Sonderbriefmarken mit Duft

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Sonderbriefmarken mit Duft

Erstmals in der Geschichte der Deutschen Post gibt es seit Anfang des Jahres Briefmarken mit eingebautem Duft. Der Geruch wird mit einem speziellen Druckverfahren auf die Sondermarken gebracht. So wird jedem Brief eine ganz besondere Duftnote verliehen.

 

Der Apfel (Malus domestica) wird schon seit 10.000 Jahren vom Menschen gern gegessen.


Obstmotive

Die vier Sondermarken, die seit Januar erhältlich sind, bilden die Serie Für die Wohlfahrtspflege. Deshalb tragen sie das grüne Plus, weil durch sie Organisationen wie die Arbeiterwohlfahrt unterstützt werden. Damit wird ein wichtiger Beitrag für gemeinnützige Arbeit und sozialen Zusammenhalt in Deutschland geleistet.

Als Motive hat man sich dabei für die vier Obstsorten Apfel, Erdbeere, Zitrone und Heidelbeere entschieden. Jede Marke zeigt ein Blatt mit Blüte der jeweiligen Pflanze, einmal die Frucht im Ganzen und einmal die Frucht aufgeschnitten. Die Entwürfe stammen von Karen Scholz aus Bad Essen in Niedersachsen.

Eine zufällige Kreuzung zweier Wilderdbeerenarten führte zur heutigen Gartenerdbeere.



Wie bringt man Geruch auf eine Briefmarke?

Zahlreiche Drucktests musste die Bundesdruckerei GmbH durchführen, ehe sie das optimale Verfahren gefunden hatte, um Gerüche auf die Sondermarken zu bringen. Die nun angewandte Methode heißt Flexodruckverfahren.

Damit werden unzählige kleine Duftkapseln beim Druck auf der Briefmarke aufgebracht, die die verschiedenen Duftstoffe enthalten. Flexodruck ermöglicht dabei das Aufdrucken besonders vieler Kapseln, ohne dass diese bei der Weiterverarbeitung zerstört werden. So bleiben die Marken heil, bis sie beim Empfänger ankommen.

Die saure Zitrone kam aus Indien in den Mittelmeerraum, wo sie die Römer kultivierten.


Die Duftstoffe

Natürlich hat man sich bemüht, das Aroma der Früchte auf den Briefmarken so originalgetreu wie möglich nachzubilden. Dafür werden verschiedene Duftstoffe in unterschiedlicher Mischung und Konzentration verwendet. Den Apfelduft bilden unter anderem die Stoffe Benzylalkohol und Linalool. Bei der Zitrone sind es vor allem d-Limonen und Citral. So erhalten alle vier Marken ihren eigentümlichen Duft.

Die Heidelbeere - auch Blau- oder Schwarzbeere genannt - findet man in vielen Wäldern.



Aroma beim Empfänger

Der Clou bei den vier neuen Sondermarken ist, dass sie noch nicht duften, wenn man sie auf einen zu verschickenden Brief klebt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Duftkapseln noch verschlossen, sodass keine Aromastoffe austreten können.

Erst wenn der Empfänger den Brief erhält und mit dem Finger über die Marke streicht, werden die Kapseln zerstört und der Duft tritt aus. Der jeweilige Obst-Geruch steigt einem nun in die Nase und man freut sich umso mehr über den erhaltenen Brief, wenn er auch noch gut reicht.

Schon seit dem 2. Januar diesen Jahres gibt es die ersten Sondermarken mit Geruch Für die Wohlfahrtspflege mit den Obstmotiven zu kaufen.



19.03.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: alle Deutsche Post AG, Karen Scholz (pd)

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