4. Weltkonferenz der Ozeane

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4. Weltkonferenz der Ozeane

Vom 7. - 11. April 2008 findet in Hanoi die 4. Ozean-Weltkonferenz statt. Ziel ist es, die komplizierten Ökosysteme im Meer besser verstehen zu lernen. Ein weiteres Thema ist der Umgang mit dem Klimawandel. Neben großen Küstenstädten sind vor allem kleine Inselstaaten vom Abschmelzen des Polareises und dem dadurch steigenden Meeresspiegel bedroht. Wichtigstes Ziel bleibt deshalb eine Verringerung des CO2-Ausstoßes.

71 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Die Meere sind der größte Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Sie beeinflussen das Wetter, und der größte Teil des Sauerstoffs unserer Atemluft entsteht hier. Niemand weiß, wie sich die Meeresströmungen, die Klima und Wetter weltweit massiv beeinflussen, verändern werden. Hier herrscht dringender Forschungsbedarf. Die jüngsten Forschungsergebnisse werden auf der Weltmeereskonferenz in Hanoi vorgestellt und diskutiert. Zur Debatte steht auch die Frage, ob und wie die Folgen der Klimaerwärmung beseitigt werden können.

Rückblick

Die erste Weltkonferenz der Ozeane wurde im Jahr 2001 in Rio de Janeiro veranstaltet. Es sollte eine Plattform für die Staaten der Erde sein, die Bedrohung der Meere und damit unseres Lebensraums länderübergreifend diskutieren und angehen zu können. Immerhin stehen 64 Prozent der Wasserflächen unserer Erde nicht unter staatlicher Verwaltung. Das freie Meer gehört niemandem allein, sondern allen Menschen gemeinsam, und so können die Probleme wie Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel auch nur gemeinsam bewältigt werden. 2003 folgte die nächste Konferenz in Johannesburg und 2006 in Paris. Dort hatte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) eine Studie zum Sterben der Korallenriffe und zum Schutz der Mangrovenwälder vorgestellt und alle dafür Verantwortlichen zum Umdenken aufgerufen.

Wertvolle Korallenriffe

In ihrer Studie haben die Wissenschaftler der UNEP Zahlen und Daten zusammengetragen. Damit versuchten sie Regierungen und örtliche Behörden, Wirtschaft und Bürger den unschätzbaren Wert der intakten Riffe aufzuzeigen: Wertschätzen ist profitabler als Zerstören hieß die Devise.

So schätzen die Autoren der Studie den Wert gesunder Korallenriffe auf 100.000 bis 600.000 US-Dollar pro Quadratkilometer und Jahr. Dieselben Korallenriffe in Schutzgebieten zu erhalten, würde 775 US-Dollar pro Quadratkilometer kosten. Die meisten der etwa 30 Millionen kleinen Fischer in Entwicklungsländern leben vom Fischreichtum der Korallenriffe. Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist der Tauchtourismus. Allerdings müssen die Taucher zum sanften Umgang mit der Natur erzogen werden, sonst wäre der Schaden größer als die erzielten Einnahmen.

Mangroven bieten Schutz

Gefährdet sind auch die Mangrovenwälder. Sie sind nicht nur Kinderstube zahlreicher Fischarten, sondern bieten den Küsten auch Schutz vor Wind und Wellen. Der Tsunami im Dezember 2004 im Indischen Ozean hat das bewiesen. Mehr als 225.000 Menschen sind durch das Seebeben gestorben, mehr als drei Millionen haben damals ihr Zuhause verloren. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass Küstengebiete mit intakten Mangrovenwäldern und vorgelagerten Korallenriffen der Riesenwelle besser standgehalten hatten als vorgeschädigte Regionen.


Dass sich ein nachhaltig bewirtschafteter Mangrovenwald auch in bare Münze auszahlen kann, zeigt das Beispiel der malaysischen Matang-Region: Dort werden jedes Jahr auf 400 Quadratkilometern 100 Millionen US-Dollar mit Fischerei erwirtschaftet - trotz oder vielleicht auch wegen des sanften Umgangs mit der Natur.

Fortschritte und Hemmnisse beim Meeresschutz

Der Lebensraum Meer birgt immer noch eine Menge Geheimnisse. Die Bedrohung kommt oft aus einer Richtung, an die zunächst keiner denkt: Wusstest du, dass eines der schlimmsten Probleme in den Ozeanen die Lärmverschmutzung ist? Lärm wirkt sich nicht nur auf das Gehör aus, sondern kann die Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Motorgeräusche von Schiffen oder die Sonargeräte von U-Booten irritieren die Tiere und bringen sie durcheinander. So könnte Sonar zum Beispiel auch für die Strandung von Walen verantwortlich sein. Aber die Militärs dieser Welt wollen trotzdem nicht auf diese Technik verzichten.


Zahlreiche Organismen in den Ozeanen leiden unter den steigenden Temperaturen. Die Erwärmung der Ozeane lässt zudem das Eis an Nord- und Südpol schneller schmelzen und führt zu steigenden Meeresspiegeln, bedroht Inseln und Küsten.



Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer, die meist für den Klimawandel gar nichts können, denn der ungehemmte CO2-Ausstoß kam zuerst aus den Fabriken der Industrienationen, aus Automotoren und Flugzeugtriebwerken.


Hanoi wurde als Ort für die Konferenz gewählt, weil Vietnam nach China das zweitschnellste Wirtschaftswachstum in Asien verzeichnet und sehr großen Wert auf den Schutz seiner Küsten und Meeresregionen legt. Diskutiert werden auf der Konferenz u. a. auch Frühwarnsysteme, die Schutz vor Stürmen bieten sollen. Es geht ferner darum zusätzliche Finanzmittel für die Erforschung der Geologie, Physik und Biologie der Meere bereit zu stellen. Außerdem werden technische Maßnahmen gegen die Versauerung der Meere besprochen.



Wenn dich das Meer und dessen Erforschung interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 32: Meereskunde

und im WAS IST WAS Band 125 Klima lest ihr alles Wissenswerte über den Klimawandel.


Text: RR, 7. 4. 2008, Fotos: DS, Digistock, Corel Stock Images

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