USS Nautilus unterquert den Nordpol

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USS Nautilus unterquert den Nordpol

Das US-amerikanische Atom-U-Boot Nautilus unterquerte als erstes Schiff den Nordpol. Es wurde am 21. Januar 1954 von der Frau des damaligen US-Präsidenten Eisenhower getauft. Am 5. August 1958 tauchte es nach 96 Stunden und fast 3.000 Kilometern unter dem Eis nordöstlich von Grönland wieder auf. Heute steht das U-Boot im Museum.

Früher wurden U-Boote mit Dieselmotoren angetrieben. Sie mussten alle paar Tage auftauchen, um Sauerstoff für die Besatzung aufzunehmen. Die Nautilus lief mit Kernenergie. Wie in einem Atomkraftwerk wurde in ihrem Inneren Strom erzeugt. Mithilfe des Stroms konnte aus Meerwasser Sauerstoff gewonnen werden. Das ermöglichte dem neuartigen U-Boot, nahezu beliebig lang unter Wasser zu bleiben.


Operation Sunshine


So wurde es erstmals möglich, mit einem U-Boot unter dem Nordpol hindurch zu fahren. Der Nautilus gelang dies mit der so genannten Operation Sunshine im Jahr 1958. Am 9. Juni verließ sie den Hafen von Seattle. Elf Tage später erreichte sie die Tschuktschensee, musste jedoch auf Grund von zu viel Treibeis umkehren. Am 28. Juni traf sie in Pearl Harbor ein, wo sie auf bessere Bedingungen wartete. Am 23. Juli setzte die Nautilus wieder Kurs nordwärts.

Nahe Point Barrow in Alaska ging sie am 1. August auf Tauchstation, und nahm Kurs auf den geografischen Nordpol. Am 3. August 1958 um 23.15 Uhr (EDST) hatte sie ihn als erstes Schiff erreicht. Nach insgesamt 96 Stunden und 1.830 Meilen, knapp 3.000 Kilometer, unter dem Eis, tauchte sie zwei Tage später nordöstlich von Grönland wieder auf und hatte damit die erste erfolgreiche Unterquerung des Nordpolareises abgeschlossen.


Abschreckung durch U-Boote

Doch natürlich war das militärische U-Boot nicht für wissenschaftliche Experimente gebaut worden, sondern war Teil der Abschreckungsstrategie während des Kalten Krieges. Es war der Prototyp für viele weit größere U-Boote, die mit ihren Atomraketen an Bord jeden Ort der Welt erreichen beziehungsweise zerstören können.

Die Nordpolfahrt hatte große Auswirkungen auf die Strategie der nuklearen Abschreckung. Denn die USA demonstrierten damit, dass es möglich ist, Atomwaffen-Trägersysteme bis vor die Haustür der Sowjetunion zu bringen und sich dadurch die Vorwarnzeit vor einem nuklearen Angriff erheblich verkürzte.

Die Sowjets benötigten lange, um den Vorsprung der USA aufzuholen. Ihr erstes Atom-U-Boot war die Leninski Komsomol, das 1962 ebenfalls den Nordpol unterquerte.

Atom-U-Boote heute

Durch die Katastrophe des russischen U-Bootes Kursk im Jahr 2000 kamen nukleare Unterseeboote und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, ins Gespräch. Damals starben die 118 Besatzungsmitglieder, als das Schiff unterging, weil einer der Torpedos an Bord fehlgezündet wurde.

Atom-U-Boote gehören heute zu den gefährlichsten Waffensystemen, die es gibt. Die Atomraketen, die sie mit sich führen, besitzen ein Vielfaches der Zerstörungskraft der Bomben, die im Zweiten Weltkrieg auf Hiroshima abgeworfen wurden.

Auch ohne eine militärische Auseinandersetzung bergen die Atom-U-Boote große Gefahren. Im Falle von Fehlern oder Unglücken kann Uran freigesetzt werden oder die Waffen können zur Bedrohung für Besatzung und Umgebung werden wie beim Untergang der Kursk.

Auch die Verschrottung alter Atom-U-Boote ist ein großes Problem. In Russland werden diese aus Kostengründen schlicht versenkt. Dort liegen sie dann als tickende Zeitbomben auf dem Meeresgrund.

Die Nautilus fuhr bis 1980 über und unter den Weltmeeren. Heute dient sie als Museum. Im Internet findet ihr das Museum unter http://www.ussnautilus.org.

  

Text: LM - 19.01.04, überarbeitet RR - 4. 8. 08, Foto: http://www.ussnautilus.org

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