Eisbrecher: Mit Schub durch die Scholle

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Eisbrecher: Mit Schub durch die Scholle

Bei dem Begriff Eisbrecher denken manche vielleicht an einen Eishockey-Verein. Oder wir erinnern uns sogar an Bilder früherer Polarexpeditionen: Dick vermummte Männer, die mit Entsetzen zusehen wie ihr Schiff von Eismassen zerdrückt wird. Dass Eisbrecher heute für die Schiffahrt und auch die Forschung äußerst wichtig sind, ist den meisten von uns gar nicht bewusst.

Eisbrecher sind mittlerweile hochtechnische Spezialschiffe, die für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete gebaut werden. So sind sie im Winter nicht nur für die Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs auf dem Meer, sondern auch auf Binnengewässern wie zum Beispiel der Oder, der Elbe und auf den verschiedensten Kanälen verantwortlich. Große atomgetriebene, russische Eisbrecher werden heute häufig als Kreuzfahrtschiffe in den Polregionen eingesetzt. Eine besondere Konstruktion verlangen die Forschungsschiffe. Sie müssen zum einen alle Eisbrecherfunktionen erfüllen, aber auch für die unterschiedlichsten Forschungsaufgaben in den zwei Polargebieten ausgerüstet sein.

Zu den Pinguinen und Eisbären unterwegs

Jeder weiß natürlich, dass sich Pinguine und Eisbären nur im Zoo begegnen können, denn Pinguine finden wir am Südpol, Eisbären dagegen am Nordpol. Das eisbrechende Forschungs- und Versorgungsschiff Polarstern verbindet auf seinen Fahrten jedoch beide Pole. Es ist im Moment das leistungsfähigste Polarforschungsschiff der Welt und kann sogar in die Packeiszone fahren. Es wird nicht nur zu Forschungszwecken eingesetzt, sondern versorgt auch Stationen zum Beispiel in der Antarktis und in Spitzbergen.

Eingedellter Bug

Die Konstruktion seines Buges ist typisch für Eisbrecher. Der Bug ist nämlich nicht nur schräg, sondern auch leicht eingedellt (= konkav), damit das Schiff nicht einfach auf das Eis auffährt, sondern sich richtig auf die Eisschicht schieben kann. Fährt das Schiff über Eisschollen, werden sie vom Bug nicht zur Seite, sondern nach unten weggedrückt.

Die Polarstern gehört dem deutschen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven ist der Betreiber des Schiffes.

Text: Heike Herrmann 14. 1. 2002

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