100 Jahre Bing-Höhle

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100 Jahre Bing-Höhle

Die Binghöhle ist eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Bayerns. Die Kalkhöhle liegt bei Streitberg in der Fränkischen Schweiz. Sie liegt im Gegensatz zu allen anderen Jura-Höhlen nicht im Schwammkalk oder Dolomit, sondern in geschichtetem Kalk. Die Binghöhle erstreckt sich über eine Länge von ca. 400 m durch das Erdinnere und kann gefahrlos und ohne Bedenken für die Kleidung durchwandert werden.

Der Entdecker

Die Höhle wurde 1905 von dem Spielzeugfabrikanten Ignatz Bing entdeckt, daher erhielt sie auch den Namen.

Zusammen mit seinem Bruder Adolf hatte Ignatz Bing 1863 in Nürnberg eine Spielwarenfabrik gegründet, die Bing gut vierzig Jahre später als die " größte Spielwarenfabrik der Welt " bezeichnete. 1905 beschäftigte er über 3000 Personen. Wandern in der Fränkischen Schweiz und Höhlenforschung blieb sein Hobby.

1907 machte er die Höhle der Öffentlichkeit zugänglich und stattete sie mit einer elektrischen Beleuchtung aus.

Der Erste Weltkrieg unterbrach die bisherige Tätigkeit der Firma, deren Werke schließlich, wie die aller Spielwarenfabrikanten, für die Rüstung arbeiten mussten. Ignatz Bing starb am 24.März 1918 im Alter von 79 Jahren.

1936 wurden weitere 100 Meter Ganglänge entdeckt und erschlossen. Damals wurde auch der heutige Ausgang gebaut.

Die Schauhöhle

Die Binghöhle ist eine so genannte Schauhöhle. Der Name kommt daher, weil diese Höhlen touristisch genutzt werden. Eine Schauhöhle kannst du an folgenden Eigenschaften erkennen:

Verschluss: Schauhöhlen werden durch den Betreiber normalerweise verschlossen. So kann die Höhle nicht mehr frei besucht werden, sondern ausschließlich im Rahmen der Führungen. Dadurch wird Vandalismus unterbunden.

Wegenetz: Höhlen sind meist sehr schwer begehbar. Daher ist es nötig, mit erheblichem Aufwand künstliche Wege aus Holz, Metall und Beton zu erstellen. Manche Höhlen verfügen über einen ebenen Boden, so dass darauf abschnittsweise verzichtet werden kann. Künstliche Veränderungen lassen sich aber nur selten vermeiden.

Licht: Eine Höhle ist dunkel. Um sie touristisch nutzen zu können, muss Licht geschaffen werden. Heutzutage kann man bei der Existenz von elektrischem Licht immer von einer Schauhöhle sprechen.

Führungen: Wenn bei deinem Besuch ein Führer die Gruppe belehrt und überwacht, bist du normalerweise in einer Schauhöhle.

Öffnungszeiten: Regelmäßig wiederkehrende Zeiten, zu denen die Höhle besucht werden kann.

Eintrittspreise: Der Betreiber möchte mit der Höhle Geld verdienen oder wenigstens die Unkosten decken. Er muss mindestens soviel Geld einnehmen, wie für den Unterhalt der Höhle, die Erneuerung der Wege, die Beleuchtung und die Stromversorgung benötigt wird.

Attraktives Besichtigungsprogramm:

In der Binghöhle gibt es nicht nur herkömmliche Führungen sondern auch spezielle Angebote für Kinder:

Märchenführungen: Mit der Höhlenfee Sinteria erlebst du die Zauberwelt der Binghöhle, tauchst in ihre Geschichte ein und bekommst spielerisch geologisches Wissen, z.B. über die Entstehung von Höhlen und Tropfsteinen, vermittelt.

Abenteuerführungen: Auf den "Spuren der Entdecker der Binghöhle vor 100 Jahren" erkundst du mit einer Stirnlampe ausgerüstet die Zauberwelt der Höhle, tauchst in ihre Geschichte ein und bekommst geologisches Grundwissen, z.B. über die Entstehung von Höhlen und Tropfsteinen, vermittelt.

Ferner gibt es noch Geologieführungen und thematische Wanderungen (Kräuterwanderungen, Höhlenwanderungen, Druidenhainführungen, Dorfführungen, Burgenführungen...)

Die Binghöhle hat auch eine eigene Internetseite. Hier findest du weitere Informationen, u. a. auch viele Abbildungen alter Postkarten wie die der Nixengrotte auf dem Bild.

Wenn dich Höhlen interessieren, dann wirf doch einen Blick in unseren komplett neu überarbeiteten WAS IST WAS-Band 83: Höhlen!

Text: RR - 18. 7. 2005

Logo, Bilder: Touristinformation Muggendorf/Streitberg

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