterscheiden

Die Halbwüsten sind geringfügig feuchter ist als die Trockenwüsten. Sie legen meist in der Übergangszone einer Trockenwüste.

Zusätzlich gibt es noch die edaphischen Wüsten die einen wasserdurchlässigen Boden aufweisen. Dieser Boden kann das Wasser nur kurz speichern, was dazu führt, dass Pflanzen keine Chance haben zu gedeihen.

Der letzte Typ ist die Windwüste, die von ständigen Winden geprägt ist. Moose, Flechten und Farne können zwar wachsen, aber Bäume haben keine Chance, da es keinen Schutz vor Windböhen gibt.

Hier und in den Links unter diesem Artikel findest du weitere Informationen dazu.

Ökologie

Trockenwüsten sind von Wassermangel und starken Temperaturschwankungen geprägt.

Am Tag erhitzt sich die Oberfläche des Bodens sehr stark (bis circa 70° Celsius), allerdings kann der Wüstenboden Wärmeenergie nur schlecht speichern, weshalb die Hitze nachts wieder ins Weltall abgestrahlt wird.

Jedoch gibt es durch die heftige Abkühlung einen bodennahen Taupunkt. Die dadurch gebildeten Tautropfen ermöglichen ein Überleben von verschiedensten Lebewesen durch ganz spezifische Anpassung.

Pflanzliches Wachstum existiert nur auf circa einem Viertel aller Wüstenflächen. Diese Pflanzen können dort aufgrund ihrer verstärkten Salzverträglichkeit oder Anpassungen an die Trockenheit überleben.

Es gibt wassersparende und wasserspeichernde Pflanzen, außerdem unterirdisch überdauernde Pflanzen und solche mit relativ kurzen Wachstumsperioden.

Tiere in der Wüste

Auch Tiere haben sich im Laufe der Evolution an die überlebensfeindliche Umgebung angepasst. Beispielsweise gibt es Insekten mit besonders langen Beinen, damit die heißen Oberflächentemperaturen des Sandes nicht an ihren Körper gelangen.

Außerdem ist hierdurch eine schnellere Fortbewegung möglich, um den Temperaturen nicht allzu lange ausgesetzt zu sein.

Auch Kamele haben sich im Lauf der Evolution an die Wüste angepasst.

Ihre ovalen Blutkörperchen (die Blutkörperchen der meisten Säugetiere sind rund) ermöglichen es Kamelen, dass sie innerhalb kurzer Zeit viel Wasser aufnehmen können, ohne dass dabei eine Überwässerung des Körpers ensteht, die normalerweise zu Organschädigungen bis hin zum Tod führen kann.


Außerdem ist die Körpertemperatur der Kamele variabler als die der meisten anderen Säugetiere. Sie kann um 6 bis 8 Grad Celsius schwanken, wodurch das Tier weniger schwitzt und somit weniger Wasser verliert.

Früher wurde auch der Höcker als Anpassung betrachtet, da die Biologen davon ausgingen, dass er als Wasserspeicher dient. Neueren Forschungen zufolge ist der Höcker kein Wasser-, sondern ein Fettspeicher.

Auch die langen Beine der Kamele könnten wie bei einigen Insekten als Schutz vor Abstrahlungshitze dienen. Andere Tierarten, die man je nach Wüstenart antrifft, sind die Kropfgazelle, Schneeleoparden und Wölfe, Reptilien und Gliederfüßer wie Insekten und Skorpione. Zudem existieren zahlreiche Bakterienarten in der Wüste.

Überlebenstechniken des Menschen

Menschen können ebenfalls in der Wüste überleben. Allerdings sind sie nicht von Natur aus an das dortige Leben angepasst und müssen sich anderweitig helfen.

Durch bestimmtes Verhalten, wie zum Beispiel das Zurückziehen in Hütten und Zelte während der Mittagshitze oder das Graben von Brunnen kann er sich den Bedingungen anpassen.

Auch Hilfsmittel, wie weite Kleidung zum Schutz vor Sonnenstrahlen oder Autos und Kamele um große Distanzen schnellstmöglich zu überwinden, dienen dem Überleben.

Eine weitere Möglichkeit ist es den Regenwolken zu folgen, wie es häufig Nomaden machen.

Text und Fotos: RR, Stand: 21. 11. 2011.



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