Die Frage der Woche: Wie entsteht Nebel?

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Die Frage der Woche: Wie entsteht Nebel?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Isabella: Wie entsteht Nebel? Hier erfahrt ihr die Antwort

Das Wort Nebel hat griechische und lateinische Wurzeln und bedeutet nichts anderes als "Wolke". Dabei sind  Wassertröpfchen in Bodennähe ganz fein in der Luft verteilt.

Nebel und Dunst ist tatsächlich nichts anderes als eine Wolke, die Bodenkontakt hat. Im Gebirge können Wolken, die einen Hang berühren, zu Nebel werden. Man spricht dann von "aufliegender Bewölkung".


Von Nebel im meteorologischen Sinne spricht man, wenn die Sichtweite geringer als ein Kilometer ist. Beträgt die Sichtweite mehr als einen Kilometer, aber weniger als vier Kilometer, herrscht Dunst. Kann man weniger als 200 Meter weit sehen, spricht man von starkem Nebel.


Wie entsteht Nebel?


Die uns umgebende Luft enthält immer eine gewisse Menge an Feuchtigkeit. Wie viel Wasserdampf in der Luft enthalten sein kann, ohne dass Nebel entsteht, hängt unter anderem von der Temperatur ab. Zu jeder Temperatur gibt es eine bestimmte Menge an Wasserdampf, die die Luft aufnehmen kann.


Nebel entsteht, wenn die Luft bei einer bestimmten Temperatur mit der maximalen Wasserdampfmenge gesättigt ist und dann die Temperatur sinkt. Es kommt zur sogenannten Kondensation. Kondensation ist lateinisch und bedeutet sinngemäß verdichten. Die vorher unsichtbare Luftfeuchte verdichtet sich zu sichtbaren Wassertröpfchen.


Kondensation in der Küche



Ein beschlagenes Fenster: Luftfeuchtigkeit der warmen Raumluft hat sich an der kalten Fensterscheibe niedergeschlagen.

Das klingt alles furchtbar kompliziert. Du kannst es aber einfach daheim selbst ausprobieren. Nimm einen Spiegel und lege ihn kurz in den Kühlschrank. Dann nimm ihn in die Hand und hauche ihn an. Jetzt schlägt sich ein dünner Feuchtigkeitsfilm auf dem Spiegel nieder.


Wenn die warme, feuchte Luft aus deiner Lunge auf den kalten Spiegel trifft, dann sinkt die Lufttemperatur deiner ausgeatmeten Luft. Dadurch sinkt auch die Menge an Wasser, die die Luft halten kann. Die überschüssige Menge an Wasser schlägt sich dann als Feuchtigkeitsfilm auf dem Spiegel nieder.


Nebel am Abend


Wenn Luftfeuchtigkeit kondensiert, dann schließt sich die in der Luft vorhandene Feuchtigkeit in Form von Wassermolekülen zu immer größeren Tröpfchen zusammen. Sie werden so groß, dass sie als Nebel sichtbar werden oder sich als Feuchtigkeitsfilm auf Oberflächen niederschlagen.


Darum entwickelt sich Nebel oft am Abend oder in der Nacht, wenn sich warme und feuchte, bodennahe Luft abkühlt. Nebel tritt deshalb auch besonders im Herbst auf, weil die Luft nach und nach immer kühler wird und die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdboden dann Nebel bildet.

Weil kühle Luft nach unten sinkt, entsteht Nebel meist zunächst in Senken und Tälern sowie dicht über dem Boden. Wenn Nebel örtlich nur in einem sehr kleinen Bereich entsteht, spricht man auch von einer Nebelbank.

Nebel kann besonders für Autofahrer gefährlich werden. Wenn schlagartig die Sichtweite sinkt, kommt es oft zu Auffahrunfällen mit manchmal schlimmen Folgen. Darum gilt bei Nebel: Fuß vom Gas! Anhand der Leitpfosten am Straßenrand kann man die Sichtweite abschätzen: In Deutschland stehen sie im Allgemeinen 50 Meter voneinander entfernt, in Österreich 33 Meter.

 

Nebel über Grund, der nur wenige Zentimeter oder Meter hoch ist, wird auch Bodennebel genannt.



Wolken melken


In manchen Ländern wird mit speziellen Vorrichtungen wie engmaschigen Gittern Wasser aus Nebel und Wolken gewonnen: Die Feuchtigkeit schlägt sich dann an den Maschen nieder und nach und nach kommt so eine große Menge Wasser zusammenkommen, die als Trinkwasser genutzt werden kann. Besonders in hochgelegenen Küstenstädten Südamerikas hat sich diese Technik bewährt.


Übrigens ...


- Nebel im Fernsehen, Theater oder Diskotheken entsteht ganz anders. Dabei wird in Maschinen eine bestimmte Flüssigkeit verdampft und versprüht. Diese Flüssigkeit zieht Luftfeuchtigkeit stark an. Dadurch kommt es dann zur Bildung von kleinsten Wassertröpfchen, ganz ähnlich wie bei echtem Nebel.


- Verwendet man elektrische Geräte wie eine Digitalkamera im Winter draußen und kommt dann in ein warmes Zimmer, sollte man das Gerät nicht gleich anschalten. Denn die Luftfeuchte kann auch im Gerät kondensieren und einen Feuchtigkeitsfilm bilden. Dadurch kann es zu einem Kurzschluss kommen, der das Gerät beschädigt. Deshalb besser immer warten, bis das Gerät Raumtemperatur angenommen hat.


Text: -jj- 3.8.2012// Bilder: Fensterscheibe Markus Schweiss cc-by-sa 3.0; Nebelsonne LivingShadow cc-by-sa 2.5; Bodennebel PD;

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt